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Die Freiheit der Getauften und die Versuchung der Welt: die Epiphanie der Freiheit

vor 4 Stunden in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Leo XIV. in der Pfarrei Sacro Cuore di Gesù: die Fastenzeit als Rückkehr zur Wahrheit der Taufe und zur Entscheidung für Gott. Die Fastenzeit als Weg der Freiheit und der Beziehung zu Gott. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Am ersten Sonntag der Fastenzeit besuchte Papst Leo XIV. die Pfarrei Sacro Cuore di Gesù a Via Marsala und feierte dort die heilige Messe mit der Gemeinde, den Priestern und der Gemeinschaft der Salesianer: Bereits mit dem Ritus der Aschenauflegung habe die Kirche den Weg der Fastenzeit begonnen, der als eine Zeit verstanden wurde, in der „die Gelegenheit gegeben ist, den Reichtum unserer Taufe wiederzuentdecken, um als Geschöpfe zu leben, die durch die Inkarnation, den Tod und die Auferstehung Jesu vollständig erneuert sind“.

Die Schriftlesungen dieses Tages hätten den Blick auf die Taufe als Gabe gelenkt, die der Freiheit des Menschen begegne. Der Bericht aus dem Buch Genesis habe die Situation des Menschen als Geschöpf gezeigt, das nicht durch ein Verbot geprüft werde, sondern durch eine Möglichkeit: „die Möglichkeit einer Beziehung“. Der Mensch sei frei, „die Andersheit des Schöpfers zu erkennen und anzunehmen, der seinerseits die Andersheit der Geschöpfe erkennt und annimmt“. Die Versuchung habe darin bestanden, diese Beziehung zu zerstören, indem die Schlange „die Anmaßung eingibt, jede Differenz zwischen den Geschöpfen und dem Schöpfer aufheben zu können, indem sie den Mann und die Frau mit der Illusion verführt, wie Gott zu werden“. Dieses Bild der Genesis habe „ein unübertroffenes Meisterwerk dargestellt, das das Drama der Freiheit zeigt“.


Vor diesem Hintergrund habe das Evangelium die Frage gestellt, ob der Mensch seine Existenz in der Zustimmung zu Gott oder in der Abwendung von ihm erfüllen könne: „Kann ich mein Leben in Fülle verwirklichen, indem ich ‚Ja‘ zu Gott sage? Oder muss ich mich, um frei und glücklich zu sein, von ihm befreien?“ Die Versuchungen Christi hätten diese Frage aufgenommen und zur Offenbarung der Wahrheit des Menschen geführt. In Christus sei jene Wirklichkeit sichtbar geworden, von der das Zweite Vatikanische Konzil gesprochen habe: Im Geheimnis des fleischgewordenen Wortes finde das Geheimnis des Menschen wahres Licht (vgl. Gaudium et spes, 22). In der Ablehnung der Versuchung habe sich Christus als der neue Mensch gezeigt, „der freie Mensch, Epiphanie der Freiheit, die sich verwirklicht, indem sie ‚Ja‘ zu Gott sagt“.

Diese neue Menschheit habe ihren Ursprung in der Taufe. Daher sei die Fastenzeit eine Zeit, in der die Getauften aufgerufen seien, „die Gnade der Taufe wiederzuentdecken, als Quelle des Lebens, die in uns wohnt und die uns auf dynamische Weise begleitet, unter vollständigem Respekt unserer Freiheit“. Die Taufe nsei ein lebendiges Geschehen, dessen Wirkung nicht auf den Augenblick des Ritus beschränkt bleibe, sondern „eine Gnade ist, die das ganze Leben begleitet und unsere Nachfolge Christi trägt“. Zugleich hob der Papst den inneren Charakter dieser Gnade hervor, die den Menschen immer neu in Bewegung setze: „Die Gnade ist eine innere Stimme, die uns drängt, uns Christus anzugleichen, indem sie unsere Freiheit befreit, damit sie ihre Erfüllung in der Liebe zu Gott und zum Nächsten findet“.

Aus dieser Wirklichkeit sei der relationale Charakter der Taufe verständlich geworden, der zur Freundschaft mit Christus und zur Gemeinschaft mit dem Vater führe. Diese Beziehung befähige zur Nähe zu den anderen und offenbare eine Freiheit, die nicht im Streben nach Macht bestehe, sondern in der Hingabe. In diesem Zusammenhang rief Leo XIV. das Wort des Apostels Paulus in Erinnerung: »Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht männlich und weiblich; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus“ (Gal 3,28).

Der Papst erinnerte daran, dass Leo XIII. den heiligen Johannes Bosco gebeten hatte, an diesem Ort die Kirche zu errichten, und dass diese Entscheidung die Bedeutung dieses Ortes erkannt habe, der sich in der Nähe des Bahnhofs Termini und an einem Kreuzungspunkt der Stadt befinde. In der Begegnung mit der Gemeinde sei sichtbar geworden, dass diese Pfarrei „ein besonderes Zeichen der Nähe in den Herausforderungen dieses Gebietes“ darstelle. Die Wirklichkeit dieses Ortes sei durch die Anwesenheit vieler Menschen geprägt: Studenten, Pendler, Migranten auf der Suche nach Arbeit, junge Flüchtlinge, die in den Einrichtungen der Salesianer Aufnahme gefunden hätten, sowie Menschen ohne Wohnung, die in den Räumen der Caritas Unterstützung erhielten. In diesem Raum seien die Gegensätze der Gegenwart sichtbar geworden: „die Unbeschwertheit derer, die mit allen Annehmlichkeiten abreisen und ankommen, und jene, die kein Dach haben; die vielen Möglichkeiten des Guten und eine sich ausbreitende Gewalt. Der Wunsch, ehrlich zu arbeiten, und die illegalen Geschäfte der Drogen und der Prostitution“. Die Pfarrei sei aufgerufen, in dieser Wirklichkeit zu handeln und ihre Sendung zu erfüllen: „Eure Pfarrei ist gerufen, diese Wirklichkeiten anzunehmen, Sauerteig des Evangeliums im Teig dieses Gebietes zu sein, Zeichen der Nähe und der Liebe zu werden“. Der Dank galt den Salesianern für ihren Dienst, verbunden mit der Aufforderung, „hier weiterhin ein kleines Licht und ein Zeichen der Hoffnung zu sein“.

Am Ende richtete der Papst den Blick auf Maria, Hilfe auf dem Weg der Kirche, damit sie die Gläubigen stärke „im Moment der Versuchung und der Prüfung, damit wir die Freiheit und die Brüderlichkeit der Kinder Gottes vollständig leben“. In dieser Perspektive erschien die Fastenzeit als Zeit der Rückkehr zur Wahrheit der Taufe, in der die Freiheit des Menschen in der Beziehung zu Gott ihren Ursprung und ihre Erfüllung fand.

 


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