
Studie zur US-Spaltung: Nicht die Rechten, sondern die Linken rückten ab6. Februar 2026 in Chronik, 6 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Eine umfassende Datenanalyse der Universität Cambridge zeigt. Die Konservativen ihre Werte über Jahrzehnte weitgehend beibehalten. Die Progressiven sind massiv nach links gerückt. „Links-Rutsch“ gilt als Hauptursache für die tiefe Grabenbildung
Cambridge (kath.net) Eine neue, umfassende Datenanalyse der Universität Cambridge zeichnet ein überraschendes Bild der US-Gesellschaft: Während die Konservativen ihre Werte über Jahrzehnte weitgehend beibehalten haben, sind die Progressiven massiv nach links gerückt. Dieser „Links-Rutsch“ gilt als Hauptursache für die tiefe Grabenbildung, die das Land heute zerreißt – eine Spaltung, die nun durch rabiate Behördeneinsätze in Minnesota erneut eskaliert. Dies berichtet die "Welt".
Die am 4. Februar 2026 in der Fachzeitschrift Royal Society Open Science veröffentlichte Studie unter Leitung des Psychologen Dr. David Jack Young analysierte Umfragedaten von 1988 bis 2024. Das Ergebnis korrigiert das gängige Narrativ einer einseitigen Radikalisierung des rechten Randes. Die Forscher fanden heraus, dass sich der gesellschaftliche Grundkonsens in den USA ab dem Jahr 2008 – dem Jahr der Finanzkrise und der Wahl Barack Obamas – radikal auflöste. Die Untersuchung von 14 Kernthemen (von Familienwerten bis zur Gesundheitsvorsorge) zeigt eine konservative Stabilität. Konkret heißt dies, dass sich die Einstellungen der rechten Wählerschaft seit 1988 kaum verändert hat und diese noch immer weitgehend dieselben Positionen wie vor über 30 Jahren vertreten. Hingegen ist die linke Hälfte der Bevölkerung bei fast allen Themen drastisch nach links gerückt. In der Wahrnehmung der Gegenseite wirkt dies wie eine Radikalisierung hin zu einer „woken“ Politik. Interessant ist auch der internationale Vergleich. Bei 57 weiteren Staaten konnten die Forscher keine vergleichbare Polarisierung feststellen. Oft gibt es dort entweder einen klaren Meinungskonsens oder die Lager sind ungleich groß. In den USA hingegen stehen sich zwei annähernd gleich starke Blöcke gegenüber, die völlig den Kontakt zueinander verloren haben. 
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