Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  2. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  3. „Mir sind konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die diese Darstellung als verstörend empfanden“
  4. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  5. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  6. Nach fast drei Wochen bricht die Diözese Rottenburg-Stuttgart das Schweigen
  7. Menschenrecht auf Abtreibung?
  8. So fühlt sich Nachhausekommen an
  9. These: Die Wahrheit steht über der nachdrücklichen Forderung nach Einheit
  10. Regensburger Bischof Voderholzer beim Papst
  11. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  12. Der Weihnachtsglaube - Sand oder Fels
  13. BILD-Chefin Marion Horn fordert jetzt: Daniel Günther muss das zurücknehmen oder zurücktreten
  14. Griechisch-orthodoxe Bischöfe üben scharfe Kritik an EU-Plänen zu Abtreibungsfonds
  15. Gegen Agenden und Aktivismus: das Kardinalskollegium hält inne

Evanglische Kirche im Rheinland schafft Sonntagsgottesdienst ab

28. Februar 2024 in Deutschland, 12 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die evangelische Kirche gibt sich selbst auf, ihr „fast schon areligiöser Reformwille“ wirke vollkommen hilflos, kommentiert die „Welt“.


Berlin (kath.net / pk) Die erste evangelische Landeskirche in Deutschland schafft den Sonntagsgottesdienst ab. Das verkündete die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) vor einigen Wochen. Dass diese Nachricht keinen so richtig interessierte und auch kein „Beben“ auslöste, zeige, wie fortgeschritten die religiöse Gleichgültigkeit innerhalb der protestantischen Kirche ist, heißt es in einem Kommentar in der „Welt“.

„Vor lauter Sorge, den Anschluss an die moderne Gesellschaft zu verpassen, gibt sie ihren Glauben preis“, heißt es. „Die evangelische Kirche gibt sich selbst auf.“ Diesen Eindruck gewinne man durch den Missbrauchsskandal sowie die „systematische Verweltlichung“, die kirchenintern stattfinde. Die Kirche sei dabei nicht nur „Leidtragende einer fortschreitenden gesellschaftlichen Säkularisierung“, sondern „sie treibt ihre Entkirchlichung selbst in ungeheurem Ausmaß voran“.


Dass nun die erste evangelische Landeskirche in Deutschland den Sonntagsgottesdienst abschafft, „müsste eigentlich ein Beben auslösen“, schreibt die „Welt“-Kommentatorin. Passiert sei jedoch gar nichts, weder medial noch sonstwie. „Man kann daraus nur ableiten: Die Gesellschaft hat die Kirche abgeschrieben. Aber zur bitteren Wahrheit gehört auch: Die Protestanten tragen dazu selbst sehr viel bei.“

Die EKiR ist die zweitgrößte evangelische Landeskirche in Deutschland mit fast 2,2 Millionen Gemeindemitgliedern. Ab 1. März kann der Sonntagsgottesdienst auch auf einen Wochentag verlegt werden. Außerdem sollen Einschränkungen fallen in Bezug auf den liturgischen Raum: Taufe, Konfirmation, Trauung und Beerdigung können künftig an beliebigen öffentlichen Räumen stattfinde

Die Welt-Kommentatorin kann der Argumentation des Rheinischen Präses Thorsten Latzel nicht viel abgewinnen, der meinte, die Kirche komme damit zur urchristlichen Praxis zurück, wo etwa Taufen direkt am Wasser gefeiert wurden. Er verschweige, „dass wir heute vor einer grundlegend anderen Situation stehen“, nämlich: „Nicht nur das Bekenntnis zum Glauben, sondern auch das Wissen von Religion schwindet zunehmend. In einer Zeit, in der die Kirche den Menschen immer fremder wird, fällt den Protestanten nichts Besseres ein, als die Gesellschaft vollends von kirchlicher Realität zu entkoppeln.“

Die rheinländische Landeskirche stehe nicht allein in ihrem „Selbstzersetzungsprozess“. Es gebe Bestrebungen in der EKD, die Kirche so weit zu öffnen, „dass man sich fragt, was an ihr eigentlich noch protestantisch ist“. Ihr „fast schon areligiöser Reformwille“ wirke „vollkommen hilflos: Ohne Mitgliedschaft, ohne Bekenntnis, ohne christliche Verankerung – Hauptsache, man erreicht irgendwie noch Leute: Soll das die Zukunft der Kirche sein?“

Unter anderem nennt die Kommentatorin die Einführungen der „Pop-up-Hochzeiten“ durch die Landeskirche im Rheinland, „wo Paare ganz spontan einfach heiraten und kirchlich gesegnet werden können – im Freien, außerhalb des Kirchengebäudes, ohne vorheriges Traugespräch, ohne sichtbare Bindung an den Glauben und die Kirche. Doch man kann es den Leuten kaum vorhalten, wenn sie sich an der Beliebigkeit und Entsakralisierung gottesdienstlicher Praxis nicht stören. Der Kirche ist ja selbst nichts mehr heilig.”


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. "Beten wir gemeinsam für die kommende Welle!"
  3. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  4. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  5. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  6. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  7. Australischer Forscher Andrew Lowenthal analysiert Zensur in Deutschland
  8. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  9. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  10. Regensburger Bischof Voderholzer beim Papst
  11. „Mir sind konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die diese Darstellung als verstörend empfanden“
  12. Menschenrecht auf Abtreibung?
  13. Gott schütze Venezuela!
  14. Papst Leo XIV: Meinungsfreiheit auch im Westen beschränkt
  15. MEHR hippe Missionare in Augsburg

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz