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Wird der Menschensohn den Glauben finden? Der Glaube, der bleibt. Die neuen Heiligen der Hoffnung

19. Oktober 2025 in Aktuelles, 6 Lesermeinungen
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Leo XIV.: die Erneuerung des Glaubens durch das unermüdliche Gebet auf. Wie die neuen Heiligen den Glauben in der Welt bewahrt haben. Von Armenien bis Venezuela: Sieben Lebensgeschichten als Antwort auf die Frage Christi. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Am 29. Sonntag im Jahreskreis feierte Papst Leo XIV. auf dem Petersplatz zusammen mit rund 60.000 Gläubigen die Heilige Messe mit der Heiligsprechung von sieben neuen Zeugen Christi: Ignazio Choukrallah Maloyan, Peter To Rot, Vincenza Maria Poloni, Maria del Monte Carmelo Rendiles Martínez, Maria Troncatti, José Gregorio Hernández Cisneros und Bartolo Longo.

Ausgehend von der Frage des Herrn im Lukasevangelium - „Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, den Glauben auf der Erde finden?“ (Lk 18,8) - entfaltete der Papst eine Meditation über den Glauben als Band zwischen Gott und den Menschen und als inneres Prinzip aller wahren Heiligkeit: „Diese Frage offenbart uns, was in den Augen des Herrn am kostbarsten ist: der Glaube, also das Band der Liebe zwischen Gott und den Menschen. Eben heute haben wir sieben Zeugen vor uns, die neuen Heiligen, die mit Gottes Gnade das Licht des Glaubens am Brennen gehalten haben, ja selbst zu Leuchten geworden sind, die das Licht Christi weiterverbreiten können“.

Leo XIV. stellte den Glauben in den Mittelpunkt seiner Predigt, dies nicht als Gegensatz zu menschlicher Kultur und Wissenschaft, sondern als deren lebendige Grundlage: „Der Glaube steht nicht über den großen materiellen und kulturellen, wissenschaftlichen und künstlerischen Gütern, weil diese etwa zu verachten wären, sondern weil sie ohne den Glauben an Bedeutung verlieren. Die Beziehung zu Gott ist von höchster Bedeutung, weil er am Anfang der Zeiten alles aus dem Nichts erschaffen hat und er alles vor dem Nichts rettet, was in der Zeit sein Ende findet“. In eindringlichen Worten beschrieb der Papst, was eine Welt ohne Glauben wäre: eine Welt, „voll von vaterlosen Kindern, das heißt voll von Geschöpfen ohne Erlösung“. So wird Jesu Frage nach dem Glauben zur Prüfung unserer Hoffnung: „Was würde passieren, wenn dieser aus der Welt verschwände?“. Ohne Glauben, so der Papst, verlöre die Freiheit ihren Sinn, und die Hoffnung auf das Leben würde „ins Leere laufen“.


Der Glaube, so Leo XIV., sei nicht abstrakt, sondern atme im Gebet. Darum fordere Jesus seine Jünger auf, „allezeit zu beten und darin nicht nachzulassen“ (Lk 18,1): „So wie wir nicht müde werden zu atmen, sollen wir auch nicht müde werden zu beten! So wie das Atmen den Körper am Leben erhält, so hält das Gebet die Seele am Leben: Der Glaube äußert sich nämlich im Gebet, und echtes Gebet lebt vom Glauben“. In diesem Zusammenhang verwies der Papst auf das Gleichnis von der bittenden Witwe (Lk 18,1–8), deren Ausdauer den ungerechten Richter schließlich zum Handeln bewegt.

Die Hartnäckigkeit der Frau, so Leo XIV., sei „ein schönes Beispiel der Hoffnung“, aber sie führe auch zu einer provokativen Frage: „Sollte Gott, der gute Vater, seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, nicht zu ihrem Recht verhelfen? (Lk 18,7). Diese Frage richte sich das Gewissen jedes Gläubigen: „Der Herr fragt uns, ob wir glauben, dass Gott allen ein gerechter Richter ist. Der Sohn fragt uns, ob wir glauben, dass der Vater immer unser Wohl und das Heil eines jeden Menschen will.“

Leo XIV. benannte zwei Grundversuchungen, die den Glauben bedrohen. Zum einen die Versuchung, angesichts des Bösen zu verzweifeln und zu meinen, Gott höre die Klagen der Leidenden nicht. Zum anderen die Versuchung, Gott vorzuschreiben, wie er handeln solle: „An die Stelle des Gebets tritt dann eine gebieterische Haltung Gott gegenüber, die ihn darüber belehren möchte, wie man gerecht und effektiv ist“. Von beiden Versuchungen befreie Christus, der „vollkommene Zeuge kindlichen Vertrauens“. In Anlehnung an die Passion Jesu sagte der Papst: „Er ist der Unschuldige, der insbesondere während seiner Passion so betet: ‚Vater, dein Wille geschehe‘ (vgl. Lk 22,42). […] Jesus vertraut sich als Sohn dem Vater an, was auch immer geschieht.“

Im Herzen der Predigt stand die  Aussage: Gottes Gerechtigkeit offenbare sich am Kreuz, als Vergebung: „Das Kreuz Christi offenbart die Gerechtigkeit Gottes. Und Gottes Gerechtigkeit ist Vergebung: Er sieht das Böse und erlöst es, indem er es auf sich nimmt. Wenn Schmerz und Gewalt, Hass und Krieg uns ans Kreuz bringen, dann ist Christus bereits dort, am Kreuz für uns und mit uns. Es gibt kein Weinen, das Gott nicht tröstet. Es gibt keine Träne, die seinem Herzen fern ist“. Damit wurde die Heiligsprechung in einen universalen Horizont gestellt: Die neuen Heiligen sind nicht Triumphgestalten, sondern Teilhabe am Kreuz, Menschen, die durch ihr Leiden und ihr Vertrauen die Barmherzigkeit Gottes bezeugen: „Das Kreuz Christi offenbart die Gerechtigkeit Gottes. Und Gottes Gerechtigkeit ist Vergebung: Er sieht das Böse und erlöst es, indem er es auf sich nimmt. Wenn Schmerz und Gewalt, Hass und Krieg uns ans Kreuz bringen, dann ist Christus bereits dort, am Kreuz für uns und mit uns. Es gibt kein Weinen, das Gott nicht tröstet; es gibt keine Träne, die seinem Herzen fern ist. Der Herr hört uns, er nimmt uns so an, wie wir sind, um uns nach seiner Art zu verwandeln. Wer hingegen Gottes Barmherzigkeit ablehnt, der bleibt unfähig zur Barmherzigkeit seinem Nächsten gegenüber. Wer den Frieden nicht als Geschenk annimmt, wird den Frieden nicht weitergeben können“.

Wir verstünden jetzt, „dass die Fragen Jesu eine eindringliche Einladung zur Hoffnung und zum Handeln sind: Wenn der Menschensohn kommt, wird er dann den Glauben an Gottes Vorsehung finden? Es ist in der Tat dieser Glaube, der unser Engagement für die Gerechtigkeit trägt, gerade weil wir glauben, dass Gott die Welt durch Liebe rettet und uns von Fatalismus befreit“. Der Papst deutete die sieben neuen Heiligen als „Zeugen der Liebe des Vaters“, die den Glauben „glaubwürdig“ gemacht haben, Menschen, die keine Helden oder Verfechter irgendeines Ideals sind, sondern als Freunde Christi: „Sie sind keine Helden oder Verfechter irgendeines Ideals, sondern glaubwürdige Männer und Frauen“. Leo XIV.  erinnerte an ihre je eigene Berufung: Ignazio Choukrallah Maloyan und Peter To Rot - Märtyrer für den Glauben. Maria Troncatti - Missionarin und Verkünderin des Evangeliums. Vincenza Maria Poloni und Maria del Monte Carmelo Rendiles Martínez - charismatische Gründerinnen. Bartolo Longo und José Gregorio Hernández Cisneros - Wohltäter der Menschheit. Diese neuen Heiligen, so der Papst, bezeugen, dass der Glaube „auf Erden die Hoffnung auf den Himmel“ trägt: „Mögen sie uns mit ihrer Fürsprache in unseren Prüfungen beistehen, und möge ihr Beispiel uns in unserer gemeinsamen Berufung zur Heiligkeit inspirieren. Da wir Pilger auf dem Weg zu diesem Ziel sind, lasst uns unermüdlich beten und fest stehen in dem, was wir gelernt haben und sicher glauben (vgl. 2 Tim 3,14)“.

Mit dieser Feier verband Papst Leo XIV. nicht nur die Freude der Kirche über sieben neue Heilige, sondern einen Aufruf, der jeden Gläubigen betrifft: Der Glaube muss in der Welt lebendig bleiben: im Gebet, in der Hoffnung, in der Barmherzigkeit. Denn: „So trägt der Glaube auf Erden die Hoffnung auf den Himmel“.

 


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