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Bischof Varden bei Vatikan-Exerzitien: „Die Fastenzeit konfrontiert uns mit dem Wesentlichen“

23. Februar 2026 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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„Treue zu Christi Beispiel und Geboten ist das Kennzeichen christlicher Aufrichtigkeit.“


Vatikan (kath.net/pl) Die Fastenzeitexerzitien von Papst Leo und der Kurie haben am Sonntagabend mit der ersten Vesper begonnen. Auf persönliche Einladung von Papst Leo XIV. leitet die diesjährigen Meditationen Bischof Erik Varden OCSO, Prälat von Trondheim und Apostolischer Administrator von Tromsø sowie Präsident der Skandinavischen Bischofskonferenz. Bischof Varden veröffentlichte einen Ausschnitt aus seinem ersten Impuls zu diesen Exerzitien auf seinem Blog „Words on the Word“. 

kath.net dokumentiert diesen Ausschnitt vom 22. Februar 2026 in eigener Arbeitsübersetzung:

Die Fastenzeit konfrontiert uns mit dem Wesentlichen. Sie führt uns, materiell wie symbolisch, in einen Raum, der von Überflüssigem befreit ist. Dinge, die uns ablenken könnten, selbst an sich heilsame Dinge, werden für eine Zeit entfernt. Wir üben uns in der Enthaltsamkeit unserer Sinne.

Treue zu Christi Beispiel und Geboten ist das Kennzeichen christlicher Aufrichtigkeit. Das Ausmaß des Friedens, den wir verkörpern – jener Frieden, „den die Welt nicht geben kann“ – zeugt von Jesu beständiger Gegenwart in uns. Gerade jetzt, wo das Evangelium mitunter als Waffe in Kulturkämpfen missbraucht wird, müssen wir darauf bestehen.


Der Instrumentalisierung christlicher Sprache und Zeichen muss entgegengetreten werden, nicht nur durch verhaltene Empörung, sondern indem wir die Grundlagen authentischer geistlicher Auseinandersetzung lehren. Denn christlicher Frieden ist kein Versprechen von Bequemlichkeit; er ist die Voraussetzung für eine veränderte Gesellschaft.

Es ist angebracht, die Radikalität des christlichen Friedens zu betonen und uns und andere an die Wahrheit der Worte des heiligen Johannes Klimakos zu erinnern: „Nichts hindert die Gegenwart des Heiligen Geistes in uns so sehr wie der Zorn.“

Die Kirche durchdringt unser Fastenprogramm mit Frieden. Sie schmälert damit nicht ihren Aufruf zum Kampf gegen Laster und schädliche Leidenschaften – ihre Sprache ist „Ja, ja“, „Nein, nein“, nicht „manchmal dies“, „manchmal das“.

Stattdessen schenkt sie uns zu Beginn jedes Fastenmonats eine friedvolle Melodie als musikalische Untermalung: ein wunderschönes Traktat, das die Kirche seit über tausend Jahren am ersten Fastensonntag singt, um die Erzählung von Christi Versuchung in der Wüste einzuleiten.

Das Traktat vertont den Text von Psalm 90, „Qui habitat“. Dieses Werk melodischer Auslegung verdient Beachtung. Es ist nicht nur ein Relikt antiker Ästhetik, sondern trägt eine wichtige Botschaft in sich.

Der heilige Bernhard von Clairvaux nahm diese Botschaft aufmerksam auf. In der Fastenzeit des Jahres 1139 hielt er einen Zyklus von 17 Predigten über den „Qui habitat“ (Wo ist der Ort?), in denen er darüber nachdachte, was es bedeutet, aus Gnade zu leben, während wir das Böse bekämpfen, das Gute fördern, die Wahrheit verteidigen und dem Weg des Auszugs aus der Unfreiheit ins verheißene Land folgen, ohne dabei nach rechts oder links abzuweichen, und dabei friedvoll zu bleiben, im Bewusstsein, dass uns unter dem, was uns manchmal wie ein Drahtseilakt erscheint, „die ewigen Arme“ ruhen.

Er ruft uns zu einer liebevollen und klar denkenden Nachfolge auf.

Vergl. dazu auch den kath.net-Artikel: Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
Weitere kath.net-Artikel über Bischof Varden: siehe Link.
 


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