Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Bischof Heiner Wilmer empfängt Kommunion aus den Händen einer Laiin
  2. EWTN-Chefin Maria Montserrat Alvarado wird neue Kommunikationspräfektin
  3. Episkopale Arbeitsverweigerung in einem kleinen Video
  4. Großbritannien: Blühende Tradi-Franziskaner-Kommunität steht vor der Auflösung
  5. Der synodale Prozess, eine Totgeburt von Anfang an!
  6. Wahrheit ist heilsrelevant
  7. 'Armutsindustrie' in der Kritik: Statistik misst Ungleichheit, nicht echte Not
  8. Erbärmlich! Lieber Peter Thiel, die meisten Österreicher sind nicht so!
  9. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  10. Kardinal Kasper warnt deutsche Kirche vor Arroganz: „Beste Methode, sich unbeliebt zu machen“
  11. Ritus, Zeichen und Symbol: Der Weg zum Mysterium
  12. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  13. Weltweiter Rosenkranz für den Frieden am 30. Mai mit Papst Leo XIV. – Übertragung aus dem Vatikan
  14. Papst an Pfadfinder: „Ihr verbindet auf kluge Weise das Buch der Natur mit dem Wort Gottes“
  15. Die große Kraft der Marienverehrung in der Endzeit

Das Wesen der Stille. Als eine einzige Herde, geliebt und versammelt von dem einen Hirten, Jesus

30. September 2023 in Aktuelles, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus: so müssen auch wir wie Abraham, wie Elija, wie Maria uns von viel Lärm befreien, um seine Stimme zu hören. Denn nur wenn wir still werden, erklingt sein Wort. Ökumenisches Abendgebet „Together“ - Versammlung des Volkes Gottes


Rom (kath.net) Ökumenisches Abendgebet „Together“ - Versammlung des Volkes Gottes, um dem Heiligen Geist die erste Sitzungsperiode der XVI. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode anzuvertrauen (Oktober 2023).

„Heute Abend sind wir als Brüder und Schwestern in Christus aus allen Himmelsrichtungen und aus der ganzen Welt auf dem Petersplatz versammelt: Mitglieder der Synode, junge Menschen, die am „Together“-Treffen teilnehmen, Verantwortliche und brüderliche Delegierte verschiedener Kirchen und christlicher Gemeinschaften …

Als Pilger des Glaubens freuen wir uns, gemeinsam unterwegs zu sein und zu beten. Wir sind dabei mit vielen Christen überall auf der Welt verbunden, die in ihren Gemeinden vor Ort mit uns beten. Während wir unseren Wunsch und unsere Entschlossenheit erneuern, gemeinsam der Einheit entgegenzugehen, ist unser Herz von Dankbarkeit erfüllt für all das, was Gott uns im Laufe des synodalen Prozesses seit Oktober 2021 geschenkt hat. In besonderer Weise möchten wir dem Heiligen Geist die Mitglieder der Versammlung anvertrauen, die sich in den nächsten drei Tagen mit einer geistlichen Einkehr auf die offizielle Eröffnung der Versammlung der Bischofssynode am 4. Oktober vorbereiten.“

***

„Die Stille ist wichtig, sie ist mächtig: Sie kann unsagbarem Leid im Unglück einen Ausdruck verleihen, aber auch in Momenten der Freude, einer Freude, die alle Worte übersteigt. Deshalb möchte ich mit euch kurz über seine Bedeutung im Leben des Gläubigen, im Leben der Kirche und auf dem Weg zur Einheit der Christen nachdenken.“

„Erstens ist die Stille wesentlich im Leben des Gläubigen“.

„Zweitens: Stille ist wesentlich im Leben der Kirche.“

„Und schließlich, drittens: Die Stille ist wesentlich auf dem Weg der Einheit der Christen.“

„Bitten wir deshalb im gemeinsamen Gebet darum, dass wir wieder neu lernen, still zu werden, um auf die Stimme des Vaters, den Ruf Jesu und das Seufzen des Geistes zu hören. Bitten wir darum, dass die Synode ein kairós der Geschwisterlichkeit wird, ein Ort, an dem der Heilige Geist die Kirche von Geschwätz, Ideologien und Polarisierungen reinigt. Nun da wir uns auf das bedeutende Jubiläum des großen Konzils von Nizäa zubewegen, bitten wir um die Fähigkeit, wie die Weisen aus dem Morgenland vereint und in Stille das Geheimnis des menschgewordenen Gottes anzubeten, in der Gewissheit, dass wir umso mehr untereinander geeint sein werden, je näher wir Christus sind. Und wie die Weisen aus dem Morgenland von einem Stern nach Betlehem geführt wurden, so möge das himmlische Licht uns zu unserem einen Herrn und zu jener Einheit führen, für die er gebetet hat. Machen wir uns gemeinsam auf den Weg, voller Sehnsucht, ihm zu begegnen, ihn anzubeten und ihn zu verkünden, »damit die Welt glaubt« (Joh 17,21).“


Predigt von Papst Franziskus beim Ökumenischen Abendgebet  „Together“

„Together“. „Gemeinsam“. Wie die frühe christliche Gemeinschaft am Pfingsttag. Als eine einzige Herde, geliebt und versammelt von dem einen Hirten, Jesus. Wie die große Schar im Buch der Offenbarung sind wir hier, Brüder und Schwestern »aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen« (Offb 7,9), aus verschiedenen Gemeinschaften und Ländern, Töchter und Söhne desselben Vaters, beseelt von dem Geist, den wir in der Taufe empfangen haben, berufen zu derselben Hoffnung (vgl. Eph 4,4-5).

Ich danke euch für eure Anwesenheit. Vielen Dank an die Gemeinschaft von Taizé für diese Initiative. Ich begrüße mit großer Zuneigung die Oberhäupter der Kirchen, die Verantwortlichen und Delegationen der verschiedenen christlichen Traditionen und euch alle, insbesondere die jungen Menschen: Danke, dass ihr gekommen seid, um für uns und mit uns zu beten, in Rom, vor der Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode, am Vorabend der Einkehrtage, die ihr vorausgehen. „Syn-odos“: Lasst uns gemeinsam gehen, nicht nur die Katholiken, sondern alle Christen, das ganze Volk der Getauften, das ganze Volk Gottes, denn „nur das Ganze kann die Einheit aller sein“ (J.A. Möhler, Symbolik oder Darstellung der dogmatischen Gegensätze der Katholiken und Protestanten nach ihren öffentlichen Bekenntnisschriften, II, Köln-Olten 1961, 698).

Wie die große Menschenmenge im Buch der Offenbarung haben wir in der Stille gebetet und einer großen Stille gelauscht (vgl. Offb 8,1). Und die Stille ist wichtig, sie ist mächtig: Sie kann unsagbarem Leid im Unglück einen Ausdruck verleihen, aber auch in Momenten der Freude, einer Freude, die alle Worte übersteigt. Deshalb möchte ich mit euch kurz über seine Bedeutung im Leben des Gläubigen, im Leben der Kirche und auf dem Weg zur Einheit der Christen nachdenken.

Erstens ist die Stille wesentlich im Leben des Gläubigen. In der Tat steht sie am Anfang und am Ende des irdischen Lebens Christi. Das Wort, das Wort des Vaters, hat sich in der Krippe und am Kreuz, in der Geburtsnacht und in der Osternacht zur „Stille“ gemacht. Heute Abend haben wir Christen in Stille vor dem Kruzifix von San Damiano verweilt, wie Jünger, die vor dem Kreuz, dem Lehrstuhl des Meisters, lauschen. Es war keine leere Stille, sondern ein Moment voll von Glauben, Erwartung und Bereitschaft. In einer Welt voller Lärm sind wir nicht mehr an die Stille gewöhnt, ja manchmal fällt es uns schwer, sie zu ertragen, weil sie uns mit Gott und mit uns selbst konfrontiert. Und doch ist sie die Grundlage der Sprache und des Lebens. Der heilige Paulus sagt, dass das Geheimnis des fleischgewordenen Wortes »seit ewigen Zeiten unausgesprochen war« (Röm 16,25), und er lehrt uns so, dass das Schweigen das Geheimnis bewahrt, so wie Abraham den Bund bewahrt hat, so wie Maria in ihrem Schoß das Leben ihres Sohnes bewahrt und in ihrem Herzen darüber nachgedacht hat (vgl. Lk 1,31; 2,19.51). Auf der anderen Seite braucht die Wahrheit kein gewaltiges Geschrei, um die Herzen der Menschen zu erreichen. Gott mag kein großes Aufheben und kein Geschrei, kein Gerede und kein Getöse. Er zieht es vor, wie bei Elija, durch ein »sanftes, leises Säuseln« (1 Kön 19,12) zu sprechen, durch einen „Klangfaden der Stille“. Und so müssen auch wir wie Abraham, wie Elija, wie Maria uns von viel Lärm befreien, um seine Stimme zu hören. Denn nur wenn wir still werden, erklingt sein Wort.

Zweitens: Stille ist wesentlich im Leben der Kirche. In der Apostelgeschichte heißt es: Nach der Rede des Petrus auf dem Konzil von Jerusalem »schwieg die ganze Versammlung« (Apg 15,12) und bereitete sich darauf vor, das Zeugnis von Paulus und Barnabas über die Zeichen und Wunder, die Gott unter den Völkern getan hatte, aufzunehmen. Das erinnert uns daran, dass das Schweigen in der kirchlichen Gemeinschaft eine geschwisterliche Kommunikation ermöglicht, in der der Heilige Geist die Standpunkte in Einklang bringt. Synodal zu sein bedeutet, einander auf diese Weise anzunehmen, in dem Wissen, dass wir alle etwas zu bezeugen und zu lernen haben, indem wir uns im Hören auf den »Geist der Wahrheit« (Joh 14,17) zusammentun, damit wir erkennen, was er »den Gemeinden sagt« (Offb 2,7). Und die Stille ermöglicht eben diese Unterscheidung durch aufmerksames Hören auf das „unaussprechliche Seufzen“ (vgl. Röm 8,26) des Geistes, das, oft verborgen, im Volk Gottes widerhallt. Bitten wir also den Geist für die Teilnehmer der Synode um die Gabe des Hörens: »des Hörens auf Gott, so dass wir mit ihm den Schrei des Volkes hören; des Hörens auf das Volk, so dass wir dort den Willen wahrnehmen, zu dem Gott uns ruft« (Ansprache anlässlich der Gebetsvigil zur Vorbereitung der Synode über die Familie, 4. Oktober 2014).

Und schließlich, drittens: Die Stille ist wesentlich auf dem Weg der Einheit der Christen. Sie ist nämlich grundlegend für das Gebet, mit dem die Ökumene beginnt und ohne das sie unfruchtbar ist. So betete Jesus, dass seine Jünger »eins sein« sollen (Joh 17,21). Das zum Gebet gewordene Schweigen ermöglicht es uns, das Geschenk der Einheit so anzunehmen, „wie Christus sie will“, „mit den Mitteln, die er will“ (vgl. P. Couturier, Gebet für die Einheit), nicht als eigenständige Frucht unserer eigenen Bemühungen und nach rein menschlichen Kriterien. Je mehr wir uns gemeinsam im Gebet an den Herrn wenden, desto mehr spüren wir, dass er es ist, der uns läutert und uns jenseits aller Unterschiede eint. Die Einheit der Christen wächst in der Stille vor dem Kreuz, genau wie die Samen, die wir erhalten werden und die die verschiedenen Gaben darstellen, die der Heilige Geist den verschiedenen Traditionen verliehen hat: unsere Aufgabe ist es, sie auszusäen, in der Gewissheit, dass Gott allein das Wachstum schenkt (vgl. 1 Kor 3,6). Sie werden ein Zeichen sein für uns, die wir aufgerufen sind, in aller Stille dem Egoismus zu sterben, um durch das Wirken des Heiligen Geistes in der Gemeinschaft mit Gott und in der Geschwisterlichkeit untereinander zu wachsen.

Bitten wir deshalb im gemeinsamen Gebet darum, dass wir wieder neu lernen, still zu werden, um auf die Stimme des Vaters, den Ruf Jesu und das Seufzen des Geistes zu hören. Bitten wir darum, dass die Synode ein kairós der Geschwisterlichkeit wird, ein Ort, an dem der Heilige Geist die Kirche von Geschwätz, Ideologien und Polarisierungen reinigt. Nun da wir uns auf das bedeutende Jubiläum des großen Konzils von Nizäa zubewegen, bitten wir um die Fähigkeit, wie die Weisen aus dem Morgenland vereint und in Stille das Geheimnis des menschgewordenen Gottes anzubeten, in der Gewissheit, dass wir umso mehr untereinander geeint sein werden, je näher wir Christus sind. Und wie die Weisen aus dem Morgenland von einem Stern nach Betlehem geführt wurden, so möge das himmlische Licht uns zu unserem einen Herrn und zu jener Einheit führen, für die er gebetet hat. Machen wir uns gemeinsam auf den Weg, voller Sehnsucht, ihm zu begegnen, ihn anzubeten und ihn zu verkünden, »damit die Welt glaubt« (Joh 17,21).

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG noch bis 22. JUNI!
  2. Episkopale Arbeitsverweigerung in einem kleinen Video
  3. Bischof Heiner Wilmer empfängt Kommunion aus den Händen einer Laiin
  4. Weltweiter Rosenkranz für den Frieden am 30. Mai mit Papst Leo XIV. – Übertragung aus dem Vatikan
  5. Der synodale Prozess, eine Totgeburt von Anfang an!
  6. Großbritannien: Blühende Tradi-Franziskaner-Kommunität steht vor der Auflösung
  7. EWTN-Chefin Maria Montserrat Alvarado wird neue Kommunikationspräfektin
  8. Kardinal Kasper warnt deutsche Kirche vor Arroganz: „Beste Methode, sich unbeliebt zu machen“
  9. RTL-Journalistin Liv von Boetticher: „Habe die Bundespolizei zwei Nächte lang auf Streife begleitet“
  10. Abtreibung mit Holocaust verglichen? Geistlicher vom Religionsunterricht freigestellt
  11. Erbärmlich! Lieber Peter Thiel, die meisten Österreicher sind nicht so!
  12. Das brennende Herz des heiligen Philipp Neri: Ein wissenschaftlich dokumentiertes Pfingstwunder
  13. Warum haben alte Kirchen einen verborgenen Raum unter dem Altar?
  14. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  15. Arche-Noah-Nachbildung feiert 10-jähriges Jubiläum

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz