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Kard. Eijk: JP-II-Institut und Päpstliche Akademie für das Leben müssen „klar und eindeutig“ sein

3. Juni 2025 in Weltkirche, 4 Lesermeinungen
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Niederländischer Kardinal: „Wir sollten in der Lehre klar und eindeutig sein. Klar und mutig in der Lehre der katholischen Glaubenswahrheit, einschließlich der katholischen Lehre zu moralischen Fragen, die das am stärksten umstrittene Thema ist.“


Utrecht (kath.net/pl) Das sagte Kardinal Willem Eijk, Erzbischof von Utrecht (Niederlande), im Interview mit Edgar Beltrán für die Website „The Pillar“. Er äußerte sich nach seiner Eröffnungsrede bei der dritten Internationalen Bioethik-Konferenz, die von der Jerome Lejeune Foundation in Rom organisiert wurde. Kardinal Eijk gilt unter seinen Kardinalsbrüdern als klare und unverblümte Stimme in Fragen des Lebens und der Bioethik, schildert die US-amerikanische katholische Website „The Pillar“. Eijk war von 2011 bis 2016 der Vorsitzende der Niederländischen katholischen Bischofskonferenz gewesen.

Kardinal Eijk sagte im Interview: „Wir müssen uns von der heutigen Kultur abheben, die den inneren Wert des menschlichen Lebens nicht anerkennt. Unsere Aufgabe ist es, die Wahrheit über Gott, den Menschen und die Welt zu vermitteln. Und auch metaphysische Wahrheiten sowie die Wahrheit über moralische Werte und Normen.“ Man habe damit vielleicht in der heutigen Welt bisher „nicht viel Erfolg gehabt. Man sieht die steigende Zahl der Abtreibungen. In den USA beispielsweise gab es im vergangenen Jahr fast eine Million Abtreibungen. Man sieht den Beschluss des französischen Parlaments, das Recht auf Förderung der Abtreibung für Frauen in die Verfassung zu verankern und vor wenigen Tagen die Beihilfe zum Suizid zu legalisieren. Es ist ein wachsendes Problem.“

Dennoch sollte man nicht aufgeben und nicht den Mut verlieren, mahnte der Kardinal. Er schildert, er habe in den letzten Jahren „in den Niederlanden jedes Jahr eine wachsende Zahl junger Menschen gesehen, die um die Aufnahme in die Kirche bitten. Nicht so viele wie in Frankreich, aber es ist eine klare Tendenz. Und diese jungen Menschen entdecken Christus und das Evangelium sowie die moralischen Lehren der Kirche durch das Internet, TikTok und die sozialen Medien. Man würde es nicht erwarten, aber es ist so.“ Wenn diese jungen Menschen dann zu einem Priester kämen und „um die Taufe oder Firmung zu bitten, wissen sie bereits überraschend viel über den Glauben, weil sie im Internet und in den sozialen Medien viel über den Katholizismus gelesen haben. Diese jungen Menschen neigen dazu, die gesamte Lehre der Kirche zu akzeptieren. Ich denke daher, dass es in der Kirche einen Generationswechsel gibt. Die Dinge werden sich ändern und tun es bereits.“


Er beobachte „in den Niederlanden auch eine weniger negative Haltung gegenüber der Kirche und dem Glauben als noch vor einigen Jahren. Es gibt also einen Wandel, einen positiven Wandel. Ich denke, wir müssen den Gläubigen der jüngeren Generationen weiterhin die Wahrheit vermitteln. Die Kirche wird vielleicht klein sein, aber Papst Benedikt XVI. sprach immer von einer kreativen Minderheit, die eine neue Kultur initiieren kann.“

Die Enzyklika „Evangelium vitae“ von Papst Johannes Paul II. bezeichnete der Kardinal als „auch nach 30 Jahren noch sehr nützlich. Ihre Diagnose der Kultur des Todes ist immer noch zutreffend“, betonte er. Inzwischen seien natürlich „neue Techniken und Themen entwickelt. Beispielsweise spricht Evangelium vitae nicht über das Problem des Geschlechts, die Wahl der Geschlechtsidentität und die möglichst weitgehende Veränderung des biologischen Geschlechts, um es der gewählten Geschlechtsidentität anzupassen. Das ist etwas, das Evangelium vitae nicht berücksichtigte, weil es damals noch nicht so weit verbreitet war.“ Wobei dieses Thema aber bereits „existierte. Wir hatten in den Niederlanden bereits vor 30 Jahren Transgender-Kliniken, aber das Thema war nicht so weit verbreitet, dass es in der Enzyklika angesprochen worden wäre. Natürlich hat das Dikasterium für die Glaubenslehre eine Erklärung zu Transgender-Behandlungen herausgegeben, aber eine neue Enzyklika, die etwas über neue Techniken sagt, die 1995 nicht en vogue waren, wäre durchaus wünschenswert.“

„The Pillar“ fragte in diesem Interview auch explizit danach, welche Rolle Institutionen wie das während dieses Pontifikats spielen. 

Der niederländische Kardinal erläuterte im Hinblick auf die Rolle des Johannes-Paul-II.-Instituts und der Päpstliche Akademie für das Leben in den wissenschaftlichen Diskussionen über Bioethik und Lebensschutz: „Es ist sehr wichtig, dass wir versuchen, die Einheit in der Kirche wiederherzustellen. Dies muss durch eine klare und eindeutige Glaubensverkündigung geschehen. Und das sollte auch im Bereich der Moral und Ethik geschehen. Es mag nicht leicht sein, katholische Moral zu leben. Manche Menschen mögen damit Schwierigkeiten haben, aber wir sollten die grundlegenden Wahrheiten unseres Glaubens klar und eindeutig formulieren.“

Er führte dazu weiter aus: „Auch in diesem Bereich verändern sich die Dinge. Wir haben in unserer Diözese Ehevorbereitungskurse als fünftägige Veranstaltung eingeführt. Wir erklären die Theologie des Leibes. Wir sprechen über die kirchliche Lehre zur Empfängnisverhütung und über natürliche Familienplanung. Und die Reaktion ist meist: ‚Oh, das ist ja schön. Davon haben wir noch nie gehört.‘“

Dies mache ihm „sehr deutlich: Wir müssen die Wahrheit über die Ehe und das Sexualleben vermitteln. Das mag schwierig sein, aber es ist möglich. In unserem letzten Kurs hatten wir 12 Paare, also 24 junge Menschen, die diese Botschaft gehört haben und dafür offen sind. Ich habe dieses Thema letzten Samstag auch mit Gruppen junger Erwachsener in der Diözese Den Bosch besprochen, und sie waren alle sehr offen dafür. Es gab einige ältere Menschen, die kritischer waren, die Rebellen der 60er, 70er und 80er Jahre, Leute in meinem Alter. Das zeigt einen Generationswechsel.“

Gefragt danach, welchen Rat er Papst Leo XIV. in diesen Fragen geben würde, antwortete Kardinal Eijk: „Ich denke, das, was ich gerade gesagt habe, gilt auch für ihn: Wir sollten in der Lehre klar und eindeutig sein. Klar und mutig in der Lehre der katholischen Glaubenswahrheit, einschließlich der katholischen Lehre zu moralischen Fragen, die das am stärksten umstrittene Thema ist. Wenn der Papst diesen Teil der Lehre klar und eindeutig verkündet, wird das den Menschen sehr helfen, die Wahrheit wiederzuentdecken. Und ihnen sollte dabei geholfen werden. Wenn die Menschen Mehrdeutigkeiten sehen, werden sie verwirrt. Sie beginnen zu zweifeln. Aber wenn der Papst und die Bischöfe, natürlich auch die Priester, in der Lehre klar sind, wird das den Menschen sehr helfen, die Wahrheit Christi, das Evangelium und den Weg, ihm nachzufolgen, wiederzuentdecken.“

Kardinal Eijk gesteht, dass es ihm viel Mut mache, „wenn ich junge Menschen sehe und wie sie den Glauben der Kirche annehmen“. Er sieht es als selbstverständlich an, dass die Kirche „winzig“ sein werde: „Sie ist bereits marginalisiert. Ich musste viele Kirchen schließen, vor allem in Dörfern, weil es an aktiven Gläubigen und finanziellen Mitteln mangelte. Wir sind völlig auf die Spenden der Gläubigen angewiesen. Aber in den Städten sehen wir, dass die Gemeinden florieren, und dort sehen wir die meisten Früchte der Bekehrung. Deshalb denke ich, wir müssen einfach weitermachen. Und wir sollten uns nicht um die Zahl der Gläubigen sorgen, sondern um ihre Qualität.“

Man sehe in den Niederlanden, „dass die Quantität der Gläubigen … abnimmt, aber die Qualität steigt, selbst unter älteren Katholiken, weil die älteren Generationen, die in der Kirche bleiben, sonntags noch in die Kirche gehen – sie glauben, sie beten, sie haben eine Beziehung zu Christus. Sie kommen, um zu beten. Sie sind also offener für alle Lehren der Kirche.“

Abschließend bemerkt er: „Als ich Bischof wurde, kritisierten viele Leute meine Predigten (lacht). Jetzt höre ich häufiger Zustimmung, selbst wenn ich über Himmel und Hölle predige. Die Menschen sind also offener für die Vermittlung des Glaubens. Wir müssen den Mut haben, dies vorzuschlagen.“
Foto Kard. Eijk (c) Erzbistum Utrecht


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