Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  2. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  3. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  4. Am Grab des Petrus – Die diesjährige Romwallfahrt Ad Petri Sedem
  5. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  6. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  7. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  8. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  9. Wir machen da was mit Medien
  10. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  11. „Wir werden erwartet“
  12. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich
  13. Zisterzienserpater Isaak Maria Käfferlein aus Neuzelle: „Getauft sein reicht nicht!“
  14. Wie Halloween begann: Das Fest wurzelt in einem großen Exorzismus
  15. Nach Christus-Verhöhnung: CDU-Politikerin Bosbach legt Beschwerde gegen Jan Böhmermann ein

Führt der deutsche Synodale Weg ins Schisma?

23. Februar 2023 in Kommentar, 53 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Häresie, Apostasie, Schisma, „vermutlich sind uns allen diese drei Formen der Abwendung von Gott und der Kirche des Herrn bekannt – aus eigenem Erleben…“ Gastbeitrag von Thorsten Paprotny


Bonn-Vatikan (kath.net) Einfach gläubige Katholiken in ganz Deutschland, aber auch lehramtstreue Kleriker, Gelehrte und Laien überall der auf der Welt wissen und kennen, was in dem in jeder Kirchenprovinz, in jeder Diözese, in jeder Pfarrgemeinde und für jeden Katholiken verbindlich gültigen Codex Iuris Canonici in Can. 751 dargelegt ist: „Häresie nennt man die nach Empfang der Taufe erfolgte beharrliche Leugnung einer kraft göttlichen und katholischen Glaubens zu glaubenden Wahrheit oder einen beharrlichen Zweifel an einer solchen Glaubenswahrheit; Apostasie nennt man die Ablehnung des christlichen Glaubens im ganzen; Schisma nennt man die Verweigerung der Unterordnung unter den Papst oder der Gemeinschaft mit den diesem untergebenen Gliedern der Kirche.“

Vermutlich sind uns allen diese drei Formen der Abwendung von Gott und der Kirche des Herrn bekannt – aus eigenem Erleben. Im Religionsunterricht, in Predigten, in den Medien, an vielen Orten der Gesellschaft, in der Erwachsenenbildung, in Seminaren und Vorlesungen, in Äußerungen von Klerikern und selbstverständlich auf dem deutschen Synodalen Weg finden wir Beispiele dafür. Diese Welt kann sich in Institutionen und im Alltag als eine Schule der Gottlosigkeit erweisen. Viele von uns werden auch aus der eigenen Glaubensgeschichte die Erfahrung der tiefen Nacht des Zweifels oder die Wüste des Unglaubens kennengelernt und erlitten haben – und für viele von uns ist, jedes Jahr aufs Neue, der Ruf Jesu, der an uns zu Beginn der Österlichen Bußzeit ergeht, eine wichtige Mahnung und zugleich eine Befreiung, ja eine Frohe Botschaft: „Bekehrt euch, und glaubt an das Evangelium!“

Diese eindringliche Bitte um wahrhaftige Umkehr erfüllt die Gläubigen, mit Blick auf ihr eigenes Leben – und sie schauen dabei hierzulande mit großer Sorge auf den deutschen Synodalen Weg. Das Credo der Kirche aller Zeiten und Orte scheint durch eine postmoderne Wissenschaftsgläubigkeit ersetzt worden zu sein. Bindend ist nicht mehr die Treue zur Stiftung Jesu Christi und zur lebensfreundlichen Morallehre der Kirche. Amtsträger der Kirche und viele andere huldigen den Weisheitslehren aus dem Fundus der sogenannten „Humanwissenschaften“, inspiriert von Michel Foucault.


Das deutschkatholische Sendungsbewusstsein wird deutlich, wenn in der Präambel der Fünften Vollversammlung des Synodalen Weges, die vom 9. bis 11. März stattfinden wird, geringschätzig und hochgemut über „lebensfeindliche Verengungen der kirchlichen Sexualmoral“ räsoniert wird. Gefordert werden „klare Voten, damit die Weltkirche unsere Stimme, die Stimme der katholischen Kirche aus Deutschland, hören kann“. Erkennbar wird zugleich, dass sich der deutsche Synodale Weg konzilswidrige Ziele setzt: „In einer synodalen Kirche nehmen alle ihre Sendung wahr und bestimmen mit, wenn es um Weichenstellungen für die Zukunft geht: In einer synodalen Kirche verstehen sich alle Gläubigen gemeinsam als Menschen, die auf Gott, auf sein Wort und auf die anderen Menschen hören. In einer synodalen Kirche werden die Zeichen der Zeit gemeinsam gedeutet.“

Vom Lehramt der Kirche, des Papstes und der Bischöfe wird nicht gesprochen. Einer diffusen Gemeinschaft obliegt also die Deutungshoheit. Deutsche Synodalisten wollen das Lehramt korrigieren – und wer mehr darüber wissen möchte, höre sich diese Predigt (siehe Link) von Pater Engelbert Recktenwald an. Die Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils interessiert nicht mehr. In „Gaudium et spes“ lesen wir nämlich in Abschnitt 4: „Zur Erfüllung dieses ihres Auftrags obliegt der Kirche allzeit die Pflicht, nach den Zeichen der Zeit zu forschen und sie im Licht des Evangeliums zu deuten.“ Vom „Licht des Evangeliums“ ist also auf dem deutschen Synodalen Weg nicht die Rede.

