Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Neue Fantasien über das Weiheamt für Frauen?
  2. Peinlich - Deutsche Protestanten glauben mehrheitlich nicht an den dreieinigen Gott
  3. Botschaft von Papst Leo zum 10. Jahrestag des nachsynodalen Apostolischen Schreibens Amoris Laetitia
  4. Leo XIV. möchte bei "Alter Messe" "konkrete und großzügige Lösungen"
  5. "Vaccine Amen"
  6. 'Erzieherischer Unterton': Harald Schmidt rechnet mit Tagesthemen und Heute Journal ab
  7. Katholische US-Historikerin Bronwen McShea schreibt über „die Frauen, die der Vatikan vergaß“
  8. Panik in Magdeburg
  9. Dienst, Ordnung, Sendung: Die hierarchische Gestalt der Kirche
  10. Maria – Marta – Lazarus: Christus, der Freund des Lebens
  11. Kardinal Woelki und Bischof Oster ermutigen Münchner Lebensschützer mit kraftvollen Grußworten
  12. "Ein Vorbild für Väter und Ehemänner" - US-Präsident veröffentlicht Würdigung des Heiligen Josef
  13. DBK kritisiert ZDF-Kinderformat „Logo“ wegen Christentum-Beitrag
  14. Zwischen Gebetswort und politischem Urteil. Der Friede und die Ordnung
  15. Belgischer öffentlich-rechtlicher Sender lässt Moderatoren Marien- und Jesus-Statuen zertrümmern!

Brückenbauer im Dienst des Evangeliums: Papst Leo XIV. an die neuen Bischöfe

12. September 2025 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Nähe zum Herrn, Mut zur Wahrheit, Verantwortung für die Menschen: Der Papst über die Herausforderungen des bischöflichen Dienstes in unserer Zeit. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Am 11. September empfing Papst Leo XIV. die im letzten  Jahr neuernannten Bischöfe in der Synodenaula. Nach seiner intensiven Ansprache beschäftigte sich der Papst vor und mit den Bischöfen mit die zentralen Herausforderungen ihres Amtes. Mit klaren Worten ermutigte er die neuen Hirten, ihre Berufung in Demut, Vertrauen und beständiger Hinwendung zu Christus zu leben.

Der Papst begann mit der Erinnerung an die inneren Regungen, die viele zu Beginn ihres Dienstes bewegen: Ängste, das Gefühl der Unzulänglichkeit, unterbrochene Lebenspläne. All dies, so Leo XIV., müsse seinen Ort im Gebet finden. „Bleibt nahe beim Herrn, bewahrt euch die Zeit des Gebets, lebt aus der unbedingten Zuversicht auf den Heiligen Geist“, betonte er. Ein besonderer Akzent lag auf der Verbindung von Erfahrung und Weite. Was ein Bischof in seiner Heimatdiözese an pastoraler und menschlicher Erfahrung gesammelt hat, soll fruchtbar werden in der universalen Dimension des neuen Amtes. Der Papst hob hervor, dass es nicht genüge, sich auf einmal Gelernte zu stützen: „Es reichen nicht die Antworten, die man vor 25 Jahren im Seminar gehört hat“. Vielmehr gehe es darum, sich den Fragen der Menschen von heute zu stellen, Fragen nach dem Sinn des Lebens, nach dem Bösen in der Welt, und dabei Zeugen zu sein, nicht nur Vortragende.


Mit Nachdruck rief Leo XIV. die Bischöfe dazu auf, nicht zu resignieren, sondern „beharrliche Jünger“ zu sein, die erste Schwierigkeiten nicht schrecken. Hirten müssten nahe bei den Menschen und den Priestern stehen, barmherzig und zugleich fest im Urteil, bereit zum Dialog, nicht bloß zum Monolog. In diesem Zusammenhang erinnerte der Papst auch an die Synodalität: nicht als bloßes Organisationsmodell, sondern als „Stil einer Kirche des Hörens und des gemeinsamen Suchens“. Ein Leitmotiv seiner Rede lautete: „Seid Brückenbauer“. Brücken zwischen Kirche und Welt, zwischen Priestern und Laien, zwischen Glaubenden verschiedener Traditionen. Laien seien nicht Ergänzung, sondern integraler Teil der Kirche. Ihre charismatische Kraft, besonders im missionarischen Einsatz, müsse erkannt und unterstützt werden. Ebenso forderte er, den Frieden zu fördern, „eine entwaffnete und entwaffnende“ Haltung sei das christliche Gegenzeugnis in einer von Konflikten zerrissenen Welt.

Von besonderem Gewicht war der Appell, Missstände im Klerus nicht zu verschweigen: „Sie können nicht in einer Schublade verschwinden, sondern müssen mit Barmherzigkeit und echter Gerechtigkeit behandelt werden, dies im Blick sowohl auf die Opfer als auch auf die Beschuldigten“.

In diesem freien Gespräch mit den Bischöfen ging Leo XIV. auf Fragen ein, die von der Kommunikation bis zur ökologischen Verantwortung reichten. Angesichts der Risiken der sozialen Netzwerke mahnte er zu Besonnenheit: „‚Calma‘, ein klarer Kopf und die Hilfe eines Fachmanns.“ Die Wahrheitssuche sei oft schmerzhaft, aber unumgänglich. Bezogen auf das eigene Amt bekannte der Papst, dass auch er Grenzen kenne und auf die Gnade Gottes wie auf die Hilfe anderer angewiesen sei. Er empfahl, sich von erfahrenen Bischöfen begleiten zu lassen, warnte aber vor der Gefahr, geschlossene Zirkel zu bilden. Auch die Ausbildung im Seminar war Thema: Berufungen seien anzunehmen und zugleich sorgfältig zu begleiten, damit die Kandidaten die Tiefe und Weite des Evangeliums entdecken. Missionarische Bewegungen mit authentischem Glaubenszeugnis könnten hier ein wichtiger Anstoß sein.

Mit Blick auf die weltweiten Krisen - Umweltzerstörung, politische Konflikte, soziale Not - bekräftigte Leo XIV. die Gegenwart der Kirche: „Sie wird auf diesem Feld präsent sein“. Zugleich warnte er davor, ökologische Fragen mit Ideologien zu vermischen, die im Widerspruch zur christlichen Anthropologie stehen. Schließlich sprach der Papst von der Jugend, besonders Europas, deren spiritueller Hunger nach Gebet und Gemeinschaft weder durch virtuelle Welten noch durch Routineformen des Pfarreialltags gestillt werde. „Die Nähe des Bischofs zu den Menschen, besonders zu den Leidenden, ist unersetzlich“, so der Papst.

Foto (c) Vatican Media

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDE-DEADLINE DIESE WOCHE - 25. MÄRZ!!!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  4. Botschaft von Papst Leo zum 10. Jahrestag des nachsynodalen Apostolischen Schreibens Amoris Laetitia
  5. Peinlich - Deutsche Protestanten glauben mehrheitlich nicht an den dreieinigen Gott
  6. Panik in Magdeburg
  7. 'Erzieherischer Unterton': Harald Schmidt rechnet mit Tagesthemen und Heute Journal ab
  8. Leo XIV. möchte bei "Alter Messe" "konkrete und großzügige Lösungen"
  9. Brasilien: 26-jähriger Seminarist stirbt – hinterlässt beeindruckendes geistliches Testament
  10. Ein Champion am Galgen – und die Welt sieht weg
  11. Neue Fantasien über das Weiheamt für Frauen?
  12. DBK kritisiert ZDF-Kinderformat „Logo“ wegen Christentum-Beitrag
  13. Belgischer öffentlich-rechtlicher Sender lässt Moderatoren Marien- und Jesus-Statuen zertrümmern!
  14. Wenn das künftige nominelle Kirchenoberhaupt mit dem eigenen Glauben fremdelt
  15. Katholische US-Historikerin Bronwen McShea schreibt über „die Frauen, die der Vatikan vergaß“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz