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Kasachstan: Kritischer orthodoxer Geistlicher verhaftet

8. März 2026 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
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Offiziell wird Jakov Vorontsov Drogenbesitz vorgeworfen - Geistlicher für ablehnende Haltung zum Ukrainekrieg und für Initiative für unabhängige orthodoxe Kirche in Kasachstan bekannt.


Astana/Zürich (kath.net/ KAP) 
In Kasachstan ist der ehemalige Priestermönch Jakov Vorontsov verhaftet worden, wie der "Nachrichtendienst Östliche Kirchen" (NÖK) am Montag berichtete. Zudem wurde laut Bericht seine Wohnung von Sicherheitskräften durchsucht. Dem Geistlichen wird offiziell Drogenbesitz und das Aufbewahren von Drogen ohne Verkaufsabsicht vorgeworfen. Er bestreitet die Anschuldigungen kategorisch. Vorontsov ist für seine kritischen Ansichten hinsichtlich Russlands Krieg gegen die Ukraine bekannt. Deswegen war ihm von der Russischen Orthodoxen Kirche (ROK) zunächst der Dienst verboten und kurz darauf sein geistlicher Rang aberkannt worden. Seinen Dienst in der ROK hatte er schon kurz zuvor, im Juni 2023, beendet.
Gegen Vorontsov lief in Kasachstan während eineinhalb Jahren ein Strafverfahren wegen des Schürens von interkonfessionellem Hass, das im Mai 2025 eingestellt wurde, weil keine Straftat festgestellt werden konnte. Zuletzt hatte die ROK in Kasachstan aber Druck auf die Behörden ausgeübt, das Verfahren gegen Vorontsov wieder aufzunehmen.


Eine weiteres Anliegen Vorontsovs ist laut NÖK eine von der ROK unabhängige kasachische orthodoxe Kirche. Offenbar hatte er versucht, eine religiöse Gemeinschaft in Kasachstan registrieren zu lassen, was von den Behörden abgelehnt wurde. Im Februar akzeptierte ein administratives Gericht in Almaty seine Klage und Aufforderung, die Ablehnung der Registrierung als "illegal" anzuerkennen, zur Begutachtung. In seiner Klage ersucht Vorontsov das Gericht zudem, die Behörden zur Registrierung der Religionsgemeinschaft zu zwingen.
Der orthodoxe Theologe Cyril Hovorun hält es für denkbar, dass auch in Kasachstan eine parallele orthodoxe Jurisdiktion im Rahmen des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel gegründet wird. Allerdings bräuchte es dazu den Willen des Staats, was in Kasachstan im Gegensatz zu beispielsweise den baltischen Staaten nicht der Fall sei, so Hovorun.

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