Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Bischof widerruft Erlaubnis, dass die Piusbruderschaft in Lourdes Sakramente spenden dürfen
  2. Nicht Bruch, sondern lebendige Tradition - Wider den Missbrauch der Liturgiereform
  3. Rom sollte in Deutschland endlich Bischöfe einsparen und Bistümer zusammenlegen!
  4. Die Krise des Bischofsamtes
  5. Deutschland: 2024 waren nur noch 43 % der Bestattungen christlich
  6. 'Was ich am Katholizismus schon immer toll fand...'
  7. Jedes Rosenkranzgebet sollte mit einer klaren Intention begonnen werden!
  8. Der vatikanische Synodalismus ist ein Anachronismus
  9. Vor Papstbesuch in Lourdes: Alle Rupnik-Mosaike werden dauerhaft verhüllt
  10. Biologische Eltern verklagen Leihmutter, weil diese Abtreibung verweigerte
  11. „Es gibt keinen notwendigen Widerspruch zwischen Synodalität und Tradition“
  12. Polnische Pfarre verlangt von Autofahrern Gebete als "Parkgebühr"
  13. Der Realismus der Barmherzigkeit
  14. Wer ist Jesus Christus für mich? Der Glaube als tägliche Entscheidung
  15. Priester berichtet von Befreiung christlicher Sklaven in Pakistan

Vatikan warnt bei UN-Konferenz vor Gewalt gegen Christen

9. März 2026 in Schweiz, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Erzbischof Balestrero in Genf bei Menschenrechtsrat: Jeder siebte Christ betroffen - Religionsfreiheit oftmals "eher Privileg statt Menschenrecht".


Genf (kath.net/ KAP) 
Auf das weltweite Ausmaß der Gewalt und Diskriminierung gegen Christen hat der Vatikan hingewiesen. Erzbischof Ettore Balestrero, ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, erinnerte am Mittwoch bei einer Konferenz des UN-Menschenrechtsrates in Genf daran, dass fast 400 Millionen Christen weltweit Verfolgung oder Gewalt erleben - das entspreche jedem siebten Christen. Fast 5.000 Menschen wurden 2025 allein wegen ihres Glaubens getötet, im Schnitt 13 pro Tag. "Diese Zahlen zeigen, dass Religionsfreiheit in vielen Kontexten eher als Privileg denn als fundamentales Menschenrecht betrachtet wird", warnte Balestrero. Die Getöteten seien "Zeugen ihres Glaubens", Märtyrer im ursprünglichen Sinne, deren Werte die Logik von Macht infrage stellten.
Balestrero betonte, dass Staaten verpflichtet seien, die Religionsfreiheit zu respektieren, zu schützen und zu fördern. Dazu gehöre auch, Gläubige vor Angriffen zu schützen, bevor, während und nach einer Attacke. Er warnte vor "höflicher Verfolgung" in Europa, etwa schleichender Ausgrenzung, rechtlichen Beschränkungen oder Diskriminierung im Bildungs- und Berufsleben. Zahlreiche Fälle seien auch aus Europa dokumentiert, darunter Strafverfahren gegen Menschen, die Bibelverse zitierten, oder gegen Eltern und Lehrer, die Kinder im Glauben unterrichten wollten. "Es sind ernste Menschenrechtsverletzungen, verübt von Behörden, die eigentlich den Schutz garantieren müssten. Dieser Widerspruch muss ein Ende haben", mahnte Balestrero.


Der Apostolische Nuntius erinnerte zudem an konkrete Bedrohungen durch Gesetzesinitiativen, wie etwa in Frankreich, wo christliche Krankenhäuser und Pflegeheime bei Einführung eines neuen Rechts auf Euthanasie gezwungen würden, Praktiken anzuwenden, die gegen ihre religiösen Grundsätze verstoßen. Die Weigerung könnte Geldstrafen, Gefängnis oder den Entzug öffentlicher Förderungen nach sich ziehen. "Viele Brüder und Schwestern tragen heute dasselbe Kreuz wie unser Herr, weil sie in schwierigen und feindseligen Kontexten Zeugnis für ihren Glauben ablegen", zitierte Balestrero Papst Leo XIV.
Der Vatikan-Diplomat schloss mit einer symbolischen Botschaft: Die Kreuzesform stehe für die menschliche Öffnung zur Transzendenz (vertikale Linie) und die Bindung untereinander (horizontale Linie). Angriffe auf Christen bedeuteten Angriffe auf beide Dimensionen: Die Beziehung zu Gott werde unterdrückt, die ethischen und sozialen Bindungen der Gemeinschaften zerfallen. "Ohne Religionsfreiheit, Gedankenfreiheit und Respekt für andere gibt es keinen Frieden", so Balestrero unter Berufung auf Papst Franziskus.

Bei der anschließenden Debatte bestätigten Experten, dass auch in Europa die Diskriminierung von Christen zunimmt, von Verboten öffentlicher Gebete bis zu rechtlichen Einschränkungen der kirchlichen Autonomie.
Die UN-Sonderberichterstatterin für Religionsfreiheit, Nazila Ghanea, unterstrich: "Christen stehen nicht allein und sollten nicht alleine gelassen werden." Angriffe gegen sie sollen als Angriffe auf die Menschenrechte verstanden werden. Opfern religiöser Verfolgung werde oft vielfache und sich überschneidende Gewalt angetan.
Auf Entwicklungen in Europa machte Anja Tang, Direktorin der in Wien beheimateten Beobachtungsstelle für Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen in Europa (OIDAC) aufmerksam. Antichristliche Vorfälle sowie rechtliche Einschränkungen der Religionsfreiheit nähmen zu, sagte sie. Tang verwies unter anderem auf den Mord an dem assyrischen Christen Aushur Sarnaya in Frankreich im Jahr 2024, der während eines Livestreams seines Glaubenszeugnisses getötet wurde. Zudem gebe es in mehreren europäischen Ländern Strafverfahren gegen Christen wegen Äußerungen zu religiösen oder moralischen Fragen. "Mehrere europäische Regierungen haben Einzelpersonen durch Strafverfahren ins Visier genommen, weil sie friedlich ihre religiösen Überzeugungen geäußert haben", erklärte Tang.

Neben der Analyse der Lage ging es auch um konkrete Hilfsmaßnahmen. Marie-Thérèse Pictet-Althann hob die humanitäre Arbeit des Souveränen Malteserordens hervor, der weltweit verfolgte christliche Gemeinschaften durch Krankenhäuser, Schulen und Hilfsprogramme unterstützt. Márk Aurél Érszegi stellte zudem das ungarische Regierungsprogramm "Hungary Helps" vor, das Hilfe direkt über Kirchen und lokale Partner an betroffene Gemeinden leitet.
Moderiert wurde die Veranstaltung von der ungarischen UN-Botschafterin Zsófia Havasi. Sie betonte zum Abschluss, der Einsatz für verfolgte Christen bedeute keine Bevorzugung einer bestimmten Gruppe, sondern stärke den universellen Schutz der Religionsfreiheit. Der Schutz dieses Grundrechts, so Havasi, sei eine Voraussetzung für friedliches Zusammenleben in pluralistischen Gesellschaften.

Copyright 2026 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

Foto: Kinderfoto von einem eingestürzten Wohnhaus in Aleppo, Archiv (C) Kirche in Not


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Stift Heiligenkreuz: Abt Maximilian Heim tritt zurück
  3. 'Was ich am Katholizismus schon immer toll fand...'
  4. Der vatikanische Synodalismus ist ein Anachronismus
  5. FEST MARIA KÖNIGIN - Einladung zur Gebets-Novene zur Muttergottes - 13. bis 21. August
  6. US-Bischof Coakley: 'Wir haben noch nicht das letzte Wort zu Traditionis custodes gehört'
  7. Vor Papstbesuch in Lourdes: Alle Rupnik-Mosaike werden dauerhaft verhüllt
  8. Jedes Rosenkranzgebet sollte mit einer klaren Intention begonnen werden!
  9. Kopf der hl. Agatha zum 900. Jubiläum der Reliquienrückkehr gekrönt
  10. Spanischer Priester hilft mehr als 1.200 Personen, einen Ehepartner zu finden
  11. Biologische Eltern verklagen Leihmutter, weil diese Abtreibung verweigerte
  12. Warnung vor Unterwanderung des Westens: ‚Hört auf, Feigheit mit Toleranz zu verwechseln‘
  13. Polen: Bei Ford-Werbung fehlt ein markantes Gipfelkreuz – Absicht oder Versehen?
  14. Warum die Erzdiözese Seoul so viele Priesterberufungen hat
  15. Erzbischof von Sydney kritisiert TV-Sender wegen einseitiger Berichterstattung zu Sterbehilfe

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz