Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  2. Bischof Oster kritisiert Leihmutterschaft scharf und spricht von „Skandal“
  3. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  4. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  5. ALfA begrüßt den Rücktritt Jens Spahns
  6. Die US-Bischöfe fördern die natürliche Familienplanung
  7. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  8. "Menschenhandel bleibt Menschenhandel"
  9. Vatikan: Neues Café auf Kuppel des Petersdoms öffnet im Herbst
  10. Sozialethiker Rhonheimer: Nicht der Kapitalismus verursacht Armut
  11. Gottes Wirken vollzieht sich im Verborgenen
  12. Vatikan dementiert Berichte über Ende des Rupnik-Verfahrens
  13. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  14. Deutsches Auswärtiges Amt verzichtet auf Genderschreibweise
  15. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò

Kardinal Marx will: „Alle an einen Tisch!“

28. Februar 2023 in Deutschland, 9 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Kardinal Marx reflektiert in Predigt bei DBK-Vollversammlung in Dresden über „unsere synodalen Suchbewegungen“: „Warum haben wir so viel Angst, was alles noch kommen kann?“


Dresden (kath.net/DBK) kath.net dokumentiert die Pressemeldung der Deutschen Bischofskonferenz in voller Länge:

Anlässlich des heutigen (28. Februar 2023) Gottesdienstes zur Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Dresden hat Kardinal Reinhard Marx (München und Freising) zu mutigen Suchbewegungen in der Kirche aufgerufen. „Es sind turbulente Zeiten mit enormen Herausforderungen, die vor uns in Kirche und Gesellschaft stehen. Die zentrale Frage für viele Menschen ist: Wie geht es weiter? Manchmal sind wir ratlos, unser Herz zerspringt und unsere Köpfe rauchen auf der Suche nach Wegen“, sagte Kardinal Marx in seiner Predigt in der Dresdner Kathedrale.

„Für uns als gläubige Menschen ist ein Weg der Klärung, damit wir Durchblick bekommen, das Gebet. Ohne das Gebet wird es keine Klarheit geben. Deshalb ist das Gebet die große Perspektive, wie wir versuchen in all den Dunkelheiten, dem Durcheinander – auch in unseren Herzen – Klarheit zu gewinnen und Prioritäten zu setzen“, so Kardinal Marx. Das Gebet schenke eine neue Perspektive, schaue auf ein „Du“ als Gegenüber und relativiere die alltäglichen Probleme: „Im Gebet ist es der Blick auf Gott und dessen uns umfassende Liebe und Barmherzigkeit.“


Das Schlüsselgebet für die Christen, so Kardinal Marx, sei das Vaterunser. „Haben wir genug überlegt, warum Jesus ausgerechnet dieses Gebet spricht, warum er sich damit von anderen Traditionen des Gebets absetzt und es so einfach und schlicht mitten in die Bergpredigt hineinstellt?“ Kardinal Marx erinnerte daran, dass in der Mitte des Vaterunsers die berühmte Brot-Bitte stehe: „Und gib uns unser tägliches Brot.“ Hier werde deutlich, dass Jesus immer gemeinschaftlich denke und nicht nur an den Einzelnen. „Wenn wir um das Brot bitten, heißt das nichts anderes als: alle an einen Tisch! Vielleicht ist das gerade ein Motto für die Gesellschaft und die Kirche, alle an einen Tisch.“

Alle an einen Tisch zeige, dass es nicht nur auf das Essen und Trinken ankomme, sondern dass es mehr brauche, um zu überleben. Es gehe, betonte Kardinal Marx, um das Brot für Leib und Seele, also um die Eucharistie, die das Zentrum des christlichen Glaubens sei: „Jesus bietet viele Tischgemeinschaften an, er möchte alle an einem Tisch versammeln. Er sagt uns: Kommt an meinen Tisch, wo das Brot gegessen wird, das zum Leben notwendig ist.“ Es sei Jesu Leib und Seele, die der Mensch erfahre, Himmel und Erde, es sei ein Reden Jesu, der niemals ohne den Menschen im Blick zu haben, handeln und sprechen würde. Kardinal Marx: „Hier geht es nicht um eine abstrakte Botschaft, eine Doktrin, sondern um das Leben, in dem sich die Welt an einem Tisch versammelt; wo das Brot gereicht wird, das Leib und Seele nährt. Und gleichzeitig spüren wir bei allem Konkreten, dass Gott auch immer das unsichtbare Geheimnis bleibt. Das sagt das Wort im Vaterunser, wenn wir sprechen, ‚geheiligt werde Dein Name‘. Trotzdem ist dieser Gott nah, denn das Reich Gottes ist angebrochen. Von der Hoffnung müssen wir leben, die greifbar ist.“

Kardinal Marx erinnerte in seiner Predigt auch an die letzte Bitte des Vaterunsers, wenn es um die Vergebung der Schuld gehe. „Wie wichtig ist dieser Teil des Gebets für unsere Kirche heute mit all ihrer eigenen Schuld, dem Dunkel, dem Leid, das sie anderen zugefügt hat, eine Kirche, in deren Mitte Verletzungen passiert sind, wo es Versagen und Verwundungen gab. Das müssen wir bekennen, auch wenn es schmerzhaft ist. Dazu fordert uns die Bitte des Vaterunsers auf.“ Es gelte, die eigene Angst zu überwinden, um mit einem klaren Blick nach vorne zu schauen, so Kardinal Marx. Dann könne die Kirche weniger in Angst erstarrt wirken, als sie es jetzt oft sei. Die Formulierung von Karl Rahner am Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils: „Das Konzil ist der Beginn eines Beginns“ sei ein starkes Wort, das für die Kirche auch in dieser Zeit hilfreich sei, sagte Kardinal Marx: „Das ist ein Wort, das uns gerade jetzt bei unseren synodalen Suchbewegungen helfen kann. Wir brauchen mehr davon! Warum haben wir so viel Angst, was alles noch kommen kann? Christus kommt von vorne auf uns zu und mit diesem Zuspruch sollten wir in die nächste Zeit hineingehen als Kirche in Deutschland, orientiert am Vaterunser, dem roten Faden für unser Leben und unser Handeln.“

Archivfoto Kardinal Marx (c) Erzbistum München


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  3. Bischof Oster kritisiert Leihmutterschaft scharf und spricht von „Skandal“
  4. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  5. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  6. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  7. ALfA begrüßt den Rücktritt Jens Spahns
  8. "Menschenhandel bleibt Menschenhandel"
  9. DANKE JUSTIN! - Kanadischer Sänger bringt Stadion während WM-Finale mit „Halleluja“ zum Schweigen!
  10. Sozialethiker Rhonheimer: Nicht der Kapitalismus verursacht Armut
  11. Vatikan: Neues Café auf Kuppel des Petersdoms öffnet im Herbst
  12. Nach dem WM-Krimi um 3. Platz - England- und Frankreich-Stars vereint im Gebet
  13. Kardinal Burke: ‚Die Synodalität muss gestoppt werden‘
  14. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  15. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz