Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  2. Die US-Bischöfe fördern die natürliche Familienplanung
  3. "Ein Schisma und mein Ausstieg aus der Priesterbruderschaft St. Pius X."
  4. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  5. Medjugorje: Brandanschlag und Schändungen kurz vor Jugendfestival
  6. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  7. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  8. Pax tecum – Wenn der Papst über Frieden spricht
  9. 'Weihnachten im Juli': Der Gedenktag der Heiligen Drei Könige
  10. Vatikan dementiert Berichte über Ende des Rupnik-Verfahrens
  11. Deutsches Auswärtiges Amt verzichtet auf Genderschreibweise
  12. Papst ruft zu christlichem Lebensstil im Urlaub auf
  13. Vatikan stuft schottische Mönche nach unerlaubter Bischofsweihe als exkommuniziert ein
  14. Papst Leo: „So können wir als Christen das Alter leben: gebrechlich, aber zugleich berufen“
  15. Ahmad Mansour: „Nennen wir es beim Namen: Es ist der Islamismus“

Heutiger Papst war nach dem 11. September 2001 gegen Vergeltung

9. Mai 2026 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Neues Buch präsentiert Texte und Predigten von Robert Prevost aus der Zeit zwischen 2001 und 2013


Rom  (kath.net/KAPz7red) Der heutige Papst Leo XIV. hat sich wenige Tage nach den Terroranschlägen gegen die USA vom 11. September 2001 gegen Vergeltungsschläge ausgesprochen. Der damalige Augustiner-Generalprior Robert Prevost äußerte sich in einer Predigt an seine Ordensbrüder, die er am 21. September 2001 in Rom hielt. Sie ist in einem am Montag erschienenen Buch mit bislang unveröffentlichten Texten des heutigen Papstes enthalten. Damals sagte der aus Chicago stammende Ordensobere: "Während viele Vergeltung suchen, müssen wir Augustiner Zeugnis ablegen für das Evangelium und seine Werte der Einheit, des Dialogs, des Friedens und der Versöhnung."

Die damals zehn Tage zurückliegenden Al-Kaida-Terroranschläge mit Tausenden Toten in New York und Washington nannte er einen "tragischen Ausdruck einer Reihe von Problemen, die sich überall zuspitzen". Im Einzelnen führte er aus: "Hass und Gewalt werden weiter wachsen, solange es so viele Menschen gibt, die in extremer Armut leben müssen und von so vielen Arten der Ungerechtigkeit unterdrückt werden. Jeden Tag sterben 24.000 Menschen an Hunger."


Bei den islamistischen Anschlägen mit Passagierflugzeugen in New York und Washington wurden am 11. September 2001 fast 3.000 Menschen getötet. Der damalige US-Präsident George W. Bush rief daraufhin einen globalen "Krieg gegen den Terror" aus. In dessen Verlauf wurden unter anderem Afghanistan und der Irak besetzt. In den Kriegen starben nach Schätzungen rund 1,5 Millionen Menschen, darunter mehr als 3.500 Soldaten der USA und ihrer Verbündeten. Bewährung oder neue Wege Das Buch "Liberi sotto la grazia" (Frei unter der Gnade) versammelt Reden und Texte Prevosts aus seiner Zeit als Generalprior der Augustiner von 2001 bis 2013. Es wird anlässlich des ersten Jahrestags seiner Papstwahl veröffentlicht und derzeit in rund 30 Ländern übersetzt.

Ein darin enthaltener Text aus dem Jahr 2010 zeigt eine weitere zentrale Linie seines Denkens: die Frage nach Erneuerung und missionarischer Ausrichtung der Kirche. Prevost stellt darin die Alternative zugespitzt dar: "Wir müssen unserem Vergangenen treu bleiben" oder "Wir müssen unserer Zukunft treu sein". Es gehe darum, ob kirchliche Gemeinschaften sich auf Bewahrung beschränkten oder den Mut hätten, neue Wege zu gehen. Als Leitbild dient ihm die Figur des "Rückwegs", inspiriert vom Augustiner Andrés de Urdaneta. Dieser stehe für eine tiefere geistliche Bewegung: die Umkehr zu Gott. "Die einzige wirklich bedeutende Reise ist die, die uns zu Christus führt", heißt es in der Predigt.

Der christliche Weg sei damit kein Stillstand, sondern eine fortwährende Suche und Erneuerung. Führung soll Perspektiven schaffen Zugleich warnt Prevost vor geistlicher Erstarrung. Gemeinschaften könnten selbstzufrieden werden und in Routine verfallen. Dem stellt er eine missionarische Haltung entgegen, die Risiken nicht scheut: "Wenn uns das hilft, diejenigen zu erreichen, die fern sind, dann nehmen wir dieses Risiko auf uns." Entscheidend sei nicht der Selbsterhalt, sondern die Frage: "Wie können wir viele neue Jünger gewinnen?" Auch das Verständnis von Leitung beschreibt er in diesem Zusammenhang neu. Während eine bewahrende Haltung vor allem auf Ordnung und Stabilität setze, brauche eine missionarische Kirche eine Führung, die verändert und neue Perspektiven eröffnet. Grundlage bleibe dabei eine klare Entscheidung für Gott: "Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Reichtum."

 

Copyright 2026 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Medjugorje: Brandanschlag und Schändungen kurz vor Jugendfestival
  3. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  4. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  5. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  6. DANKE JUSTIN! - Kanadischer Sänger bringt Stadion während WM-Finale mit „Halleluja“ zum Schweigen!
  7. "Ein Schisma und mein Ausstieg aus der Priesterbruderschaft St. Pius X."
  8. Krebs und Paradies – Das Leben des 17-jährigen David Buggi
  9. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  10. Leo beruft den lehramtstreuen US-Erzbischof Cordileone in die Apostolische Signatur
  11. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  12. Ahmad Mansour: „Nennen wir es beim Namen: Es ist der Islamismus“
  13. Erzdiözese Wien bestätigt Pensionierung von Dompfarrer Faber
  14. Birkenstock springt auf "Nun Girl Summer"-Trend auf: Animierte Filz-Nonne in Birkenstock-Sandalen
  15. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz