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Ein Exorzist steht vor der Seligsprechung: Pater Candido Amantini CP (1914 – 1992)

11. August 2025 in Chronik, keine Lesermeinung
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„Der Kontakt zu Pater Pio verfestigt sich. Der stigmatisierte Kapuzinerpater sagt über Candido, dass er ‚ein Priester nach dem Herzen Gottes‘ ist.“ Gastbeitrag von Elmar Lübbers-Paal


Linz (kath.net) Grundsätzlich darf in der katholischen Kirche nur ein Exorzist den „großen Exorzismus“ durchführen, wenn dieser vom Diözesanbischof den Auftrag erhält und zuvor geprüft wurde, ob es sich nicht doch um eine psychische Krankheit des Betroffenen handelt. Kommt es zu diesem kirchlichen Dienst, wird er im Verborgenen geleistet, da er vielfach auf Unverständnis trifft. Dass gerade Deutschland ein Problem im Umgang mit dem Befreiungsdienst hat, den JESUS CHRISTUS selbst einsetzte („Treibt Dämonen aus!“; Matthäus 10), liegt wohl auch an dem Tod der fränkischen Studentin Anneliese Michel 1976 in Klingenberg, die mit Exorzismen „behandelt“ wurde. Umso nötiger mag es da sein, einen vorbildlichen Priester, Seelsorger, Beichtvater und Exorzisten vorzustellen:

Mit 12 Jahren tritt der am 31.1.1914 in Bagnolo (Toskana) geborene Eraldo Ulisse Mauro Amantini in das Knabenseminar der Passionisten in Nettuno (Wallfahrtsort der Hl. Maria Goretti) ein. Die Volksmissionen der Patres beeindrucken ihn besonders und gewinnen ihn schließlich für den Orden. 1929 beginnt er sein Noviziat im Kloster „San Giuseppe“ auf dem Monte Argentario. Die Ewigen Gelübde legt der junge Ordensmann 1933 ab. Drei Jahre später folgt die Diakonenweihe in der Lateranbasilika, ehe er die heilige Priesterweihe am 13. März 1937 mit nur 23 Jahren empfängt. 

In Candido von der Unbefleckten Empfängnis, wie sein Ordensname lautet, vertiefen sich die Gedanken über die Passion CHRISTI, die sein Ordensgründer, der heilige Paul vom Kreuz, schon erwog: „In der Passion liegt alles: Sie ist das größte und wunderbarste Werk der göttlichen Liebe.“ Diese Liebe möchte er den „Gekreuzigten“ seiner Zeit bringen. Die Bildung, die ihm noch fehlt, eignet er sich an. Er gilt nicht nur als ausgezeichneter Sprachenkenner für Griechisch, Hebräisch, Deutsch und Sanskrit, sondern auch als Bibelwissenschaftler und Moraltheologe. 


Bis 1960 unterrichtet er Studenten hauptsächlich in Hebräisch und in Bibelwissenschaft. In diese Zeit fallen auch die Begegnungen mit Pater Pio. 1961 erleidet Pater Candido einen Zusammenbruch, der einen längeren Krankenhausaufenthalt nach sich zieht. Nach der Erholung unterstützt er seinen ehemaligen Schüler, Pater Alessandro Coletti, der inzwischen Exorzist in der Diözese Arezzo ist. Candido lernt so von seinem Schüler. Der Kontakt zu Pater Pio verfestigt sich. Der stigmatisierte Kapuzinerpater sagt über Candido, dass er „ein Priester nach dem Herzen Gottes“ ist. 

Seinen endgültigen pastoralen Bestimmungsort findet der Passionistenpater im Kloster an der „Scala Sancta“ („Heilige Stiege“, Rom). In der Kirche befindet sich die 28-stufige Treppe vom Prätorium des Königs Herodes, die CHRISTUS mehrere Male auf- und abgestiegen ist. Kaiserin Helena hat sie wie andere Passions-Reliquien aus dem Heiligen Land nach Rom bringen lassen. 

Candidos charismatisch-gewinnende Art hat sicherlich seinen Ursprung in der tiefen Gebetspraxis. Das Rosenkranzgebet ist seine Kraftquelle.

Immer mehr Menschen wählen ihn zu ihrem geistlichen Begleiter und Beichtvater. Die Gläubigen wissen inzwischen, dass der Pater die Gaben der Prophetie und die der Herzensschau besitzt. So kann er aus der Menge der vor der Sakristeitür Wartenden jene zwei bis drei Personen sofort herausfinden, die seine Hilfe besonders nötig haben. Diesen widmet er sich ausführlich, während er wundersüchtige und abergläubische Menschen warten läßt. 

Für Candido ist wichtig, dass der hilfesuchende Mensch wirklich Gott als den Arzt für seine Seele sucht. Mitbrüder stellen fest, dass der einfühlsame Priester mitten in der Nacht aufsteht und in der Kapelle eucharistische Anbetung hält. Dabei übergibt er dem leibhaft gegenwärtigen HERRN die Schattenseiten seiner Beichtenden. Candido macht sich so zum „offenen Kanal für die Barmherzigkeit Gottes“. 

Die Muttergottes ist ihm bei seinem besonderen Apostolat als Exorzist die große Unterstützerin. Wohl auch, weil viele seiner Patienten in Loreto und Lourdes große Hilfe erfahren haben. Auch Candido pilgert mehrfach in den französischen Marienwallfahrtsort. In seinem Buch über „Das Geheimnis Mariens“ (1971) schreibt er: „Die allerseligste Jungfrau ist die erste, die uns der Tyrannei des Teufels über die Welt entzieht.“ 

Stets verkündet Pater Candido die unermessliche Liebe, die Gott seinen Geschöpfen entgegenbringt. Er selbst führt für die Umsetzung dieser Botschaft ein Büßerleben. Mehrfach bietet er Gott sein Leben zur Sühne für andere an. 

Viele Stunden des Tages verbringt er im Beichtstuhl. Seine Mitbrüder ermahnt er, mit den Beichtenden stets verständnisvoll und rücksichtsvoll umzugehen, um so von der väterlichen Güte Zeugnis abzulegen. 

Beim Exorzismus hat er den Anspruch, die Herzen der Besessenen wieder in die Freiheit der Kinder Gottes zurückzuführen. 1986 wird Pater Gabriele Amorth (Bücher: „Ein Exorzist erzählt“, „Memoiren eines Exorzisten“) auf Bitte Kardinal Polettis Exorzismus-Schüler bei Pater Candido. Letzterer wird immer wieder als Fachmann für Tagungen engagiert und zu Radio- und Fernsehinterviews geladen. 

Mehrere Male bittet der Vatikan Candido sogar, bei besonders schwierigen Exorzismen ins Ausland zu reisen. Beim Exorzismus selber hält er sich stets an die vorgegebenen Gebete aus dem Rituale. Neben dem üblichen Weihwasser nutzt er aber auch das geweihte Chrisamöl. Nach dem erfolgreichen Exorzismus feiert der Pater oft die Hl. Messe in der Wohnung des Betroffenen und segnet sie mit Weihwasser und Weihrauch. 

Am Abend seines Lebens nehmen Krankheitszustände zu. Gerade nachts plagen ihn Atemnot und Herzbeschwerden. Mehrfach muss er sich im Krankenhaus behandeln lassen. 

An seinem Ordensnamenstag bittet er in der Frühe den heiligen Candido, er möge ihm heute ein Geschenk machen. Tatsächlich folgt das himmlische Geschenk am Abend um 22 Uhr. Er schließt für immer die Augen. Der 22.9. ist auch der Vorabend des Todestages von Pater Pio (+1968), der Candido schon vor Jahrzehnten einen Heiligen nannte. 

Nachdem das Grab des Passionistenpaters 20 Jahre Pilgerstätte im Volk war, werden seine menschlichen Überreste in die Kapelle der Heiligen Stiege am 21. März 2012 überführt. Erst später stellte sich heraus, dass der 21. März der alte Gedenktag des Heiligen Benedikt war, der ja auch Patron der Exorzisten ist. Am 13.7.2012 wurde die diözesane Untersuchung, als Vorbereitung auf einen Seligsprechungsprozess, eröffnet.

Der Segen, den Pater Candido seinen Gläubigen erteilte:
Der Herr JESUS sei immer mit dir. ER gehe dir voraus, um dich zu führen, ER sei hinter dir, um dich zu schützen, ER wohne in dir, um dich zu bewahren, ER sei über dir, um dich zu erleuchten. Amen.

Archivfoto Pater Candido (c) gemeinfrei


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