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Im Konklave geht es um den Willen Jesu

8. Mai 2025 in Kommentar, 2 Lesermeinungen
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„Die deutschen ‚Reformer‘ wünschen sich einen ‚Aussöhner‘, also einen, der die bisherigen Beschlüsse des ‚Synodalen Prozesses‘ nicht kassiert.“ Gastkommentar von Prof. Hubert Gindert


Vatikan (kath.net) Papst Franziskus ist seit Ostermontag tot. Das Konklave, das den neuen Papst wählt, hat begonnen. Es wird begleitet von den Vorstellungen, welche Eigenschaften der neue Papst haben soll.

Daniel Deckers von der Augsburger Allgemeinen Zeitung (AZ, 26.4.25) sagt in seinem Artikel „Der nächste Papst muss kein Supermann sein“ und präzisiert im Untertitel „welche Fähigkeiten deren neues Oberhaupt haben sollte“: „Die Wahl des nächsten Oberhaupts der katholischen Kirche stellt eine Richtungsentscheidung“ dar über die Zukunft der Kirche. Sie „steht unter Druck: Still-stand, Rückschritt, Aufbruch“...  „Am größten ist der Druck auf ihre Einheit“… „Als 2023 mit der Zustimmung des Papstes, die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare erlaubt wurde, brach eine Revolte los“… „Die afrikanischen Bischöfe lehnten das ab. Franziskus gestand ihnen das zu“. Innerhalb der katholischen Weltkirche (1,4 Mrd.) zeigte sich eine „Vielfalt von Glaubensvor-stellungen und kulturellen Prägungen“…  „Fliehkräfte, die unberechenbar sind“... „Hauptaufgabe des nächsten Papstes ist, dass dieses nicht außer Kontrolle gerät. Kirche muss auf den Reformstau in ihren Strukturen Antwort geben“… Vor allem in Europa auf die „Erosion der Relevanz und den Schwund von Wissen über Glaubensinhalte“. Hinzu kommt die „Polarisation von Konservativen und Reformern“. Gesucht wird ein „Kompromisskandidat, kein Hardliner“. Das ist die Stimme der „Welt“.


Die katholische Kirche führt sich auf Jesus Christus als ihren Gründer zurück. Sie braucht also einen Papst, der nach dem Willen Jesu sucht und ihn verwirklichen will. Das Wort und die Person Jesu tauchen in den weltlichen Kommentaren überhaupt nicht auf. Die Stimme von Daniel Deckers ist die der „Welt“, der sich anzupassen, der Herr eindringlich warnt.

Am Tag nach dem Tod von Papst Franziskus lauteten die Schlagzeilen in den Medien überwiegend „Die Welt trauert um den Papst“. In einem Untertitel merkte man bereits an: „Nicht alle Erwartungen konnte er erfüllen“ (AZ, 22.4.25). Diese Erwartungen sind dieselben, die wir von den Beschlüssen des „Synodalen Prozesses“ kennen: Frauen als Diakoninnen und Priesterinnen, die Gleichwertigkeit der verschiedenen Formen der Sexualität, etc..

In den Gedenksendungen für Papst Franziskus am 21. April kamen fast ausschließlich Befürworter des „Synodalen Prozesses“ zu Wort: Zb. der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz Bätzing, Kardinal Marx, Anette Schavan – nicht aber Kardinal Gerhard Ludwig Müller, Kardinal Erzbischof Woelki von Köln, Nuntius Erzbischof Gänswein oder die Bischöfe Voderholzer, Hanke, Oster.

Auch der Versuch Papst Franziskus im Gegensatz zu seinen Vorgängern hin-sichtlich seines persönlichen Lebensstils, der Zugewandtheit zu den Menschen bis hin zur „pompösen Form“ des Begräbnisses zu bringen, fällt auf. Aber, Johannes Paul II. hat die ganze Welt bereist, um die Kirche zusammenzuhalten. Er hat die Weltjugendtage gegründet. Papst Benedikt XVI. lag nicht die Gestik seines Nachfolgers, unnahbar für die Menschen war er aber nicht.

Im Medienzeitalter gilt nicht das, was ist, sondern was die Menschen denken sollen.

Papst Franziskus war leidenschaftlich für die Synodalität. Aber als Papst war er an die Lehre der Kirche gebunden. Wo er Zugeständnisse gemacht hat, z.B. bei der Segnung homosexueller Paare, haben, wie gesagt, Bischöfe von Polen, der USA, katholischer Ostkirchen und der gesamte Episkopat von Afrika dem Papst ihre Ablehnung zur Kenntnis gegeben. Das hat Papst Franziskus die Bezeichnung eines „verhinderten Reformers“ eingebracht.

Die deutschen „Reformer“ wünschen sich einen „Aussöhner“, der die bisherigen Beschlüsse des „Synodalen Prozesses“ nicht kassiert.

Es wird eine Zeit dauern, bis für Papst Franziskus eine ausgewogene und gerechte Beurteilung seiner zwölf Amtsjahre vorliegt.

Versuche Pflöcke für das bisher Erreichte einzurammen

Am 23. April 2025, zwei Tage nach dem Tod von Papst Franziskus wurde auf der Homepage der deutschen Bischofskonferenz eine „Handreichung für Seel-sorgerinnen und Seelsorger für die Praxis der Segnung nichtkirchlich verheirateter Paare“ veröffentlicht. Diese wurde von der Initiative „Neuer Anfang“ entdeckt und nach Rom weitergeleitet. Der Text sei eine „nicht verbindliche Handreichung“. Gibt aber das vor, was nach Fiducia supplicans (FS) verboten ist. Im FS wird zwischen einem alltäglichen Segen, den jeder geben kann und einem „liturgischen Segensakt“ unterschieden. In Letzterem wird für eine irrrguläre Situation ein öffentlicher liturgischer Segensakt erschlichen. Das ist ein Versuch, das Interregnum der noch fehlenden Papstwahl zu unterlaufen, um Fakten zu schaffen. (Quelle: kath.net)

Archivfoto Prof. Gindert (c) Forum deutscher Katholiken


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