Bedenkenswert in diesem Zusammenhang ist auch Abschnitt 43 der Pastoralkonstitution: „Die Laien aber, die am ganzen Leben der Kirche ihren tätigen Anteil haben, sind nicht nur gehalten, die Welt mit christlichem Geist zu durchdringen, sondern sie sind auch dazu berufen, überall, und zwar inmitten der menschlichen Schicksalsgemeinschaft, Christi Zeugen zu sein. Die Bischöfe aber, denen das Amt, die Kirche Gottes zu leiten, anvertraut ist, sollen mit ihren Priestern die Botschaft Christi so verkündigen, daß alle irdischen Tätigkeiten der Gläubigen von dem Licht des Evangeliums erhellt werden.“ Das Konzil betont also das „Licht des Evangeliums“, nicht die Inspiration durch die säkularen Irrlichter dieser Zeit – es steht gegen die „Diktatur des Relativismus“ (Joseph Ratzinger – Benedikt XVI.).

In dem „Handlungstext: Frauen in sakramentalen Ämtern“ des Forums IV lesen wir in dem Abschnitt „Zugang von Frauen zum gesamten sakramentalen Amt“: „Der auf dem Synodalen Weg in Deutschland gewagte neuerliche Beginn einer Zeit der theologischen Argumentation im Blick auf die Teilhabe von Frauen am sakramentalen Amt hat zur Voraussetzung, dass die bisher vorliegenden Lehrtexte nicht den Grad letztgültiger Verbindlichkeit erreicht haben.“ Diese „Voraussetzung“ aber liegt nicht vor.

Am 22. Mai 1994 erklärte der heilige Johannes Paul II. mit letztgültiger Verbindlichkeit in „Ordinatio sacerdotalis“: „Obwohl die Lehre über die nur Männern vorbehaltene Priesterweihe sowohl von der beständigen und umfassenden Überlieferung der Kirche bewahrt als auch vom Lehramt in den Dokumenten der jüngeren Vergangenheit mit Beständigkeit gelehrt worden ist, hält man sie in unserer Zeit dennoch verschiedenenorts für diskutierbar, oder man schreibt der Entscheidung der Kirche, Frauen nicht zu dieser Weihe zuzulassen, lediglich eine disziplinäre Bedeutung zu. Damit also jeder Zweifel bezüglich der bedeutenden Angelegenheit, die die göttliche Verfassung der Kirche selbst betrifft, beseitigt wird, erkläre ich kraft meines Amtes, die Brüder zu stärken (vgl. Lk 22,32), daß die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und daß sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben.“ Niemand ist verpflichtet, diese endgültige Entscheidung persönlich gut zu finden. Aber jeder Katholik ist verpflichtet, diese endgültige Entscheidung in Treue zum Papst und Kirche des Herrn anzunehmen. Erinnern wir uns also an Can. 751: „Schisma nennt man die Verweigerung der Unterordnung unter den Papst oder der Gemeinschaft mit den diesem untergebenen Gliedern der Kirche.“ Wie der heilige Ambrosius lehrte: Wo der Papst ist, ist die Kirche. Das galt gestern, das gilt heute – und das gilt morgen.

Der Autor Dr. Thorsten Paprotny (siehe Link) lehrte von 1998-2010 am Philosophischen Seminar und von 2010 bis 2017 am Institut für Theologie und Religionswissenschaft der Leibniz Universität Hannover. Er publizierte 2018 den Band „Theologisch denken mit Benedikt XVI.“ im Verlag Traugott Bautz und arbeitet an einer Studie zum Verhältnis von Systematischer Theologie und Exegese im Werk von Joseph Ratzinger / Benedikt XVI.

kath.net-Buchtipp
Theologisch denken mit Benedikt XVI.
Von Thorsten Paprotny
Taschenbuch, 112 Seiten
2018 Bautz
ISBN 978-3-95948-336-0
Preis Österreich: 15.50 EUR


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Vatikan-Außenminister: Papstreise nach USA 2027?
  3. “As a bishop, my duty is to proclaim the faith of the Church”
  4. Erzbischof Marini über Johannes Paul II.: Er war für mich ein zweiter Vater
  5. ‚Ghost Soldier‘ – Action-Film mit Jim Caviezel in der Hauptrolle und Gebet zum Erzengel Michael
  6. ‚Big Bang Theory‘-Produzent warnt: Gesellschaften ohne Gott fallen in Tyrannei
  7. "Österreich-Feier" im Stephansdom mit Lichterprozession und Pummerin
  8. Pakistan: Gericht prüft erneut Fall von entführter Christin
  9. Vatikan bestätigt Papstreise nach Südamerika im vollen Umfang
  10. Wir machen da was mit Medien
  11. „Habe Entwicklung zur Ausblendung wichtiger Themen und der Tabuisierung von Kritik selbst erlebt“
  12. Glaubensweitergabe im Wandel der Zeit
  13. Nach Anschlag in Paris: Kritik an Macrons Aussage über religiös motivierte Gewalt
  14. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  15. Eine unzählbare Schar von Zeugen - Heiligkeit kennt keine Grenzen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz