Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  2. Die US-Bischöfe fördern die natürliche Familienplanung
  3. "Ein Schisma und mein Ausstieg aus der Priesterbruderschaft St. Pius X."
  4. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  5. Medjugorje: Brandanschlag und Schändungen kurz vor Jugendfestival
  6. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  7. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  8. Pax tecum – Wenn der Papst über Frieden spricht
  9. 'Weihnachten im Juli': Der Gedenktag der Heiligen Drei Könige
  10. Vatikan dementiert Berichte über Ende des Rupnik-Verfahrens
  11. Deutsches Auswärtiges Amt verzichtet auf Genderschreibweise
  12. Papst ruft zu christlichem Lebensstil im Urlaub auf
  13. Vatikan stuft schottische Mönche nach unerlaubter Bischofsweihe als exkommuniziert ein
  14. Papst Leo: „So können wir als Christen das Alter leben: gebrechlich, aber zugleich berufen“
  15. Ahmad Mansour: „Nennen wir es beim Namen: Es ist der Islamismus“

Das Kreuz als Weg über das Meer der Welt. Die Eucharistie als Mitte des kirchlichen Lebens

11. Juni 2026 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Leo XIV. in der Kathedrale Sant’Anna in Las Palmas de Gran Canaria über Berufung. Augustinische Bilder vom Meer mit dem Auftrag der Kirche in einer Zeit von Herausforderungen und Umbrüchen. Von Armin Schwibach


Las Palmas de Gran Canaria (kath.net/as) Nach der Begegnung mit den Vertretern der Aufnahmeeinrichtungen für Migranten traf Papst Leo XIV. in der Kathedrale Sant’Anna von Las Palmas de Gran Canaria mit den Bischöfen, Priestern, Diakonen, Ordensleuten, Seminaristen und Seelsorgern der Kanarischen Inseln zusammen. Der Papst dankte für den herzlichen Empfang und für die Zeugnisse einer Kirche, in deren Herzen, wie er unter Bezugnahme auf die Pastoralkonstitution Gaudium et spes hervorhob, „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi der Menschen unserer Zeit, vor allem der Armen und aller Leidenden widerhallen“.

Leo XIV. stellte die Begegnung von Beginn an in den Horizont der gemeinsamen Berufung. Er sei auf die Inseln gekommen als „Vater und Bruder im Glauben“. Dabei erinnerte er an die Worte, die er bereits zu Beginn seines Pontifikates gesprochen hatte: „Mit euch bin ich Christ, für euch Bischof“. Jeder habe unterschiedliche Gaben empfangen, jeder einen eigenen Dienst übernommen. Doch alle seien dazu berufen, gemeinsam am Aufbau der Kirche mitzuwirken, die auf Christus als dem Eckstein gegründet sei. Der Papst betonte, der Herr bestätige auch heute die Berufung seines Volkes, „gemeinsam die Kirche aufzubauen“, Unterschiede in Einklang zu bringen und vereint zum Wohl aller zu wirken.

Von dort aus führte Leo XIV. seine Zuhörer zu zwei Haltungen, die nach seinen Worten das christliche Leben prägen müssten. Sie seien notwendig, um zu „weisen Baumeistern“ einer „Zivilisation der Liebe“ zu werden. Dabei griff er das Bild auf, das den Menschen der Kanarischen Inseln besonders vertraut sei: das Meer. Wer auf einer Insel lebe, trage die Weite des Horizonts gleichsam im Herzen. Das Meer spreche von Heimat und Sehnsucht, von Aufbruch und Ankunft. Es könne aber ebenso für Entfernung, Trennung und Herausforderungen stehen. Gerade deshalb eigne es sich als Bild für den Weg des Menschen durch die Geschichte. An diesem Punkt wandte sich der Papst dem heiligen Augustinus zu. Der Kirchenvater beschreibe den Menschen als jemanden, der das Vaterland bereits in der Ferne erkenne, während das Meer noch zwischen ihm und seinem Ziel liege. Der Mensch sehe, wohin er gelangen wolle, finde aber aus eigener Kraft keinen Weg dorthin. Deshalb sei Christus selbst gekommen. Augustinus schreibe: „Er bereitete ein Holz, durch das wir das Meer überschreiten könnten. Denn niemand kann das Meer dieser Welt überschreiten, außer er werde durch das Kreuz Christi getragen“.


Diese Worte bildeten den Mittelpunkt der ersten Betrachtung des Papstes. Das Kreuz Christi anzunehmen, sei die erste Grundhaltung christlichen Lebens. Die Heiligen hätten die Sehnsucht nach Gott bewahrt und in den Stürmen ihres Lebens gelernt, Christus in ihr Boot aufzunehmen. Sie hätten auf ihn vertraut, sein Kreuz angenommen und dadurch die Wellen von Unsicherheit und Angst überwunden.

Als Beispiel verwies Leo XIV. auf den ehrwürdigen Antonio Vicente González, den auf den Kanaren als „guten Hirten“ bekannten Diözesanpriester. Dessen Leben zeige, wie die Gnade Gottes einen Menschen verwandeln könne. Es ermutige dazu, das Kreuz Christi auf sich zu nehmen und dem Herrn nachzufolgen, um gerade in einer Zeit voller Spannungen und Widersprüche Zeuge des Evangeliums zu bleiben. Von dort aus schlug der Papst den Bogen zum Dienst der Kirche auf den Inseln. Die erste „Richtschnur der Schifffahrt“ bestehe im Annehmen des Kreuzes Christi. Dies verwirklichten viele Tag für Tag, wenn sie Menschen begleiteten, Lasten mittrügen und Leidenden beistünden. Wie Simon von Kyrene würden sie Brüdern und Schwestern helfen, die Bürden ihres Lebens zu tragen. Für diesen Dienst sprach Leo XIV. seinen Dank aus.

Die zweite Haltung, die der Papst hervorhob, war die Pflege einer eucharistischen Spiritualität. Dabei erinnerte er an eine alte Tradition der Kathedrale von Las Palmas: Am Fest Christi Himmelfahrt werden Blütenblätter vor dem Allerheiligsten ausgestreut. Diese Geste verweise auf die geistlichen Gaben, die Christus seiner Kirche schenke. Das Ziel des christlichen Pilgerweges sei die Begegnung mit Christus selbst. Er stehe im Mittelpunkt des christlichen Lebens. Vor ihm beuge die Kirche ihre Knie in Anbetung. Um ihn versammle sie sich und werde ein einziger Leib. Mit ihm bringe sie sich selbst Gott dar. Deshalb habe das Zweite Vatikanische Konzil die Eucharistie als „Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens“ bezeichnet. Aus der Eucharistie erwachse zugleich die Einheit der Kirche. Eine eucharistische Spiritualität bedeute, sich immer tiefer in eine „Spiritualität der kirchlichen Einheit in der Liebe“ hineinzubegeben. Leo XIV. machte sich die Bitte Jesu zu eigen: „Alle sollen eins sein […] damit die Welt glaubt“. Die Einheit sei nicht bloß organisatorische Notwendigkeit, sondern Ausdruck der Gegenwart Christi in seiner Kirche.

Der Papst führte diesen Gedanken weiter zur konkreten Gestalt christlicher Solidarität. Die Vereinigung mit Christus schließe die Vereinigung mit allen Menschen ein, denen Christus sich schenke. Deshalb ermutigte er die Gläubigen, die empfangene Liebe weiterzugeben. Diese Liebe werde sichtbar in der Aufnahme des Fremden, im Zuhören, in der Nähe zu den Menschen und in der Sorge für die Schwächsten. In Erinnerung an das Gleichnis vom Weltgericht zitierte Leo XIV. die Worte Jesu: „Ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen“.

Zum Abschluss richtete der Papst den Blick auf den weiteren Weg der Kirche. Die Kirche auf den Kanaren gehe in den Spuren vieler Männer und Frauen, die ihr Leben mit dem Opfer Christi verbunden hätten. Deshalb ermutigte er die Gläubigen, fest in Christus verwurzelt voranzuschreiten und die Herausforderungen der Gegenwart nicht zu fürchten. Wenn Schwierigkeiten aufträten, sollten sie den Blick erheben und den Heiligen Geist um die Gnade bitten, vereint in Glaube, Hoffnung und Liebe zu leben. Diese drei göttlichen Tugenden seien, so erinnerte Leo XIV. mit einem Wort Johannes Pauls II., „wie drei Sterne, die am Himmel unseres spirituellen Lebens aufstrahlen, um uns zu Gott zu führen“. Am Ende stellte der Papst den Weg der Kirche unter den Schutz Mariens. Die Gottesmutter sei für die Christen „Stella maris“, Stern des Meeres. Sie möge das pilgernde Volk Gottes begleiten und ihm helfen, den sicheren Hafen der endgültigen Begegnung mit ihrem Sohn Jesus Christus zu erreichen.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Medjugorje: Brandanschlag und Schändungen kurz vor Jugendfestival
  3. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  4. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  5. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  6. DANKE JUSTIN! - Kanadischer Sänger bringt Stadion während WM-Finale mit „Halleluja“ zum Schweigen!
  7. "Ein Schisma und mein Ausstieg aus der Priesterbruderschaft St. Pius X."
  8. Krebs und Paradies – Das Leben des 17-jährigen David Buggi
  9. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  10. Leo beruft den lehramtstreuen US-Erzbischof Cordileone in die Apostolische Signatur
  11. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  12. Ahmad Mansour: „Nennen wir es beim Namen: Es ist der Islamismus“
  13. Erzdiözese Wien bestätigt Pensionierung von Dompfarrer Faber
  14. Birkenstock springt auf "Nun Girl Summer"-Trend auf: Animierte Filz-Nonne in Birkenstock-Sandalen
  15. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz