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'Lasst uns unserer Familie beim Abwasch helfen!'

16. Jänner 2026 in Familie, 2 Lesermeinungen
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Die Kommunikation in einer Familie hat konkrete Folgen: Wenn das „ich“ durch „wir“ ersetzt wird, stärkt das Verantwortung und Zugehörigkeit - BeneDicta am Freitag von Petra Knapp-Biermeier


Wien (kath.net / pk) „Kannst du den Müll rausbringen?“ – „Kannst du dich heute Abend um die Hausaufgaben der Kinder kümmern?“ – „Kannst du mit dem Hund Gassi gehen?“ Familiäre Kommunikation klingt für Außenstehende oft sehr einseitig. Es zeichnete sich ein bestimmtes sprachliches Muster ab, wie Fragen formuliert werden.

Und es ist diese Formulierung, die irgendwann zu nerven beginnt, weil die unzähligen Aufgaben, die es in einer Familie zu bewältigen gibt, wie Ping-Pong-Bälle hin- und her gespielt werden. Oft werden dann die Punkte gezählt, die gemacht werden, und es wird bewertet, wer wieviel erledigt hat, und wer im Hintertreffen ist.

Das Problem bei dieser Sache sind nicht die Aufgaben, sondern das Problem und eine mögliche Lösung liegen in einer veränderten Grammatik, schreibt Daniel Esparza in einem Beitrag auf „Aleteia“. „Viele Dinge, von denen wir sagen, dass wir sie für den Ehepartner tun, sind in Wirklichkeit Dinge, die wir für die Familie tun.“


„Es sind keine Gefälligkeiten, die wir in einer Ehe-Bank einzahlen und später einlösen können. Es sind gemeinsame Aufgaben in einem Haushalt, die beiden Ehepartnern gleichermaßen obliegen.“ Es seien nicht die Bedürfnisse des einzelnen Partners, sondern jene der Familie.

„Diese Umdeutung ist wichtig, besonders in der Weihnachtszeit, wenn Stress dazu neigt, die kleinen Risse in einer Beziehung aufzudecken. Dies ist der Monat, in dem sich die Erwartungen vervielfachen: Geschenke, Essen, Reisen, Gastfreundschaft, Schulkonzerte, Gemeindeveranstaltungen. Paare, die normalerweise harmonisch zusammenleben, können sich dabei ertappen, wie sie heimlich Punkte sammeln – wer mehr tut, wer erschöpfter ist, wer übersehen wird.“

Um diese Art von „Ökonomie“ neu zu definieren, könnte man damit beginnen, das richtige Pronomen zu wählen. Der Ehemann könnte auf die Bitte nach Hilfe die Frage formulieren „Was kann ich für uns tun?“. Dies sei nicht eine „clevere Antwort, sondern eine aufrichtige Anerkennung, dass das Leben im Haushalt ein gemeinsames Leben ist“.

„Das signalisiert Partnerschaft, nicht Leistung (oder das Sammeln von Verdiensten im Haushalt). Es löst die Vorstellung auf, dass ein Ehepartner als freiwilliger Gast in den Bereich des anderen eintritt.“ Philosophen haben immer darauf hingewiesen, dass Sprache die Vorstellungskraft prägt und diese wiederum Beziehungen prägt.

Für Katholiken steht diese Veränderung in engem Einklang mit dem Verständnis der Kirche von der Ehe als einer Gemeinschaft von Personen – einer Partnerschaft, die auf das Wohl beider Ehepartner und der ihnen anvertrauten Kinder ausgerichtet ist. Wenn ein Zuhause zu „unserer Arbeit“ statt zu „deiner Arbeit“ oder „meiner Arbeit“ wird, werden die täglichen Aufgaben zu etwas Reichhaltigerem: dem kontinuierlichen Aufbau einer Familienkultur.

Auch den Kindern werde eine wichtige Wahrheit vermittelt. Wenn sie hören: „Lasst uns unserer Familie beim Abwasch helfen” statt „Lasst uns Mama helfen”, lernen sie, dass Verantwortung keine Last ist und Fürsorge kein Gefallen, sondern ein Ausdruck von Zugehörigkeit.

Die Sprache in deinem Zuhause kann sich ändern: Tausche das „Du“ und „Ich“ gegen ein „Wir“ aus, das die Realität besser widerspiegelt. Dies kann den Ton der Arbeit und die Einstellung, mit der sie erledigt wird, verändern. Nicht durch perfekte Koordination, sondern durch die Erkenntnis, dass alles, vom Putzen der Küchenarbeitsplatte bis zum Anzünden des Adventkranzes, etwas ist, das wir gemeinsam tun.


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