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Zeitung veröffentlicht Brief an Pius XII. mit Fakten über KZ

19. September 2023 in Chronik, 3 Lesermeinungen
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"Corriere della sera": Brief eines deutschen Jesuitenpaters an Privatsekretär des Pacelli Papsts erwähnt auch KZ-Lager Auschwitz


Rom (kath.net/KAP) Die italienische Tageszeitung "Corriere della Sera" hat in ihrer Sonntagsbeilage "Lettura" den Brief im Original veröffentlicht, aus dem hervorgeht, dass Pius XII. spätestens im Dezember 1942 von Massenvernichtungslagern im Deutschen Reich wusste. In dem Schreiben des deutschen Jesuiten Lothar König heißt es unter anderem: "Die letzten Angaben über 'Rawa Russka' mit seinem SS-Hochofen, wo täglich bis zu 6.000 Menschen, vor allem Polen und Juden umgelegt werden, habe ich erneut über andere Quellen bestätigt gefunden. Auch der Bericht über Oschwitz (Auschwitz) bei Kattowitz stimmt."

Der Brief Königs ist an den persönlichen Assistenten von Papst Pius XII., Robert Leiber, gerichtet. Er enthält zudem den Hinweis, dass die beiliegenden Informationen "unter dem äußersten Risiko beschafft" worden seien.


"Wenn sie nicht unter der allergrößten Vorsicht und Umsicht gebraucht" würden, sei das Leben des Autors und anderer Menschen in Gefahr. Weiter schreibt König: "Hier ist die Besorgnis sehr groß, ob in Rom mit der nötigen Vorsicht vorangegangen würde und bei einer etwaigen Besetzung des Vatikans nichts, wirklich nichts Belanstendes vorgefunden werden könnte, was man gegen die deutsche Kirche auswerten kann."

Zwei Wochen später hielt Papst Pius XII. eine von Radio Vatikan weltweit übertragenen Weihnachtsansprache, in der er beklagte, dass "Hunderttausende Menschen ohne irgendeine Schuld und nur aufgrund ihrer Nationalität oder Rasse in den Tod geschickt werden."

In derselben Ausgabe der Zeitungsbeilage vom Sonntag findet sich ein Interview mit dem Vatikan-Archivar Giovanni Coco, der das Schreiben als erster ausgewertet hat. Darin berichtet er, dass der in dem Brief erwähnte Bericht über Auschwitz bislang noch nicht wieder gefunden worden sei.

Coco fügte hinzu, er gehe davon aus, dass bis zum Eintreffen des König-Briefes vom 14. Dezember 1942 der Vatikan zwar über die Existenz von Lagern wie Dachau oder Auschwitz informiert war. Man habe aber zunächst gemeint, dass die Konzentations-Lager lediglich Massen-Inhaftierungslager seien, in denen viele Menschen aufgrund der schlimmen Haftbedingungen starben.

Der nun gefundene Brief habe diese Wahrnehmung geändert, erklärte Coco. Das Schreiben habe sich in Beständen des vatikanischen Staatsekretariats befunden, die dem zentralen Apstolischen Archiv (früher: Vatikanisches Geheimarchiv) erst 2019 übergeben worden seien.

Copyright 2023 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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