Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die nächste Reform ist immer die beste aller Zeiten
  2. Vertrauenskrise in der Kirche
  3. „Puff für alle“: Entsetztes Kopfschütteln über Sexualkunde-Aufgabe an katholisch geprägtem Gymnasium
  4. Vatikan korrigiert argentinische Bischöfe: Gläubige dürfen kniend und auf die Zunge kommunizieren
  5. Bischöfe und ZdK wollen die AfD ausgrenzen, der Papst empfängt einen AfD-Bundestagsabgeordneten
  6. 'Gut' gebrüllt, Löwe?
  7. Kardinal Eijk: Synodenbericht der Arbeitsgruppe 9 muss zurückgewiesen werden
  8. „Ut unum sint“ - Wahrheit, Tradition und sichtbare Communio
  9. Sacrosanctum Concilium: Die Liturgie und das Geheimnis Christi
  10. „Kann der Westen ohne das Christentum überleben?“
  11. „Leo macht Schluss mit ‚Doppelstandards‘: Warum der deutsche Synodale Weg ins Stocken gerät“
  12. „So wie Volker Beck geht es mir auch mit ganz vielen Predigten und kirchlichen Verlautbarungen“
  13. Rom und die orientalisch-orthodoxen Kirchen seit Fiducia supplicans
  14. Vatikan veröffentlicht die Leitlinien für den Umsetzungsweg der Synode über die Synodalität
  15. Synodenbericht der Arbeitsgruppe 9 ‚beunruhigend‘ und ‚verblüffend‘

Das Feuer Christi und die Entscheidung des Herzens. Hoffen heißt Stellung beziehen

22. November 2025 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Leo XIV.: Erinnerung, Verantwortung und die Haltung, die das Evangelium fordert. Die Bedeutung der Haltung vor Gott und den Menschen. Die Gestalt von Dorothy Day. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Bei der Jubiläumsaudienz am Samstag sprach Papst Leo XIV. über Herkunft, Entscheidung und Verantwortung im Glauben: „Hoffen bedeutet, Stellung zu beziehen“. Zu Beginn erinnerte er die Anwesenden an den Ursprung jedes Pilgerweges: „Für viele von euch ist es heute in Rom zu sein die Erfüllung eines großen Wunsches. Für jemanden, der eine Pilgerreise lebt und das Ziel erreicht, ist es wichtig, den Moment der Entscheidung in Erinnerung zu behalten. Etwas hat sich zu Beginn in euch bewegt, vielleicht dank des Wortes oder der Einladung eines anderen. So hat der Herr selbst euch an die Hand genommen: ein Wunsch und dann eine Entscheidung. Ohne dies wärt ihr nicht hier. Es ist wichtig, daran zu erinnern“.

Der Papst verband diese Erinnerung mit einem Wort Jesu aus dem Lukasevangelium: „Und wichtig ist auch das, was wir soeben im Evangelium gehört haben: Jedem, dem viel gegeben wurde, wird viel verlangt. Und wem viel anvertraut wurde, von dem wird umso mehr gefordert werden. Jesus sagt dies zu den Jüngern, die ihm am nächsten waren, zu denen, die mehr mit ihm zusammen waren. Und auch wir haben viel empfangen von dem Weg, den wir bis hierhin gegangen sind, wir sind mit Jesus und mit der Kirche gewesen und, auch wenn die Kirche eine Gemeinschaft mit menschlichen Grenzen ist, haben wir viel empfangen. Daher erwartet Jesus viel von uns. Es ist ein Zeichen des Vertrauens, der Freundschaft. Er erwartet viel, weil er uns kennt und weiß, dass wir es können“.


Anschließend ging Leo XIV. auf das Bild des Feuers ein. „Jesus ist gekommen, um das Feuer zu bringen: das Feuer der Liebe Gottes auf die Erde und das Feuer des Wunsches in unseren Herzen. In gewisser Weise nimmt Jesus uns den Frieden, wenn wir den Frieden als eine träge Ruhe verstehen. Dies ist jedoch nicht der wahre Frieden. Manchmal möchten wir in Ruhe gelassen werden: dass niemand uns stört, dass die anderen nicht mehr existieren. Das ist nicht der Friede Gottes. Der Friede, den Jesus bringt, ist wie ein Feuer und verlangt viel von uns. Er verlangt vor allem, Stellung zu beziehen“. Die Forderung Jesu bezog der Papst besonders auf Situationen, in denen Menschen bedroht oder ausgeschlossen sind: „Gegenüber Ungerechtigkeiten, Ungleichheiten, wo die menschliche Würde mit Füßen getreten wird, wo den Schwachen das Wort genommen wird: Stellung beziehen. Hoffen heißt Stellung beziehen. Hoffen heißt im Herzen verstehen und in den Taten zeigen, dass die Dinge nicht weitergehen müssen wie zuvor. Auch dies ist das gute Feuer des Evangeliums“.

