Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fernández: „Miterlöserin“ in offiziellen Vatikandokumenten tabu, in der privaten Andacht erlaubt
  2. Vatikan macht sich für Monogamie in der Ehe stark
  3. Karmeliten-Pater Joshy Pottackal wird neuer Weihbischof im Bistum Mainz
  4. „Als katholischer Christ und als Hochschullehrer macht mich dieser Vorgang tief traurig“
  5. Papst Leo XIV. empfängt deutsche Theologin und Bätzing-Marx-Kritikerin Katharina Westerhorstmann
  6. Papst will für 2033 Treffen aller Kirchen in Jerusalem
  7. Latein nicht mehr erste Amtssprache im Vatikan
  8. 'Für mich gilt: Mein Leben liegt in der Hand Gottes'
  9. Mutig: Fürst Albert II. verweigert für Monaco die Ausweitung der legalisierten Abtreibung
  10. "Hassprediger und Hofnarr"
  11. R.I.P. Martin Lohmann
  12. Salzburg: Die drei Goldensteiner Ordensfrauen dürfen im Kloster bleiben, ABER...
  13. „Wir bestreiten das Recht einiger Bischöfe, für alle Bischöfe zu sprechen und handeln“
  14. Die (w)irren Begründungen der Diözese Linz bei dutzenden Pfarrauflösungen
  15. Drei Brücken zum Licht. Vom Zion zum Bosporus: Erneuerung der Einheit

'Infideles non judicantur, sed jam judicati sunt'

19. März 2023 in Spirituelles, 15 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


"Die Ungläubigen werden nicht gerichtet, sondern sie sind schon gerichtet" - Was erwartet uns beim Jüngsten Gericht? - Thomas von Aquin hatte bereits im 13. Jahrhundert spannende Antworten - Von Roland Noé


Rom (kath.net)

Das jüngste Gericht, kein passendes Thema für eine Kirchenpredigt oder für den Religionsunterricht? Man möchte doch die Gläubigen nicht verunsichern und "Frohbotschaft" statt "Drohbotschaft" usw. Doch klar ist, dass wir alle auf das Gericht zusteuern, ob wir es wollen oder nicht, auch wenn wir es gerne verdrängen wollen. Doch was erwartet uns beim Gericht. Der Heilige Thomas von Aquin, der neben Augustinus der vielleicht größte Kirchenlehrer, hatte bereits im 13. Jahrhundert verblüffende Antworten. So erinnert Thomas daran, dass beim Endgericht Christus die Richtergewalt habe. Dieser bekam vom Vater die "Gewalt", Gericht zu halten. Neben ihm werden aber die Apostel auf den Richterstühlen sitzen. "Weil das Endgericht wegen des Lohnes und der Strafe der sichtbaren Leiber ergehen wird, ist es sinnvoll, daß dieses Gericht in sichtbarer Weise statthabe. Darum auch wird Christus Gericht halten in der Gestalt seiner Menschheit, die alle sehen können, die Guten wie die Bösen. Die Schauung seiner Gottheit aber macht glückselig, darum wird sie nur von den Guten gesehen werden können. Das Gericht über die Seelen jedoch wird, da es ja über Unsichtbares ergeht, unsichtbar geschehen."


Auch der Ort für das "Letzte Gericht" ist für Thomas klar. Dies werde an dem Orte sei, der "Christus gemäß" ist im Hinblick auf seine Menschlichkeit. Gemeint ist das Tal Josaphats, weil dieses Tal unter dem Ölberg liegt und dort Christus die Todesleiden ertragen musste und dies auch Ort ist, wo Christus in den Himmel aufgefahren ist. Der Theologe erinnert in dem Zusammenhang an die Worte der Apostelgeschichte "Wie ihr ihn in den Himmel habt aufsteigen sehen, so wird er wiederkommen".

Wenn das Endgericht beim Menschen vollbracht ist, dann werde laut Thomas die menschliche Natur von Grund auf in "ihren Endzustand" eingesetzt. Zuvor wird aber durch einen einzigen Machtspruch Gottes einem jeden die eigenen Tagen ins Gedächtnis gerufen. "Und diese Kraft, sofern sie dem Menschen die eigenen Taten ins Gedächtnis zurückführt, wird ‚Buch des Lebens‘ genannt.", schreibt der Theologe dazu und erinnert dann in dem Zusammenhang an das Element des Feuers im Zusammenhang mit dem Fegefeuer. "Weil aber unter den Elemente das Feuer das wirkkräftigste und das am meisten Vergängliches verzehrende ist, wird die Aufzehrung der Dinge, die im künftgen Stande nicht bleiben dürfen, auf die gemäßeste Weise durch Feuer geschehen. Und so heißt es gemäß dem Glauben, daß die Welt am Ende durch das Feuer gereinigt werden wird, nicht allein von den vergänglichen Körperdingen,sondern auch von der Befleckung, die dieser Stätte anhaftet durch."

Doch das Ziel ist für Thomas klar: "Sowohl Gottes wie des Engels wie auch des Menschen letztes Glück und Glückseligkeit ist: Gott zu schauen". Zu den Ungläubigen selbst schreibt der Theologe: "„Die Ungläubigen werden nicht gerichtet, sondern sie sind schon gerichtet" (Infideles non Judicantur, sed jam judicati sunt."

 

Buchtipp:  Thomas von Aquin, Sentenzen über Gott und die Welt, 487 Seiten, 19 Euro

 

 


Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Thomas von Aquin

  1. Schädelreliquie des heiligen Thomas von Aquin auf dreiwöchiger Reise durch die USA
  2. Benutzerfreundliche Version der ‚Summa Theologiae’ im Internet verfügbar
  3. Der heilige Thomas von Aquin: Philosophie für die Theologie im Dialog
  4. Gratia supponit naturam
  5. Mixa: 'Thomas war scharf im Denken, innig in der Liebe des Herzens'
  6. Pädagogik des Thomas von Aquin: 'Helfen, zu sein'
  7. Sentenzen über Gott und die Welt






Top-15

meist-gelesen

  1. R.I.P. Martin Lohmann
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. Papst Leo XIV. empfängt deutsche Theologin und Bätzing-Marx-Kritikerin Katharina Westerhorstmann
  4. Fairer Streiter für die Wahrheit – Ein Nachruf auf Dr. h.c. Martin Lohmann (14.3.1957-24.11.2025)
  5. „Als katholischer Christ und als Hochschullehrer macht mich dieser Vorgang tief traurig“
  6. Die (w)irren Begründungen der Diözese Linz bei dutzenden Pfarrauflösungen
  7. Karmeliten-Pater Joshy Pottackal wird neuer Weihbischof im Bistum Mainz
  8. Vatikan macht sich für Monogamie in der Ehe stark
  9. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen
  10. Fernández: „Miterlöserin“ in offiziellen Vatikandokumenten tabu, in der privaten Andacht erlaubt
  11. "Hassprediger und Hofnarr"
  12. Mutig: Fürst Albert II. verweigert für Monaco die Ausweitung der legalisierten Abtreibung
  13. Papst will für 2033 Treffen aller Kirchen in Jerusalem
  14. „Wir bestreiten das Recht einiger Bischöfe, für alle Bischöfe zu sprechen und handeln“
  15. "Was kümmert es den Mond, wenn ihn der Hund anbellt"

© 2025 kath.net | Impressum | Datenschutz