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Religiöser Glaube schützt die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen

30. März 2026 in Jugend, 1 Lesermeinung
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Religiosität fördere das Gemeinschaftsgefühl und gebe dem Leben eine Richtung. Beides sei für die seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen von Bedeutung, sagt Leonard Kulisch, Hauptautor der Studie.


Bochum (kath.net/jg)
Religiöser Glaube kann dem Leben eine klare Richtung geben und wirkt sich dadurch positiv auf die psychische Gesundheit aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Ruhr-Universität Bochum. Wissenschaftler des Forschungs- und Behandlungszentrums für psychische Gesundheit haben herausgefunden, dass Religiosität ein entscheidender Schutzfaktor gegen Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen ist. In Ländern, in denen die Bedeutung von Religion stark abgenommen hat, ist der Anstieg von Angststörungen besonders hoch. Die Ergebnisse wurden in der internationalen Fachzeitschrift Developmental Science veröffentlicht, berichtet die evangelische Nachrichtenagentur IDEA.

In westlichen Gesellschaften hat sich die Erziehung in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert. Früher spielten Werte wie Gehorsam und Verantwortungsbewusstsein eine große Rolle. Heute stehen stattdessen Eigenständigkeit, Individualität und Selbstverwirklichung im Vordergrund. Dieser Perspektivwechsel begünstigt laut der Studie möglicherweise die Entstehung von Ängsten bei Heranwachsenden.


Über alle Kontinente hinweg erwies sich vor allem die Abnahme der Religiosität in der Erziehung als zentraler Risikofaktor. Hauptautor Leonard Kulisch erklärt: „Religiosität fördert das Zusammengehörigkeitsgefühl und gibt dem Leben eine Richtung.“ Wo diese Ressource allmählich verschwinde, entstehe eine Lücke: Familien fühlten sich einsamer, das soziale Netzwerk werde weniger stabil und feste Alltagsroutinen gingen verloren. Genau diese Elemente seien jedoch entscheidend dafür, dass Kinder psychisch gesund aufwachsen.

Die Wissenschaftler haben Daten aus 70 Ländern auf allen Kontinenten über einen Zeitraum von 1989 bis 2022 analysiert. Sie kombinierten Gesundheitsdaten zur Häufigkeit von Angststörungen bei Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen mit Kulturdaten aus dem World Values Survey (Weltweite Werte-Erhebung). Die Analyse zeigt einen klaren Zusammenhang: Ein Rückgang religiöser Erziehungsziele geht weltweit mit einem Anstieg von Angststörungen einher.

Kulisch betont, dass Werte wie Individualität und Eigenständigkeit in modernen Wirtschaftssystemen durchaus sinnvoll sind. Sie fördern Wettbewerbsfähigkeit und Innovation. „Doch in westlichen Ländern hat die Ausprägung dieser Werte das gesunde Maß überschritten“, warnt der Psychologe. Der einseitige Fokus auf Unabhängigkeit ohne ausreichende Bindung und Sinnstiftung könne Kinder und Jugendliche psychisch belasten.

Da religiöser Glaube in vielen Gesellschaften als Quelle von Gemeinschaft und Sinn an Bedeutung verliert, werden alternative Wege immer wichtiger. Kulisch empfiehlt mehr Aktivität in Vereinen, Gruppen und zivilgesellschaftlichem Engagement, um Zusammengehörigkeit zu schaffen. Kindertagesstätten und Schulen sollten gezielt die Gemeinschaft innerhalb der Einrichtungen fördern – etwa durch gemeinsame Projekte, Rituale und soziale Verantwortung.

Solche Maßnahmen könnten helfen, die entstehende Lücke zu schließen und der Zunahme von Angststörungen entgegenzuwirken.

 


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Lesermeinungen

 Hängematte 30. März 2026 
 

Das war der Grund, warum wir uns der Schönstatt-Familienbewegung angeschlossen

haben. Unsere fünf Kinder haben dort ihre seelische Heimat gefunden und sie geben das ihren Kindern weiter.


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