Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Konflikt um Alte Messe betrifft Auffassung über Kirche und ihre Rolle in der Welt
  2. Allein den Betern kann es noch gelingen - Schicken Sie uns Ihr Anliegen!
  3. „Der protestantische Niedergang in Deutschland stellt die Logik des Synodalen Weges in Frage“
  4. Papst über katholische Schulen: Es geht nicht um Missionierung
  5. Schweizer Staatskirchenportal verbreitet Propaganda für das Töten ungeborener Kinder
  6. "Liebe Herren-Kund*innen!" - Gender-Gaga bei H&M 
  7. Bitte unterstützen Sie kath.net (nicht nur vor Weihnachten) via AmazonSmile-Programm
  8. Kohlgraf: Papst Franziskus ist über Synodalen Weg „gut informiert“, aber beurteilt ihn „kritisch“
  9. „Pandemie der Ungeimpften“? – Vorwurf: Politische Maßnahmen ignorierten wissenschaftliche Studien
  10. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre DRINGENDE Hilfe!
  11. Brasilianischer Kardinal Tempesta exkommuniziert Diözesanpriester Holtz unter „Schisma“-Vorwurf
  12. „Teufel ade, wir brauchen den guten Arzt nicht mehr, wir haben die Medizin“
  13. 'Jesus, Josef und Maria - Ich kenne nur eine 'Royal family'
  14. Katholisch im absurden Theater
  15. Wo Arbeitsrecht zu Arbeits(un)recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!

Clara Lejeune: Das Leben ist ein Geschenk – Mein Vater Jérome Lejeune

31. Jänner 2022 in Buchtipp, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der französische Wissenschaftler, Ethiker und überzeugte Katholik Jérome Lejeune war ein streitbarer, charakterstarker Mann, der massiven Widerspruch erzeugte, weil er sich für das Lebensrecht jeder Kreatur einsetzte.


Linz (kath.net)

Der französische Wissenschaftler, Ethiker und überzeugte Katholik Jérome Lejeune war ein streitbarer, charakterstarker Mann, der massiven Widerspruch erzeugte, weil er sich für das Lebensrecht jeder Kreatur einsetzte. Lejeune erwarb sich große wissenschaftliche Meriten in der Diagnose der Ursachen von Erbkrankheiten. Die Kritik am Lebensschützer Lejeune ging so weit, dass der Menschenfreund besonders von linken Zynikern geradezu als Menschenfeind dargestellt wurde. Seine Tochter Clara Lejeune hat in ihrer biographischen Skizze Das Leben ist ein Geschenk - Mein Vater Jérome Lejeune eine gefühlvolle Abhandlung über das Leben und Wirken ihres Vaters geschrieben. Sie zeichnet ein Bild über den Familienmenschen, den herausragenden Wissenschaftler und unerschütterlichen Katholiken an Hand feiner Anekdoten und kleiner Narrative.

 

Die Entdeckung der Trisomie

Lange in der Geschichte wurde die Trisomie 21 als Krankheit gesehen, die durch ein sündiges Sexualleben bedingt war. Lejeune fand jedoch heraus, dass es sich dabei um eine Erbkrankheit handelte. Das 21. Chromosom war dreifach statt zweifach vorhanden und führte zu Funktionsstörungen im Gehirn. Somit wurde das Schuldargument wissenschaftlich entkräftet. Lejeune hatte eine große Liebe für die Geschöpfe, die behindert auf die Welt gekommen, aber dennoch fähig waren, Liebe auszustrahlen. Bewegend ist der von der Verfasserin geschilderte Moment, als ein behindertes Kind, das eine Debatte über die Abtreibung kranker Kinder mitbekommen hatte, zum Wissenschaftler sagte: „Uns will man töten. Du mußt uns verteidigen. Wir sind zu schwach, und wir wissen nicht, wie das geht“ (S. 42). Diese Begegnung führte dazu, dass der Lebensschutz ins Zentrum seiner Mission rückte; die Opfer, die er dafür in Bezug auf wissenschaftliches Ansehen und persönliche Nachteile bringen musste, waren ihm von Beginn an sehr bewusst, zeigt seine Tochter deutlich auf.

Der Glaube an die Ebenbildlichkeit des Menschen leitete das Leben des Jerome Lejeune. Seine Tochter stellt dar, wie er einem Landpfarrer begegnet war, der ihm die Maximen für sein Leben mitgegeben habe. Der Geistliche sagte ihm: „Na ja, so einfach geht das: Die Wahrheit wird euch frei machen, die Demut stellt euch alle auf den selben Stand und die Vaterschaft wird euch lehren, daß ihre alle Brüder seid, weil ihr denselben Vater habt.“

In diesem Geiste handelte Lejeune und setzte seine Mission für den Schutz des Lebens vom frühsten Stadium an bis zum letzten Atemzug fort.

 

Der Hass auf den Lebensschützer

Unter Johannes Paul II., mit dem ihn eine echte Freundschaft verband, wurde Lejeune zum Vorsitzenden der Päpstlichen Kommission für das Leben berufen. Der Papst sagte zu Lejeunes anderer Tochter Anouk nach dem Tod des Forschers Folgendes: „Aus menschlicher Sicht brauchen wir ihn so sehr. Vielleicht aber ist sein Tod ein Geschenk, das er der Akademie gemacht hat, für all diese Arbeit zugunsten des Lebens. Ist Christus nicht am Kreuz gestorben, um uns zu retten?“

In der vom Zeitgeist durchdrungenen Öffentlichkeit wurde der französische Wissenschaftler hingegen als fanatischer Vertreter einer reaktionären Ideologie massiv diskriminiert. Seine Kinder erlebten mit, wie der einst hoch angesehene Wissenschaftler zu einem Aussätzigen geworden war, weil er sich der Meinungsdiktatur einer scheinliberalen Mehrheit nicht zu beugen bereit war. Dass sich Menschen Humanisten nennen, die mit dem Lebensrecht des Geschöpfes völlig unverantwortlich umgehen und Menschen, die sich für den Lebensschutz einsetzen, als Unmenschen und reaktionäre Fanatiker gebrandmarkt werden, ist eine der großen Absurditäten unserer gegenwärtigen Zeitgeistmoral.

Das Leben Lejeunes zeigt, dass der Einsatz für das Leben in christlichem Sinne Rückgrat und klare Überzeugungen erfordert. Es ist einfach, den breiten Weg zu gehen, prognostizierten uns Jesus und die Apostel. Um so heller scheint der Stern derjenigen, die den Mut haben, durch die schmale Pforte zu gehen.

 

Das Erbe: die Lejeune-Stiftung

Mit der Lejeune-Stiftung (www.fondationlejeune.org), die von Birthe Lejeune geleitet wird, wird das wissenschaftliche und geistliche Erbe Jerome Lejeunes fortgeführt. So werden 7300 Patienten, die an diversen genetisch bedingten Krankheiten des Geistes leiden, finanziert. Dazu werden Forschungsprogramme gefördert, die den Zusammenhang von Trisomie 21 und Alzheimer sowie bestimmte Formen psychomotorischer Störungen untersuchen. Zur optimalen Wissensgenerierung werden internationale Kooperationen mit wissenschaftlichen Partnern geschlossen, die die Glaubensgrundsätze der Stiftung akzeptieren.

Diese Buch ist in Zeiten der biopolitischen Betrachtung des Menschen, der Pränataldiagnostik und Stammzellenforschung für Christen ein wichtiger Baustein, um die eigenen Überzeugungen zu festigen und den Lebensschutz weiter als zentrale moralische Forderung von Christen wach zu halten.

 

kath.net Buchtipp
Das Leben ist ein Geschenk - Mein Vater Jérôme Lejeune
Von Clara Lejeune
2021 Lepanto Verlag
168 Seiten, Taschenbuch
ISBN: 978-3-942605-22-9
Preis: 19,60 Euro


Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Allein den Betern kann es noch gelingen - Schicken Sie uns Ihr Anliegen!
  2. Bitte unterstützen Sie kath.net (nicht nur vor Weihnachten) via AmazonSmile-Programm
  3. Eine einmalige kath.net-Reise ans Ende der Welt - NORDKAP + LOFOTEN
  4. „Der protestantische Niedergang in Deutschland stellt die Logik des Synodalen Weges in Frage“
  5. Das Platzen der großen Lebenslüge der 'deutschen Kirchen'
  6. 'Jesus, Josef und Maria - Ich kenne nur eine 'Royal family'
  7. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre DRINGENDE Hilfe!
  8. Katholisch im absurden Theater
  9. Konflikt um Alte Messe betrifft Auffassung über Kirche und ihre Rolle in der Welt
  10. 'Die Pille müssen wir mit dem Tod der erotischen Liebe bezahlen'
  11. US-Bischof: „Diese deutschen Bischöfe sollten den Mut haben, eine weitere Sekte zu gründen“
  12. Kohlgraf: Papst Franziskus ist über Synodalen Weg „gut informiert“, aber beurteilt ihn „kritisch“
  13. „Teufel ade, wir brauchen den guten Arzt nicht mehr, wir haben die Medizin“
  14. Wallfahrtsort Maria Birkenstein – Wie geht es weiter?
  15. Wo Arbeitsrecht zu Arbeits(un)recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!

© 2022 kath.net | Impressum | Datenschutz