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Neubrandenburg hängt Regenbogenfahne ab

19. Oktober 2024 in Deutschland, 22 Lesermeinungen
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Der Oberbürgermeister der drittgrößten Stadt von Mecklenburg-Vorpommern trat daraufhin zurück.


Neubrandenburg (kath.net/jg)
Die Stadtvertretung von Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern) hat mehrheitlich beschlossen, die Regenbogenfahne am Bahnhof nicht mehr zu zeigen. Der Entscheidung waren mehrere Aktionen von Unbekannten vorausgegangen, welche die Regenbogenfahnen entfernt hatten. Einmal ist eine Regenbogenfahne durch eine Hakenkreuzfahne ersetzt worden, berichtet die WELT.

Ratsherr Tim Großmüller von der Wählergemeinschaft „Stabile Bürger für Neubrandenburg“ brachte den Antrag ein. Die AfD stimmte dafür, SPD, Grüne und Linke dagegen. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) enthielt sich der Stimme, berichtet die BILD-Zeitung.


Silvio Witt, der parteilose Oberbürgermeister von Neubrandenburg, kündigte daraufhin seinen Rücktritt zum Mai 2025 an. Witt ist selbst homosexuell, mit einem Mann „verheiratet“ und Unterstützer der LGBT-Bewegung. Wiederholt hat er sich in den sozialen Medien mit der Regenbogenfahne gezeigt. Seine Amtszeit würde noch bis 2029 dauern.

Bei einer Veranstaltung in Berlin sagte Witt, es sei viel Druck auf ihn ausgeübt worden. Das habe Auswirkungen auf sein Umfeld, seinen „Ehemann“, seine Familie und Freunde gehabt.

Der Oberbürgermeister sei wiederholt herabwürdigenden und beleidigenden Angriffen ausgesetzt gewesen. Es sei nachvollziehbar, dass er unter diesen Umständen seine Familie schützen wolle, sagte Michael Stieber, Fraktionschef der SPD.

Der FAZ sagte Witt, er sei unter anderem als „Mädchen“, „Kleiner“ und „Männchen“ bezeichnet worden. Unterstellungen, Schmähungen und Beleidigungen habe es auch von anderen Parteien in der Stadtvertretung gegeben, sagte er.

In Neubrandenburg gibt es mittlerweile eine Initiative für das Wiederaufhängen der Regenbogenfahne. Eine entsprechende Petition hat nach einigen Tagen 5.600 Stimmen gesammelt. SPD, Grüne und Linke, die gegen das Verbot gestimmt haben, wollen einen Gegenbeschluss einbringen.

Mit 64.000 Einwohnern ist Neubrandenburg die drittgrößte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns.

 


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