Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  2. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  3. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  4. Schwester Helen und angebliche Flirt-Fantasien der Dominikaner
  5. Papst verkündet neuen Friedensappell der Weltreligionen in Assisi
  6. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  7. NZZ: 'Die Kirchen arbeiten an der Ächtung der AfD mit'
  8. Die Mitwirkung der seligen Jungfrau Maria an der Erlösung
  9. Zehn Jahre Amoris laetitia: die Schule des Zuhörens
  10. Wir können NICHT schweigen!
  11. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare
  12. „Meine Lieben! Darum soll der Rosenkranz nicht vergessen auf dem Boden einer Schublade liegen“
  13. Papst Leo: 'Ehe offenbart etwas von Gottes Geheimnis'
  14. Christliche Eltern beten für den Mann, der ihre Töchter bei Autounfall tötete
  15. Forscher sprechen von neuen Beweisen für möglichen Fundort der Arche Noah

Türkei geht gezielt gegen christliche Missionare im Inland vor

22. September 2022 in Weltkirche, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


In den letzten zwei Jahren wurden über 60 Christen, überwiegend Leitungspersönlichkeiten aus dem evangelikalen Bereich, ohne nachvollziehbaren Grund wie Terroristen abgeschoben. Auch türkische Gerichte sehen keine Verletzung der Religionsfreiheit


Istanbul/Ankara (kath.net/mk) Die gebürtigen US-Amerikaner Pam und Dave Wilson waren 35 Jahre lang als christliche Missionare in der Türkei tätig gewesen – bis ihnen im Februar 2019 am Flughafen von Istanbul die Einreise verwehrt wurde, weil sie eine „Gefahr für die öffentliche Sicherheit“ darstellten. Das berichtet ADF International. Die Wilsons mussten schließlich, nachdem sie einige Tage am Flughafen gecampt und Klärungsversuche ihres Rechtsbeistands abgewartet hatten, wieder zurück in die USA fliegen. Ganz überraschend kam die drastische Anordnung der türkischen Behörden allerdings nicht: Bereits in den 80er-Jahren wurden Pam und Dave – noch unverheiratet – kurz hintereinander aus der Türkei abgeschoben. Sie hatten Bibelrunden und Katechesen organisiert sowie Inserate für das Neue Testament geschaltet.


Einige Male ging das so in den folgenden Jahren, und die Wilsons verzeichneten auch rechtliche Erfolge gegen die Schikanen vor den türkischen Gerichten. Doch die Politlandschaft hat sich in den letzten drei Jahrzehnten drastisch zulasten der Christen geändert: die Regierung hat das Rechtssystem stark umgebaut, Christen erleben zunehmende Verfolgung. So wurde die Klage gegen das Einreiseverbot 2019 von allen Gerichten bis zum Verfassungsgericht abgewiesen. Und das Ehepaar erfährt auch, dass sie nicht die einzigen Betroffenen sind: auch andere missionarisch tätige Christen, meist aus dem evangelikalen Umfeld, wurden von den Behörden als Gefahr für die öffentliche Sicherheit gebrandmarkt (normalerweise eine Bezeichnung für Terroristen) und abgeschoben bzw. dürfen nicht mehr einreisen. Die Teilnahme an einer einzigen christlichen Konferenz genügte für manche, irgendein Gesetzesverstoß war gar nicht notwendig.

In verschiedenen Prozessen stellt sich heraus, dass der Geheimdienst involviert ist, und offenbar gezielt gegen Leitungspersönlichkeiten aus protestantischen Kirchen vorgeht. In den letzten zwei Jahren sind nach der Zählung von ADF International über 60 Christen aus der Türkei ohne nachvollziehbaren Grund abgeschoben worden. Auch der bewegende Fall des amerikanisch-kanadischen Missionars David Byle zählt dazu – kath.net hat berichtet (https://kath.net/news/76548). Sein Fall wurde bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrecht in Straßburg gebracht, der jedoch vor kurzem die Bearbeitung ablehnte. Diese eklatanten Diskriminierungen, die nicht nur die Glaubensverkündigung selbst betreffen, sondern in der Regel das gesamte Hab und Gut sowie das gewachsene soziale Umfeld, sollten vor allem angesichts der mehreren Milliarden an EU-Geldern zu denken geben, die die Türkei bereits als „Heranführungshilfe“ von der EU erhalten hat. Trotz allem, oder vielleicht gerade wegen des Gegenwindes, sind die christlichen Gemeinden in der Türkei am Wachsen.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare
  3. US-Studie: Regelmäßiger Kirchgang sorgt für glücklichere Ehen und mehr Intimität
  4. USA: Monat des Respekts für das Leben im Zeichen des Kampfs gegen Abtreibungspillen
  5. Florentiner Klosterapotheke entwickelte eines der frühesten Cola-Rezepte
  6. Gericht in Tschechien rehabilitiert "Märtyrer-Kardinal" Trochta
  7. Thilo Sarrazin warnt vor Folgen der demografischen Entwicklung in Berlin
  8. Vatikan beendet Reflexionsprozess bei den Servi Jesu et Mariae
  9. „Meine Lieben! Darum soll der Rosenkranz nicht vergessen auf dem Boden einer Schublade liegen“
  10. Der verworfene Stein wurde zum Fundament: Gott wirft unser Leben niemals weg
  11. Diözese Linz: In der Hälfte der Klassenzimmer in der Stadt Wels fehlten die Kreuze
  12. Christliche Eltern beten für den Mann, der ihre Töchter bei Autounfall tötete
  13. Ukrainischer Bischof: "Es gibt so unglaublich viel Leid"
  14. Ägyptisch-amerikanischer Pastor warnt vor ‚unheiliger Allianz‘ zwischen Linken und Islamisten
  15. Über 3000 Teilnehmer beim Marsch fürs Leben in Wien 2026

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz