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„Es lohnt sich die Bürde nochmal zu benennen, die dem zuteil wird, der auf dem Stuhl Petri sitzt“

1. Mai 2025 in Kommentar, 1 Lesermeinung
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„Unsere Aufgabe ist das Gebet, einen aktiveren Part gibt es nicht. Gleichzeitig sei gesagt, dass auch für die wählenden Kardinäle das Gebet ihr wichtigster Dienst ist.“ Gastkommentar zum bevorstehenden Konklave. Von Lukas Matuschek


Rom (kath.net) Das wichtigste Konklave der Geschichte? Zumindest bis zum nächsten Konklave ist der Titel keine Übertreibung. Natürlich waren die vergangenen Konklaven zu ihrer Zeit auch die jeweils Wichtigsten. Für uns in der Gegenwart, Gottes Lieblingszeit, ist das aktuelle aber natürlich von besonderem Wert.

Unsere Aufgabe ist das Gebet, einen aktiveren Part gibt es nicht. Andererseits sei gesagt, dass auch für die wählenden Kardinäle das Gebet ihr wichtigster Dienst ist. Wie Samuel sind sie gerufen, nicht oberflächlich zu urteilen, sondern das Herz des nächsten Papstes zu prüfen, das im Einklang mit dem Herzen Christi schlagen sollte.

Kurios ist, dass wir wissen, dass Gott manchmal Menschen zu Königen bestimmt, die scheinbar ihre Position nicht voll ausfüllen. Saul hatte einen starken Start, wurde den hohen Ansprüchen aber nicht gerecht. Das Geschlecht der Hohepriester des alten Bundes ist da nicht ausgenommen. Im Neuen Bund ist dies nicht anders, weil auch wir mit den Konsequenzen unserer Sünden zu kämpfen haben. Und doch sind wir ebenso überzeugt davon, dass Gott auch den größten Sünder als sein bestes Werkzeug verwenden kann. Sowohl Simon Petrus, als auch Saulus Paulus hatten in ihrem Leben Tiefen, die ohne die heiligmachende überreiche Gnade nicht zu überbrücken wären.

Mit diesem Gedankengang könnte man meinen, dass die Wahl der Person des Papstes gar nicht so wichtig ist. Viel mehr kommt es drauf an, dass der Papst nach seiner Wahl den Eingaben des Heiligen Geistes folgt. Dass er ein tiefes Gebetsleben pflegt und trotz der Sünden, die auch ihn auf dem Weg hindern werden, demütig Jesus nachfolgt und der Welt die Herrlichkeit der Auferstehung und die Kostbarkeit des Kreuzes verkündet. Wozu natürlich alle Bischöfe und alle Christen – uns eingeschlossen – berufen sind. Warum dann der große Trubel um den neuen Papst?


Meine Intention ist nicht, die vollständige Theologie des Papsttums auszuführen. Und doch lohnt es sich die Bürde nochmal zu benennen, die demjenigen zuteilwird, der auf dem Stuhl Petri sitzt. Es ist eine globale Aufgabe, weil der Papst in der heutigen medialen Welt, der Kirche Christi sein Gesicht gibt. Und hier kommt es nicht so sehr auf die Eloquenz an, sondern auf die jeweils eigene Verbundenheit mit Christus. Traurig ist, wenn bei einigen Bischöfen diese Verbundenheit nicht in allen ihren Aussagen zu hören ist. Jeder gute Bischof wird hier aber schon einen ihm eigenen Stil entwickelt haben. Nicht auf die Art und Weise kommt es an, sondern auf die Frage, ob durch die Gesten Christus selbst sichtbar wird.

Dies wird insbesondere in der Zelebration der Sakramente deutlich. Der unendlich wertvolle Schatz des Allerheiligsten Altarsakramentes ist angemessen von der hierarchischen Struktur der Kirche sowohl beschützt als auch für die Welt exponiert. Eine Liturgie, die in der Andacht und Frömmigkeit der Zelebration des Heiligen Pio gleichkommt, wäre wünschenswert. Wiederum sind wir alle dazu berufen, dies im Alltag persönlich zu realisieren. Priester entsprechend ihres Wissens mehr noch als Laien, Bischöfe entsprechend ihrer Verantwortung umso stärker. Der Papst schließlich als Diener der Einheit und Vikar Christi am stärksten. Wieder geht es nicht um Worte oder bestimmte Gesten, Stile oder sogar Riten, sondern um Herzensnähe zum Allerheiligsten.

Schließlich das Kreuz im Zentrum des Geheimnisses der Erlösung. Der Papst ist besonders dazu gerufen sein Kreuz auf sich zu nehmen und andere im Tragen ihres Kreuzes zu stärken. Das Kreuz zu lieben, in seine unermesslichen Tiefe weit einzutauchen, ist wohl der einfachste Weg, um tief in das göttliche Herz des Menschensohnes zu gelangen. Im Kreuz zeigt sich die Barmherzigkeit Gottes und die Sünde als Abgrund der Seele ohne Gott. Es ist der Widerspruch, der die Kirche zu dem macht, was sie ist. Zeichen des Widerspruchs in der Welt, aber auch zur über alles geliebten Braut. Die Kirche wird sich bis zum Ende der Welt durch das Blut der Märtyrer schmücken. Dieser Realität dürfen wir selbst nicht aus dem Weg gehen. Genauso wenig sollte es ein Kardinal tun. Insbesondere der Papst sollte hierzu bereit sein, das Kreuz in seinem Leben vielleicht schon berührt haben.

Gibt es noch mehr zu sagen? Sicherlich, jedem von uns fallen sicherlich noch tausend hilfreiche Eigenschaften ein. Wer hätte nicht gerne einen Papst mit der Frömmigkeit eines Jean-Marie Vianney (Pfr. von Ars), mit der Gelehrsamkeit eines Thomas von Aquin, mit der Wortgewalt eines Johannes Chrysostomos, mit der geistlichen Disziplin eines Ignatius von Loyola oder der Inneren Gottesbeziehung eines Franziskus von Assisi. Kurzum, wer hätte nicht gerne einen großen Heiligen Papst. Aber auch ein heiliger Papst wird die Welt nicht erlösen. Er braucht es auch nicht, weil Christus unser einziger Erlöser ist. Ein großer Papst wird auch jeden einzelnen von uns nicht wesentlich bekehren. Da sind wir selbst gefragt. Ein Papst ist ein Diener, ein Fischer auf dem See Genezareth. Er hält das Netz zusammen. Die Größe der Fische im Reich Gottes, unsere Größe, ist unsere Aufgabe. Jeder von uns kann zu einem großen Heiligen werden, mehr noch, wenn wir unerkannt in Nazareth leben. Unsere Alltagesliebe zu Gott im Kleinen ist die Schönheit der Braut Jesu, Seiner Kirche.

Beten wir um einen Papst nach dem Herzen Gottes. Und um eine Kirche, an der Gott Wohlgefallen findet. Und dass wir selbst in der Liebe Gottes an die Heiligen heranreichen, weil unser Herr es Wert ist so geliebt zu werden.

 


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