Im weiteren Verlauf erinnerte Papst Leo XIV. besonders an die US-amerikanische Katholikin Dorothy Day: „Ich möchte an eine kleine große amerikanische Frau erinnern, Dorothy Day, die im vergangenen Jahrhundert gelebt hat. Sie hatte das Feuer in sich. Dorothy Day hat Stellung bezogen. Sie sah, dass das Entwicklungsmodell ihres Landes nicht für alle die gleichen Möglichkeiten schuf, sie verstand, dass der Traum für viele ein Albtraum war, dass sie sich als Christin mit den Arbeitern, den Migranten, mit denen, die von einer Wirtschaft, die tötet, beiseitegeschoben wurden, verbinden musste. Sie schrieb und sie diente: es ist wichtig, Geist, Herz und Hände zu verbinden. Dies ist Stellung beziehen“. Der Papst hob ihre Verbindung von Denken und Handeln hervor: „Sie schrieb als Journalistin, das heißt, sie dachte und ließ denken. Schreiben ist wichtig. Und auch Lesen, heute mehr denn je. Und dann diente Dorothy Mahlzeiten, gab Kleider, kleidete und ernährte sich wie jene, denen sie diente: sie verband Geist, Herz und Hände. Auf diese Weise heißt Hoffen Stellung beziehen“.  Ihr Engagement wurde zu einem Ausgangspunkt für viele: „Dorothy Day hat Tausende von Personen einbezogen. Sie eröffneten Häuser in vielen Städten, in vielen Vierteln: keine großen Dienstleistungszentren, sondern Punkte der Nächstenliebe und der Gerechtigkeit, an denen man sich beim Namen ruft, einander einzeln kennt und die Empörung in Gemeinschaft und in Handlung verwandelt. So sind Friedensarbeiter: sie beziehen Stellung und tragen die Folgen, aber sie gehen weiter. Hoffen heißt Stellung beziehen, wie Jesus, mit Jesus“.

Zum Abschluss richtete der Papst den Blick auf das Heilige Jahr: „Jesu Feuer ist unser Feuer. Möge das Jubiläum es in uns und in der ganzen Kirche neu entfachen!“.

Die Pilger un Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Liebe Brüder und Schwestern deutscher Sprache, damit wir stets mutige Zeugen der Hoffnung sein können, wollen wir beten: Komm Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen undentzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe!

Foto (c) Vatican Media

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE CHANCE - SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. „Leo macht Schluss mit ‚Doppelstandards‘: Warum der deutsche Synodale Weg ins Stocken gerät“
  3. „Kann der Westen ohne das Christentum überleben?“
  4. Bischöfe und ZdK wollen die AfD ausgrenzen, der Papst empfängt einen AfD-Bundestagsabgeordneten
  5. „Puff für alle“: Entsetztes Kopfschütteln über Sexualkunde-Aufgabe an katholisch geprägtem Gymnasium
  6. Die nächste Reform ist immer die beste aller Zeiten
  7. „So wie Volker Beck geht es mir auch mit ganz vielen Predigten und kirchlichen Verlautbarungen“
  8. Vertrauenskrise in der Kirche
  9. Vatikan korrigiert argentinische Bischöfe: Gläubige dürfen kniend und auf die Zunge kommunizieren
  10. Proteste gegen Auftritt von Kardinal Marx
  11. Kardinal Eijk: Synodenbericht der Arbeitsgruppe 9 muss zurückgewiesen werden
  12. 'Gut' gebrüllt, Löwe?
  13. Komm, o Geist der Heiligkeit! Aus des Himmels Herrlichkeit!
  14. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  15. Warum die deutsche „Demokratie-Kirche“ keine Zukunft hat

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz