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Es steht viel auf dem Spiel

13. Dezember 2025 in Buchtipp, keine Lesermeinung
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Leseprobe aus dem neuen Buch "Katholiken im Exil" der Bestsellerautoren Scott Hahn und Brandon McGinley- Leseprobe 2


Linz (kath.net)

Noch haben wir es nicht mit derart extremen Formen der Ausgrenzung zu tun, wie die frühen Christen sie erleben mussten, doch wir sollten uns Folgendes fragen: Könnte ein Beobachter über die heutigen Katholiken dasselbe sagen? Strahlen wir Frieden, Gottvertrauen und eine Hoffnung auf Seelenheil aus, die stärker sind als alle weltlichen Sorgen? Oder ahmen wir allzu oft nicht nur die Sitten, sondern auch die Verhaltensweisen, Ängste und Laster unserer Umgebung nach? Haben wir uns als Christen darauf vorbereitet, dass die Welt nicht nur für uns, sondern für alle wirklich schlechter werden wird, oder warten wir wie alle anderen nur darauf, uns von der Geschichte und von unseren Ängsten hierhin und dorthin treiben zu lassen?

In der nachkonziliaren Kirche gibt es einen Gemeinplatz: dass wir „die Zeichen der Zeit lesen“ müssen. Nun denn, die Zeichen sind deutlich genug: Bequemlichkeit ist für den Christen nicht mehr zeitgemäß. Die Dinge leicht zu nehmen ist nicht mehr zeitgemäß. Politischer und kultureller Optimismus ist nicht mehr zeitgemäß. Was aber ist zeitgemäß? Bei den Nichtglaubenden Angst und Wut und Verzweiflung. Und bei den Christen, nun: für den Anfang vielleicht die erfrischende Erkenntnis, dass wir noch nie dafür bestimmt waren, es hier auf Erden bequem zu haben.


Es steht viel auf dem Spiel. Es geht um die Zukunft der frohbotschaftlichen Verkündigung in der westlichen Welt. Wir müssen unser irdisches Leben schon jetzt als eine proleptische Pilgerreise begreifen, denn sonst werden wir nicht bereit sein, wenn die Zeiten rauer und rauer werden. Doch vielleicht ist die Kirche selbst das anschaulichste Bild dieser Realität von Prolepsis und Pilgerschaft.

Im dritten eucharistischen Hochgebet spricht der Priester: „Beschütze deine Kirche auf ihrem Weg durch die Zeit und stärke sie im Glauben und in der Liebe: deinen Diener, unseren Papst N., unseren Bischof N. und die Gemeinschaft der Bischöfe, unsere Priester und Diakone, alle, die zum Dienst in der Kirche bestellt sind, und das ganze Volk deiner Erlösten.“ Das ist ein seltsames Bild, denn wir sind es gewohnt, uns die Kirche als durch und durch solide, als einen alterslosen Fels vorzustellen, dem die erosive Kraft von Wind, Wasser und Zeit nichts anhaben kann. Und in gewisser Hinsicht stimmt das natürlich auch. Doch es stimmt auch, dass die Kirche immer und unerbittlich unterwegs ist.

Fakt ist nämlich, dass die Kirche sich im Hinblick auf ihr Ziel – die Erfüllung dessen, was Christus für sie will – immer entweder vorwärts oder rückwärts bewegt. Als Christi Braut und Leib hat die Kirche eine dauernde Beziehung zu ihm, und diese Beziehung hat Bestand, ganz gleich, was irgendjemand hier auf Erden sagt oder tut. Doch als Gottes Volk kommt sie wie jede Gemeinschaft auf ihrem Weg zur Heiligkeit entweder voran oder fällt zurück.

Gleichzeitig aber ist sie das Mittel unserer Heiligung. Damit ist die Kirche das perfekte Beispiel für den proleptischen Charakter des christlichen Lebens: Durch die Sakramente – insbesondere das Hochzeitsmahl des Lammes, die Eucharistie – vergegenwärtigt sie uns ebenjene Wirklichkeit, zu der sie uns hinführen will.

Doch das ist noch nicht alles: Die Kirche besteht obendrein selbst, in ihrem eigentlichen Wesen, aus Angehörigen des Himmelreichs. Wir sprechen hier von drei Aspekten der Kirche: der streitenden Kirche, die hier auf Erden als Pilgerin unterwegs ist („streitend“ verweist auch auf beständige Bereitschaft und Bewegung); der leidenden Kirche, also den Seelen im Fegefeuer; und der triumphierenden Kirche, d. h. den Heiligen und den Engeln, die schon jetzt die ewige Seligkeit genießen. Diese triumphierende Kirche steht uns durch die Liturgie und das persönliche Gebet auf unserer irdischen Pilgerreise immer und unverbrüchlich offen.

Folglich haben wir als Katholiken einen privilegierten Zugang zu unserer wahren Heimat. Jede Messe, jede Taufe, jeder Rosenkranz, jedes kleine Gebet zu unserem Lieblingsheiligen ist ein Akt der Prolepsis, der ein Stück Himmel auf die Erde holt. All diese Handlungen ermutigen uns und unsere Mitpilger und erinnern uns an die zweifache Realität, dass wir im Exil und doch immer zu Hause sind; dass wir hier unten Arbeit zu erledigen und gleichzeitig einen himmlischen Auftrag zu erfüllen haben.

kath.net Buchtipp
Katholiken im Exil
Bestsellerautoren Scott Hahn und Brandon McGinley
Media Maria Verlag,
208 Seiten
ISBN: 9783911850018
Preis: 21 Euro


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