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„Zustände wie seit der Inquisition“

vor 11 Stunden in Chronik, keine Lesermeinung
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Ariel Muzicant, ehemaliger Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien und Vizepräsident des Jüdischen Weltkongresses, warnt eindringlich vor Reisen nach Spanien - Regierung habe ein „unerträgliches antijüdisches Klima“ befeuert.


Wien (kath.net/gem/rn)
In einer ungewöhnlich scharfen Stellungnahme hat Dr. Ariel Muzicant, ehemaliger Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien und Vizepräsident des Jüdischen Weltkongresses, eine Reisewarnung für Juden und Israelis bezüglich Spanien ausgesprochen. Er wirft der spanischen Regierung vor, ein „unerträgliches antijüdisches Klima“ befeuert zu haben.

Die Kritik von Muzicant markiert einen neuen Tiefpunkt in den Beziehungen zwischen jüdischen Organisationen und der linkgerichteten Regierung in Madrid unter Premierminister Pedro Sánchez. Laut Muzicant habe sich die Situation für Juden in Spanien seit den Terrorangriffen der Hamas vom 7. Oktober 2023 massiv verschlechtert.


Schwere Vorwürfe gegen Regierungsmitglieder

Anlass für den aktuellen Appell sind jüngste Äußerungen aus dem spanischen Kabinett. Muzicant verwies explizit auf Transportminister Óscar Puente, der erklärt haben soll, die wahre Gefahr für Europa gehe nicht von iranischen Raketen, sondern von Israel aus. Solche Narrative würden laut Muzicant die Sicherheit jüdischer Bürger gefährden.

In seiner Aussendung zieht Muzicant einen drastischen historischen Vergleich: Ein derart feindseliges Klima habe es in Spanien „seit der Inquisition 1492“ nicht mehr gegeben.

Angst vor Terror und Kritik an Migrationspolitik

Neben der rhetorischen Ebene warnt der jüdische Repräsentant vor einer konkreten physischen Bedrohung. Er sieht die Gefahr von Terroranschlägen, die durch iranische Botschaften und Revolutionsgarden in ganz Europa orchestriert würden. In Spanien lebten jüdische Gemeinden derzeit in „größter Angst“.

Muzicant verknüpft seine Kritik zudem mit der spanischen Innenpolitik. Er kritisierte die Pläne von Premierminister Sánchez, den Aufenthaltsstatus für Hunderttausende illegale Migranten zu legalisieren. Dieses Verhalten der Regierung sei eine „Schande für Europa“.

Forderung nach EU-Eingreifen

Der Appell endet mit einem dringenden Ruf nach Brüssel. Muzicant hinterfragt das Schweigen der Europäischen Kommission und des Europäischen Parlaments angesichts der Entwicklungen in Madrid.


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