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Keine Löffel mehr

25. März 2026 in Familie, 6 Lesermeinungen
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Warum die Ehe kein 50:50-Deal ist sondern ein Geschenk der Selbsthingabe, dem anderen zu dienen, ohne zu messen, was man dafür zurückbekommt.


New York (kath.net / pk) „Nach einer langen Arbeitswoche und einem Tag voller technischer Probleme war ich völlig erschöpft. Aber jetzt musste ich mich umstellen, denn am Nachmittag stand eine Geburtstagsparty im Kindergarten an und ein Geschenk musste noch schnell verpackt werden, während ich mit meiner 5-Jährigen darüber diskutierte, was sie zum Trampolinpark anziehen sollte …“

So beginnt Katie Prejean MacGrady einen Kommentar für das „National Catholic Register”, in dem sie sich mit der Verantwortung von Ehepartnern füreinander und für das bedingungslose Einstehen für den anderen auseinandersetzt.

Sie setzt fort: „Als sich ein nagender Kopfschmerz in meiner rechte Kopfhälfte breitmachte und unser mürrischer alter Hund aus der Waschküche zu bellen begann, kam mein Mann Tom nach seiner Arbeit mit einem breiten Grinsen im Gesicht nach Hause, das jedoch verschwand, als er seine erschöpfte Frau dort stehen sah. Er musste nicht viel fragen, nur zwei Worte: „Keine Löffel?“ -  „Keine Löffel“, murmelte ich zurück, während der Klebebandspender auffällig leer war, gerade als ich einen letzten Streifen Klebeband brauchte, um das zusätzliche LEGO-Set einzupacken, das ich für die Party aus dem Schrank geholt hatte.“


„Ohne ein Wort zu sagen, brachte mein Mann unsere 8-Jährige ins Hinterzimmer, damit sie ihr Gespräch fortsetzen konnte – und handelte dabei irgendwie ein anderes, weniger tülllastiges Outfit mit unserer 5-Jährigen aus. ,Wir sind in ein paar Stunden zurück‘, sagte Tom, als sie zur Tür hinausgingen. ,Ruh dich aus.‘ Ich hatte nie Zweifel daran, dass ich einen guten Mann geheiratet hatte. Dies bestätigte mich nur noch mehr darin, denn er wusste nach nur einem kurzen Blick und zwei einfachen Worten – ,keine Löffel‘ –, dass er einspringen und für eine Weile mehr Verantwortung übernehmen musste.“

Die „Löffeltheorie“ hätten sie aus den sozialen Medien gelernt, erzählt die Autorin. Sie wurde ursprünglich entwickelt als Hilfestellung für chronisch kranke Menschen und zielt darauf ab, seine Energie im Laufe eines Tages einzuteilen.  „Die Idee dahinter ist, dass jeder Mensch jeden Tag eine bestimmte Anzahl von „Löffeln“ hat, um Aktivitäten, Entscheidungen, Arbeit, Verantwortlichkeiten und das Leben im Allgemeinen zu bewältigen“, schreibt sie.

 „Man trifft Entscheidungen, diese oder jene Aufgabe zu erledigen, basierend auf der Anzahl der Löffel, die man hat, und wie viele Löffel dafür benötigt werden; und im Laufe eines Tages werden die Löffel aufgebraucht, manchmal aus eigener Entscheidung, manchmal aufgrund der Umstände. Wir fanden diese visuelle Idee hilfreich und begannen daher, die ,Löffel‘-Terminologie ganz beiläufig in unseren Alltag zu integrieren, anfangs fast scherzhaft. Geschirr spülen nach dem Abendessen: ein Löffel. Baden und Kinder fürs Bett fertigmachen: wahrscheinlich zwei oder drei Löffel…“

Mit diesem sehr lockeren Löffel-Bewertungssystem hätten sie in ihrer ehelichen Kommunikation einen  einfachen Code entwickelt: „Keine Löffel mehr übrig bedeutet, dass der andere Ehepartner einen Gang hochschalten muss – ohne Fragen zu stellen. Und wenn es passiert, dass Ihnen beiden gleichzeitig die Löffel ausgehen? Dann ist es Zeit für einen kompletten Neustart.“

Der Hintergrund für diese Methode ist entscheidend, erklärt die Autorin. „Wenn man mit jemandem ein Leben aufbaut – Raum und Zeit teilt, Ressourcen aufbaut und ein Zuhause schafft, Kinder bekommt und eine Familie gründet und letztendlich gemeinsam nach Heiligkeit strebt –, verpflichtet man sich zu einem Ansatz, bei dem man ,alles gibt, was man hat‘.“ .

„Wir sind dazu aufgerufen, uns voll und ganz auf die Ehe einzulassen und unseren Ehepartner als denjenigen zu sehen, dessen Heiligkeit, dessen Gesundheit und Glück, dessen Liebe zum Herrn oberste Priorität haben. Und wenn der Mensch, den Sie am meisten lieben und mit dem Sie alles teilen, nichts mehr zu geben hat, müssen Sie Ihre Löffel umso mehr für das Haus, das Zuhause und ihn einsetzen.

In einer Ehe, in der es keine „Punkteliste“ und „Halbe-halbe“-Aufteilungen gebe, erkenne man, „dass man, wenn man ganz und gar gibt, ohne die Kosten zu zählen, Opfer bringt, dient und den anderen rettet – und ihn von ganzem Herzen liebt, so wie Christus seine Kirche liebt“. Die Ehe sei keine „50:50-Angelegenheit“ sondern „eine 100:100-Einstellung“.

Es mag nicht bedeutend erscheinen, die Kinder zur Geburtstagsparty zu bringen und seiner Frau ein paar ruhige Minuten zu gönnen, um sich zu erholen, aber es sei „ein Geschenk der Selbsthingabe, dem anderen zu dienen, ohne zu messen, was man dafür zurückbekommt“, schließt MacGrady. „Denn in einer Ehe geht es nicht nur um ein Hin und Her, um Geben und Nehmen. Es geht einfach darum, mit dem Wunsch, voll und ganz zu lieben und zu dienen, zu geben und zu geben.“


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