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„Was uns oft fehlt, ist Begeisterung“

1. August 2024 in Kommentar, 2 Lesermeinungen
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„Wie es weitergeht mit der katholischen Kirche in Deutschland, entscheiden … die Katholiken, die sich begeistern lassen und den Mut haben, einen neuen Lebensstil zu praktizieren.“ Gastbeitrag von Prof. Hubert Gindert


Bonn (kath.net/Zeitschrift Der Fels) Der Synodale Irrweg versucht sein Vorhaben als das von Papst Franziskus, der Bischöfe der Weltsynode vom Oktober 2024 und der Katholiken in Deutschland hinzudrehen. Dieses Verständnis wird über die katholische Nachrichtenagentur und kirchliche Zeitungen gestreut. Initiativen, die das Verständnis des Glaubens vertiefen, wie Adoratio-Kongresse, theologische Treffen, etc. haben nichts mit dem Synodalen Weg zu tun.

Was verunsicherten Gläubigen, die katholisch bleiben wollen, fehlt, ist die Begeisterung, sich für den Glauben zu engagieren. Begeisterung reißt mit, steckt an, fördert Initiativen und überwindet die Lähmung. Die fehlende Begeisterung lässt aber das Evangelium Christi links liegen.

Joseph Ratzinger hat einmal auf die Frage was hat uns denn Jesus gebracht, geantwortet: „Er hat uns den Vater gezeigt!“

Wie ist Gott der Vater?

Jesus hat nicht theoretisiert. Er sprach zu den Leuten mit Beispielen. Jeder konnte ihn verstehen. Die o.a. Frage beantwortete er mit der Parabel vom „barmherzigen Vater“. Rufen wir uns den Inhalt in Erinnerung!


Der jüngere Sohn fordert vom Vater sein Erbe heraus, um sein Leben leben zu können. Der Vater kennt seinen Sohn. Er weiß die voraussehbaren Folgen. Er stellt sich aber seinem Sohn nicht in den Weg. Er respektiert die Freiheit. Als der Sohn sein Vermögen durchgebracht hatte und gezwungen war, seine Existenz in der Fremde als Schweinehirt zu bestreiten und hungern musste, kommt er zur Besinnung. Der Entschluss, zum Vater zu gehen um bei ihm wenigstens als Knecht zu arbeiten, fiel ihm gewiss nicht leicht.

Der Vater wartete schon auf ihn. Als er ihn kommen sah, lief er ihm entgegen und umarmte ihn. Der Vater gab dem Sohn die menschliche Würde zurück: Er gab ihm neue Kleider anstelle der Lumpen, mit denen er gekommen war, steckte ihm einen Ring an den Finger und veranstaltete ein Festmahl. Seine fast unverständliche Großzügigkeit, hatte nur einen Preis, den manche missinterpretieren oder unterschlagen. Das war das Umdenken und sich auf den Weg zum Vater zu machen. Kann man sich für diesen Gott-Vater begeistern? Ich denke Ja!

Der Sohn des Vaters hat das Anliegen weitergeführt. Sein Leben kennen wir aus den vier Evangelien. Er hat Kranke geheilt, sogar Tote zum Leben erweckt, Hungrige gespeist und Sündern ihre Würde zurückgegeben. Er wollte aber, dass dafür nicht die Werbetrommel gerührt wurde. Sein Anliegen war ein anderes. Die Menschen sollten zu Gott zurückkehren. Johannes Paul II. hat einmal von der Mehrheit der Leute gesagt: Sie leben, als ob es einen Gott nicht gäbe. Jesus wollte nicht in erster Linie, dass die Menschen an ihr bisheriges Leben etwas anhängen, z.B. ein Almosen für Bedürftige, ein Mitwirken bei sozialen Anliegen. Auch das! Aber es ist nicht das Entscheidende. Als das Umdenken und die Umkehr versteht Jesus mehr. Die bisherige Tätigkeit soll Gott den Vorrang einräumen. Jesus fordert einen Lebensstil mit anderen Prioritäten. Denn das ist die wahre Bestimmung des Menschen.

Weil das Ziel jedes Menschen das ewige Leben bei Gott ist, nimmt Jesus von seinen Forderungen bis zum Tod am Kreuz nichts zurück. Seine Geduld reicht in extremen Fällen bis zum letzten Augenblick der Entscheidungsfreiheit, wie das Beispiel des Schächers am Kreuz zeigt. Aber die Freiheit, auch Nein zu Gott zu sagen, bleibt bestehen. Ist das Angebot, das der Gottessohn gemacht hat, nicht wie die Perle, die der Kaufmann erworben hat und dafür sein gesamtes Vermögen eingesetzt hat? Haben das Menschen bisher praktiziert? Freiwillig und sogar mit Begeisterung wie Heilige, deren Leben wir kennen. Sie haben auch in die Gesellschaft hineingewirkt, wie das bspw. von Ordensgründern berichtet wird.

Wie es weitergeht mit der katholischen Kirche in Deutschland, entscheiden nicht die 95%, die einen katholischen Taufschein haben, sondern die Katholiken, die sich begeistern lassen und den Mut haben, einen neuen Lebensstil zu praktizieren.“


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