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Der Petersdom feiert das 400-jährige Weihejubiläum: „Die Pfarrkirche der Welt“

vor 2 Stunden in Chronik, keine Lesermeinung
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Kunsthistorikerin Lev: Was die Menschen am Vatikan begeistere, sei „diese lebendige Tradition…, die aus Unterdrückung, Verfolgung und Brutalität hervorgegangen ist, sich immer ein so schönes Antlitz bewahrt hat und noch heute steht“.


Vatikan (kath.net/gro/pl) Im Herzen Roms ragt die Kuppel der Petersbasilika 448 Fuß (rund 137 Meter) in den Himmel, gekrönt von einem Kreuz. Im Jahr 2026 begeht die Basilika das 400-jährige Jubiläum ihrer Weihe. Sie markiert nicht nur den Ort, an dem der Apostel Petrus – erster Papst und Märtyrer – begraben liegt, sondern gilt als lebendiges Zeugnis des Glaubens, das Pilger aus aller Welt anzieht. Daran erinnert Hannah Brockhaus in einem Beitrag in der US-amerikanischen katholischen Zeitung „National Catholic Register“.  Am 18. November 1626 weihte Papst Urban VIII. feierlich den neuen Petersdom.

Die Basilika, die auf den Ruinen des antiken Roms errichtet wurde, steht als Symbol für die Kraft des Martyriums und die Kontinuität der Kirche. Unterhalb ihrer Kuppel liegen „2.000 Jahre Hingabe und Geschichte an einem einzigen Ort, Schicht um Schicht“, erläutert der Archäologe Pietro Zander, Leiter der Abteilung für kulturelles Erbe der Dombauhütte von St. Peter. „Hier ist es passiert: Der heilige Petrus wurde gemartert … und hier wurde er begraben.“ 

Der Hl. Petrus wurde im Jahr 64 n. Chr. unter Kaiser Nero im neronischen Zirkus in der Nähe, wo er begraben werden würde, gemartert. Nach seinem Tod strömten „Menschenmassen [zu seiner Grabstätte] aus jedem Teil der Welt“, erklärt Zander. Eine Kirche „wuchs um dieses Grab herum auf“, und als die alte Basilika gebaut wurde, war die Stätte bereits seit mehr als 200 Jahren ein Ort der Hingabe.


Die heutige Basilika ist die Nachfolgerin von Alt-St. Peter, einer Basilika, die Kaiser Konstantin im 4. Jahrhundert errichten ließ. Im 16. Jahrhundert entschied man sich nach vergeblichen Rettungsversuchen, die große, 1.200 jahre alte und vor allem baufällige Kirche abzureißen und eine neue zu errichten. Papst Julius II. legte 1506 den Grundstein. Über 120 Jahre, Dutzende der besten Künstler und Architekten der Renaissance – darunter Bramante, Raffael, Michelangelo, Maderno und Bernini – waren daran beteiligt. Am 18. November 1626 weihte Papst Urban VIII. den neuen Dom in einer feierlichen Zeremonie. 

Die Kunsthistorikerin und Rom-Führerin Elizabeth Lev betont die besondere Anziehungskraft der Basilika bis heute. Wörtlich sagt sie: „Es ist eine ganz andere Welt als bei der Einweihung 1626. Und doch bleibt eine wunderschöne Sache dieselbe … und das ist das Kommen der Menschen.“ Die Basilika sei bewusst als „die Pfarrkirche der ganzen Welt“ geplant worden – ein Ort für alle.

Lev vergleicht den Kontrast zum untergegangenen Römischen Reich: Während das antike Rom „versunken im Schmutz“ daliege, stehe die Basilika voller Leben da. „Und dann überquert man den Fluss und kommt von dem Ort, an dem dieses Reich einen Fischer aus Galiläa hinrichten ließ. Man sieht den Kopf und die Schultern der Basilika in der Landschaft aufragen, etwas, das sehr lebendig ist, da der Nachfolger des heiligen Petrus [der Papst] die Massen zu sich zieht.“ Was die Menschen am Vatikan begeistere, sei „diese lebendige Tradition. Eine Tradition, die aus Unterdrückung, Verfolgung und Brutalität hervorgegangen ist, sich immer ein so schönes Antlitz bewahrt hat und noch heute steht, um von Schönheit, Wahrheit und Güte zu künden.“

Auch Reiseführer Fulvio De Bonis betont: „Niemand sieht die Basilika als Relikt aus der Vergangenheit, als etwas Überholtes oder Antikes. Und das ist es meiner Meinung nach, was die Basilika so erfolgreich macht.“ 

Im 21. Jahrhundert strömen jährlich Millionen Besucher in die Basilika, zur Hauptsaison durchschnittlich 40.000 Menschen pro Tag. Allein während des Heiligen Jahres 2025 wurden rund 20 Millionen gezählt. Kardinal Mauro Gambetti, seit 2021 Erzpriester der Basilika, hat zahlreiche Neuerungen eingeführt: Live-Sakralmusik, nächtliche Eucharistie-Anbetung, einen „Zuhör-Raum“ für Gespräche mit Priestern oder ausgebildeten Laien sowie die Möglichkeit, den Besuch online für 7 Euro zu buchen, um Wartezeiten zu verkürzen. Weitere Projekte wie ein Café auf dem Dach und Ausstellungen in den Nebenkuppeln sollen die Besucherströme besser verteilen. Trotz aller Modernisierungen bleibt die ursprüngliche Idee bestehen. 

Elizabeth Lev warnt jedoch: Die Schönheit der Basilika soll nicht nur bewundert werden, sondern sie will zur Anbetung einladen – für alle, unabhängig von Glauben oder Motivation. 400 Jahre nach ihrer Weihe ist die Petersbasilika kein Museum, sondern ein lebendiger Ort des Glaubens, der Kunst und der Geschichte. Sie steht als „Pfarrkirche der Welt“ – genau so, wie ihre Erbauer es vor vier Jahrhunderten geplant hatten.

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