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Rom: Chaldäische Kirche wählt neuen Patriarchen

9. April 2026 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Synode zur Wahl des neuen Kirchenoberhaupts tritt am Donnerstag zusammen - Am Freitag empfängt Papst Leo die Synodenväter und möglicherweise schon den neuen Patriarchen


Rom (kath.net/KAP) In Rom beginnt am Donnerstag die Synode der Chaldäisch-katholischen Kirche, auf der ein neuer Patriarch gewählt werden soll. Die Wahl ist notwendig, nachdem Papst Leo XIV. am 10. März das Rücktrittsgesuch von Patriarch Louis Raphael Sako (77) angenommen hat. Sako wird an der Versammlung zur Wahl des neuen Kirchenoberhaupts nicht teilnehmen, wie er selbst schon vor ein paar Tagen angekündigt hat. Seit dem 10. März und bis zur Wahl des neuen Patriarchen leitet das ranghöchste Mitglied der Synode, Erzbischof Habib Hormuz Al-Naufali von Basra im Südirak, die Kirche interimistisch.

Bischof Hormuz bestätigte gegenüber dem Portal "gaudiumpress.ca", dass die Synodenväter am Freitag im Vatikan mit Papst Leo XIV. zusammentreffen werden. Wenn alles gutgeht, soll dann bereits der neue Patriarch gewählt sein. Sicher ist das aber nicht. Der gedrängte Zeitplan hängt auch mit der anstehenden Afrikareise des Papstes zusammen, die am Montag beginnt. Die chaldäische Synode ist von 9. bis 15. April anberaumt.

Am Beginn der Synode werden die chaldäischen Bischöfe noch eine geistliche Einkehr halten und danach ausführlich die Lage der Kirche erörtern, wobei jeder Bischof gehalten ist, Stellung zu nehmen. Erst danach wird gewählt. Altpatriarch Sako wird an der Synode nicht teilnehmen. Für die erfolgreiche Wahl ist eine Zweidrittelmehrheit nötig. Können sich die Bischöfe auch nach 15 Tagen auf keinen gemeinsamen Kandidaten einigen, muss die Angelegenheit an den Papst übergeben werden, der über das weitere Prozedere entscheidet. Der Papst muss auch die Wahl des neuen Patriarchen bestätigen.


Neuer Patriarch muss kein Bischof sein

In den sozialen Medien wurden als aussichtsreiche Kandidaten etwa der Erzbischof von Erbil, Bashar Warda, der Erzbischof von Teheran, Imad Khoshaba Gargees, oder der Erzbischof von Sydney, Emil Shimoun Nona, genannt. Offizielle Stellungnahmen gibt es keine. Das für die katholischen Ostkirchen zur Anwendung kommende Kirchenrecht schreibt auch nicht zwingend vor, dass der neue Patriarch zum Zeitpunkt der Wahl bereits Bischof sein muss.

Druck auf Christen

Louis Sako leitete seit 2013 als Patriarch die Chaldäisch-katholische Kirche, eine mit Rom verbundene Ostkirche, die weit zurück in die Anfänge des Christentums reicht. Sie hat rund eine halbe Million Mitglieder. Ihr Zentrum liegt im heutigen Irak, der Sitz des "Patriarchen von Babylon" ist die Hauptstadt Bagdad; ein großer Teil der Gläubigen lebt aber in den USA, Westeuropa und Australien.

Im Nahen Osten gibt es bedeutende chaldäische Gemeinden im Irak, Syrien, dem Libanon und im Iran. Im Irak gehörten zuletzt rund zwei Drittel der Christen der Chaldäischen Kirche an. Islamistischer Terror, eine instabile Sicherheitslage, wirtschaftliche Perspektivlosigkeit und Ressentiments in der muslimischen Mehrheitsgesellschaft machen den christlichen Gläubigen in der Region seit vielen Jahren zu schaffen.

Sako fordert Modernisierung des Islam

Patriarch Sako setzte sich unermüdlich gegen die Abwanderung der Christen aus ihrer Heimat und für Religionsfreiheit sowie einen freien und demokratischen Irak mit gleichen Rechten für alle Bürgerinnen und Bürger ein. An die muslimischen Partner gerichtet, forderte er eine Modernisierung des Islam. - All das werden auch für seinen Nachfolger die großen Herausforderungen sein. Dazu kommen noch interne Spannungen in der Kirche, die in den letzten Jahren sichtbar wurden. Aufgabe des Nachfolgers wird es sein, die Bischöfe bzw. die Kirche wieder zu einen.

Die Chaldäisch-katholische Kirche ist ab dem 16. Jahrhundert aus der Assyrischen Kirche des Ostens hervorgegangen. In der Kirche wird der ostsyrische Ritus verwendet. Liturgiesprache ist grundsätzlich Syrisch (Aramäisch), oft aber auch in Kombination mit Arabisch. Wegen der Union mit der römisch-katholischen Kirche haben auch lateinische Elemente Eingang in die Liturgie gefunden.

Copyright 2026 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

Foto: Innenraum der Kathedrale Unsere Liebe Frau von den Schmerzen in Bagdad (c) Wikipedia/CC BY 2.0/Christian World


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