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Vom gemeinsamen Ursprung zur gemeinsamen Verantwortung

vor 10 Stunden in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Leo XIV.: Das Erbe von Nostra Aetate. Über die geistlichen Wurzeln des jüdisch-katholischen Dialogs, den gemeinsamen Einsatz für Bedürftige und die Absage der Kirche an Antisemitismus und jede Form von Diskriminierung. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Papst Leo XIV. empfing am 15. Juni 2026 eine Delegation der United Jewish Appeal Federation of New York und würdigte deren weltweiten Einsatz für Menschen in Not. Die Organisation leiste humanitäre Hilfe und soziale Dienste für Arme, Flüchtlinge, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen - in New York, im Staat Israel und in zahlreichen weiteren Ländern. Der Papst hob hervor, dass dieser Dienst ein klares Bewusstsein für die Würde des Menschen und für die Brüderlichkeit zum Ausdruck bringe. Dieser Einsatz entspreche auch dem Anliegen der Kirche, die ganzheitliche Entwicklung des Menschen zu fördern und den Auftrag zur Nächstenliebe zu verwirklichen.

Leo XIV. verband diese Würdigung mit einem Blick auf die gemeinsame Geschichte von Juden und Katholiken. Vor sechsundsechzig Jahren habe Papst Johannes XXIII. eine Delegation derselben Organisation empfangen. Damals habe Johannes XXIII. mit den Worten „Ich bin Josef, euer Bruder“ aus dem Buch Genesis die gemeinsame Menschlichkeit und zugleich die gemeinsame geistliche Herkunft aus Abraham, Isaak, Jakob und Josef hervorgehoben. Aus diesem neuen Verständnis sei später ein Text entstanden, der eine neue Beziehung zwischen der katholischen Kirche und dem Judentum beschrieben habe. Dieser Text habe schließlich die Grundlage für das gebildet, was Leo XIV. als das „Herz und den schöpferischen Kern“ der Konzilserklärung Nostra Aetate bezeichnete.


Der Papst erinnerte daran, dass die Kirche im vergangenen Jahr den sechzigsten Jahrestag dieses Dokuments gefeiert habe. Nostra Aetate habe „einen neuen Horizont der Begegnung, des Respekts und der geistlichen Gastfreundschaft eröffnet“. Das Dokument habe die Wahrheit bekräftigt, dass alle Menschen zu einer einzigen Menschheitsfamilie gehörten. Dadurch sei ein Same der Hoffnung gelegt worden, der zu einem mächtigen Baum herangewachsen sei und „Schutz bietet und reiche Früchte des Verständnisses, der Freundschaft, der Zusammenarbeit und des Friedens trägt“.

Leo XIV. betonte, Nostra Aetate habe die jedem Menschen eigene Würde anerkannt und zugleich eindeutig Stellung gegen den Antisemitismus bezogen. Die Kirche lehne jede Form von Diskriminierung oder Belästigung aufgrund von Herkunft, Hautfarbe, Lebensumständen oder Religion ab. Angesichts einer Welt, die weiterhin von Spaltungen und Konflikten gezeichnet sei, habe das Konzilsdokument dazu aufgerufen, frühere Missverständnisse zu überwinden und gemeinsam für das Gemeinwohl zu arbeiten. Von dort aus wandte sich der Papst dem gemeinsamen Dienst an den Bedürftigen zu. Er erinnerte an seine Apostolische Exhortation Dilexi Te und erklärte, dass „die Liebe vor allem eine Weise ist, auf das Leben zu schauen, und eine Weise, es zu leben“. Der Dienst an den Armen, Ausgegrenzten und Machtlosen ermögliche die Begegnung mit dem Heiligen. Durch diese Menschen spreche die göttliche Stimme weiterhin zu den Menschen. Leo XIV. verwies auf den Propheten Jesaja, der dazu aufrufe, das Brot mit den Hungrigen zu teilen und sich der Notleidenden anzunehmen. Dann werde das Licht des Herrn „wie die Morgenröte hervorbrechen“. Dieses Licht lade dazu ein, den Dienst an den Schwächsten als einen Weg zu verstehen, der Herzen öffne und die Gesellschaft erneuere.

Zum Abschluss dankte der Papst seinen Gästen für ihren Einsatz zugunsten der Armen und Bedürftigen. Er würdigte ihren Einsatz gegen Hass und Intoleranz sowie ihr Bemühen, an einer besseren Welt für alle Menschen mitzuwirken. Leo XIV. äußerte den Wunsch, dass ihre Arbeit den Dialog fördere, das gegenseitige Verständnis vertiefe und zum Frieden beitrage, den die Welt so dringend benötige.

Foto (c) Vatican Media

 


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Lesermeinungen

 Versusdeum vor 10 Stunden 
 

Wenn es der Kirche ernst mit der Ablehnung von Judenfeindlichkeit ist,

sollte sie aber endlich eine differenziertere Sicht auf unkontrollierte Migration entwickeln.


2
 

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