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Ein katholischer Blick auf das Videospiel ‚The Legend of Zelda: Ocarina of Time‘

vor 10 Stunden in Chronik, keine Lesermeinung
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Opfer, Erlösung, heilige Zeit, tugendhafter Kampf und der endgültige Sieg des Guten über das Böse sind wesentliche Elemente in ‚Ocarina of Time‘, die ihre Entsprechung in der katholischen Lehre haben, schreibt Mark Haas.


Ave Maria (kath.net/jg)
Kaum ein Videospiel hat eine ganze Generation so sehr begeistert wie „The Legend of Zelda: Ocarina of Time“. 1998 vom japanischen Spieleentwickler und Konsolenhersteller Nintendo veröffentlicht, gilt es bis heute als eines der besten Spiele aller Zeiten – mit der höchsten Metacritic-Wertung von 99/100. Doch hinter der genialen Spielmechanik, der mitreißenden Musik und der epischen Geschichte stecken Schichten von Symbolik, die erstaunlich nah an den tiefsten Wahrheiten des katholischen Glaubens heranreichen, schreibt Mark Haas in einem Artikel für ChurchPOP.

Im Zentrum von Ocarina of Time steht das Thema Zeit selbst. Die Hauptfigur Link reist mit dem Master-Schwert und dem Tempel der Zeit zwischen Kindheit und Erwachsenenalter hin und her. Seine Mission gelingt nur, weil er sich in einer nicht-linearen, sondern heiligen Zeit bewegt. Zeit wird hier zum Werkzeug der Erlösung, der Wiederherstellung und des Wachstums.

Das erinnert stark an das katholische Verständnis von Zeit, besonders im liturgischen Jahr. Die Kirche markiert die Zeit nicht einfach – sie heiligt sie. Advent, Weihnachten, Fastenzeit, Ostern und die Zeit im Jahreskreis sind keine willkürlichen Phasen, sondern Momente, in denen der Himmel in die irdische Zeit einbricht.

Link durchquert im Spiel sechs große Tempel – Wald-, Feuer-, Wasser-, Schatten-, Geister- und Lichttempel –, um das Böse zu besiegen und die Ordnung im fiktiven Königreich Hyrule wiederherzustellen. Diese Orte sind keine bloßen „Dungeons“ (meist labyrinthartige Raum- und Gängesysteme), sondern heilige Räume voller symbolischer Bedeutung. Jeder Tempel steht für einen elementaren und spirituellen Kampf, der Reinigung, Prüfung und letztlich Sieg bedeutet.


Ebenso sind katholische Kirchen mehr als nur Gebäude: Sie sind Tempel Gottes, Orte der Begegnung mit dem Göttlichen. Besonders der Tempel der Zeit, in dem das Master-Schwert ruht, strahlt eine feierliche, ehrfurchtsvolle Stille aus – ganz ähnlich wie ein katholischer Altarraum vor dem Allerheiligsten.

Die Triforce – bestehend aus Kraft, Weisheit und Mut – ist die mystische Quelle von Gleichgewicht und Harmonie in Hyrule. Wird sie missbraucht, folgt Zerstörung; im rechten Gleichgewicht bringt sie Frieden. Diese Dreifaltigkeit erinnert nicht nur an die christlichen Tugenden, sondern sogar an das Leben der Dreifaltigkeit selbst.

Manche Interpreten sehen darin eine Entsprechung zu den drei theologischen Tugenden: Glaube (Kraft), Hoffnung (Mut) und Liebe (Weisheit). In der katholischen Theologie ist die Harmonie zwischen den drei göttlichen Personen – Vater, Sohn und Heiliger Geist – der Kern von Heiligkeit und Erlösung.

Prinzessin Zelda ist die weise, demütige und opferbereite Begleiterin. Sie wirkt im Hintergrund, schützt und lenkt den Helden in entscheidenden Momenten, ohne je dominant oder aufdringlich zu sein. Ihre stille Macht erinnert stark an die Jungfrau Maria.

Zelda ist die „Magd des Königreichs“, die mit der göttlichen Gnade zusammenarbeitet, um die Erlösung zu ermöglichen. Ihre verborgene Identität, ihre Fürbitte und ihr letztes selbstloses Opfer spiegeln die marianische Theologie wider: Maria als Neue Eva, als Bundeslade und als Himmelskönigin.

Ganondorf, der große Antagonist, verkörpert die Korruption der Macht und den Willen zur totalen Herrschaft. Sein Fall und der Missbrauch der Triforce der Kraft erinnern an den Sturz Luzifers – des einst glorreichen Engels, der sich gegen Gott auflehnte und seinen eigenen Thron begehrte.

In der katholischen Lehre ist das Böse keine gleichwertige Macht wie das Gute, sondern lediglich eine Verzerrung davon. Ganondorf will nicht nur Macht – er will den Thron der Götter. Sein Verlangen nach Kontrolle und seine Ablehnung der Harmonie entsprechen dem „non serviam“ Satans: „Ich werde nicht dienen.“

An vielen Stellen muss Link sich reinigen – durch Wasser, Feuer oder Schatten –, bevor er weiterkommen kann. Besonders der Wasser-Tempel wirkt wie eine lebendige Taufe: verwirrend, demütigend und reinigend zugleich. Wer ihn verlässt, ist stärker und bereit für den nächsten Kampf.

Das entspricht den katholischen Sakramenten der Taufe und der Buße: Erst durch die Reinigung von Sünde und Selbstsucht können wir den guten Kampf kämpfen und geistliche Gaben empfangen. Die Verwandlung im katholischen Leben bedeutet immer ein Sterben für sich selbst – genau wie Link seine kindlichen Gewohnheiten hinter sich lassen muss, um seine Bestimmung zu erfüllen.

Die katholische Fantasie wird von Geschichten angezogen, die die tiefsten Wahrheiten des Evangeliums widerspiegeln: Opfer, Erlösung, heilige Zeit, tugendhafter Kampf und der endgültige Sieg des Guten über das Böse. „Ocarina of Time“ ist ein Märchen im wahrsten Sinne – es macht das Unsichtbare durch das Sichtbare sichtbar und das Ewige durch das Zeitliche erfahrbar.

Wer in die katholische Kirche eintritt, beginnt eine lebenslange Queste. Wie in jedem guten Abenteuer gilt auch hier: Nimm dein Schwert, stelle dich der Dunkelheit und kämpfe für den Himmel.

 

Bild KI-generiert

 


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