Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kardinal Burke kritisiert liturgische Änderungen nach dem II. Vatikanischen Konzil
  2. Papst an Ministranten: Denkt über Priesterberuf nach
  3. Lebensschutz ist und bleibt ein Kernthema für Christen
  4. Offensichtlich geht es heute auch ohne Religion
  5. Ist der Begriff „Neger“ mit dem des „parasitären Zellhaufens“ verfassungsrechtlich vergleichbar?
  6. Großbritannien: Junge Menschen kehren in die Kirchen zurück
  7. Papst Leo XIV. betet für die Opfer des Attentats auf eine katholische US-Schule
  8. Sozialethiker Rhonheimer: Jesus war kein Kapitalismuskritiker
  9. USA werden im Jahr 2100 ein katholisches Land sein
  10. Das einzige Land mit der Bibel auf seiner Flagge
  11. Australien wirf Iran Steuerung von antisemitischen Terroranschlägen vor
  12. Wir sind hier, um der Welt zu erklären, dass auch Wladimir Putin für seine Verbrechen bezahlen muss"
  13. Papst Leo an Politiker: Man kann nicht katholisch sein und gleichzeitig für Abtreibung sein
  14. „Schick diese Artikel gerne an alle neugierigen und fragenden Freunde weiter!“
  15. Wandern, um Leben zu retten – 450.000 Schritte für ein Ende der Abtreibung

"Retter des Stephansdoms" sagte Nein zum Vernichtungsbefehl

13. April 2025 in Chronik, 7 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Deutscher Wehrmachtsoffizier Klinkicht widersetzte sich der SS-Anordnung, den Wiener Dom wegen des Hissens einer weißen Fahne "in Schutt und Asche zu legen" - "Nein, dieser Befehl wird nicht ausgeführt!"


Wien (kath.net/KAP) "Als Vergeltung für das Hissen einer weißen Fahne auf dem Stephansdom ist der Dom mit einem Feuerschlag von 100 Granaten in Schutt und Asche zu legen, sollte das nicht ausreichen, ist bis zu seiner Zerstörung weiterzuschießen!" So lautete am 10. April 1945 der wahnwitzige Befehl des Kommandanten einer SS-Artillerieabteilung im schon verlorenen Kampf um Wien gegen die sowjetische Rote Armee. Der Befehl sollte den Stephansdom 605 Jahre nach seiner Einweihung am 23. April 1340 dem Erdboden gleichmachen. Der aus Celle bei Hannover stammende deutsche Wehrmachtshauptmann Gerhard Klinkicht las die schriftlich übermittelte Anordnung seinen Soldaten vor und zerriss den Zettel vor aller Augen mit den Worten: "Nein, dieser Befehl wird nicht ausgeführt!"

Der Wehrmachtsoffizier erwarb sich mit dieser couragierten Weigerung den Ehrentitel "Retter des Stephansdoms". Bei der feierlichen Eröffnung des wieder aufgebauten Doms im April 1952 versicherte Kardinal Theodor Innitzer dem dazu eingeladenen Klinkicht: "Ihr Name ist in den Annalen der Stephanskirche ehrenvoll verzeichnet ... Gott segne Sie immerdar für Ihre mutige, edle Tat!"


Zur Vorgeschichte: In den frühen Morgenstunden des 10. April 1945 besetzte die Vorhut der russischen Truppen kampflos die Innere Stadt. Die deutschen Truppen hatten sich in der Nacht davor vollständig in den zweiten Bezirk zurückgezogen, um den Donaukanal als Schutz vor den Russen zu nützen. Als Signal für die heranrückende russische Hauptarmee, dass die Innenstadt bereits befreit ist, hissten Unbekannte die weiße Fahne an der Südseite des hohen Turms in ca. 120 Meter Höhe.

Für den Befehlshaber einer in Wien-Floridsdorf stationierten SS-Artillerieabteilung war das weiße Tuch ein rotes: Er übermittelte Hauptmann Klinkicht, der das Kommando über die Flakgruppe Groß-Jedlersdorf innehatte, besagten Zerstörungsbefehl. Dieser wusste, dass angesichts der großteils russisch besetzten Stadt ein solcher Akt purer Wahnwitz gewesen wäre, zudem hatte Klinkicht den Stephansdom bereits als junger Pfadfinder bei einem Wienbesuch 15 Jahre davor bewundert.

Wien sollte nicht Dresden werden

Was in ihm beim Einlangen der Order vorging, schilderte die Wiener Kirchenhistorikerin und langjährige Diözesanarchivarin Annemarie Fenzl gegenüber Kathpress: "Dies ist ein Augenblick im Leben eines Offiziers, wo er vor die Entscheidung gestellt wird, ob er einen solchen Befehl ausführen oder seine Durchführung verweigern soll", heißt es in Klinkichts Rückblick. Er erachtete den Befehl als "verbrecherisch", denn: "Was wir zuvor unseren Feinden vorgeworfen hatten, in verbrecherischer Weise unsere Kulturdenkmäler durch Bombardements aus der Luft zu zerstören - siehe Dresden im Februar 1945 -, das sollte ich nun an einem der erhabensten Kulturdenkmäler des Abendlandes ... vollbringen?"

Klinkicht informierte seine Batteriechefs umgehend von seiner entschiedenen Verweigerung. Und fügte sogar die Weisung hinzu: "Sollte hinter meinem Rücken die SS sich an einen der Chefs wenden und von diesem die Durchführung der Zerstörung des Doms verlangen, so ist dies abzulehnen und notfalls mit Waffengewalt zu verhindern - auf meine Verantwortung!"

Copyright 2025 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Oktober 2025 mit kath.net in MEDJUGORJE mit P. Leo MAASBURG
  3. Das einzige Land mit der Bibel auf seiner Flagge
  4. Kardinal Burke kritisiert liturgische Änderungen nach dem II. Vatikanischen Konzil
  5. Großbritannien: Junge Menschen kehren in die Kirchen zurück
  6. USA: Dominican Sisters of St. Cecilia heißen dieses Jahr 21 Postulantinnen willkommen
  7. Lebensschutz ist und bleibt ein Kernthema für Christen
  8. Ist der Begriff „Neger“ mit dem des „parasitären Zellhaufens“ verfassungsrechtlich vergleichbar?
  9. Papst Leo XIV. betet für die Opfer des Attentats auf eine katholische US-Schule
  10. Papst an Ministranten: Denkt über Priesterberuf nach
  11. Wie zwei Konvertiten spannend den Glauben vermitteln
  12. US-Erzdiözese Denver: Pfarreien nominieren 900 junge Männer für das Priestertum
  13. Offensichtlich geht es heute auch ohne Religion
  14. Ökumenische Begegnungen zwischen Rom und Konstantinopel
  15. Fehlerhafte Studie über Kosten des Klimawandels zeigt Verbindungen zwischen Forschung und Wirtschaft

© 2025 kath.net | Impressum | Datenschutz