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„Ja, das Dubium wird in der Kirche Gehör finden!“

18. August 2021 in Interview, 3 Lesermeinungen
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Andre Wichmann/Initiative Dubium, im KATH.NET-Interview: „Wir erleben den Synodalen Weg. Wir erleben schismatische Tendenzen in der katholischen Kirche in Deutschland. Das ist Fakt. Davor dürfen wir die Augen nicht verschließen.“


Essen (kath.net/pl) Seit Pfingsten schreibt das Dubium von drei Katholiken aus dem Bistum Essen Schlagzeilen. Zuletzt durch eine Gesprächsabsage seitens der DBK. In ihrem Dubium formulieren die drei Gläubigen aus Bochum ihre Zweifel in Bezug auf die Einheit der katholischen Kirche in Deutschland mit Rom.

kath.net fragt nach! Wie wird die aktuelle innerkirchliche Situation bewertet? Welche Ziele verfolgt die Initiative? Wie sieht der weitere Weg aus? KATH.NET-Interview mit Gespräch mit Andre Wiechmann, einer der drei Gesichter hinter der Initiative Dubium (siehe Link).

kath.net: Lieber Herr Wiechmann, seit einigen Monaten taucht das Dubium immer wieder in den katholischen Medien auf. Ich zu frage Sie ganz direkt: Befindet sich aus Ihrer Sich die katholische Kirche in Deutschland im Schisma?

Andre Wiechmann: Ja, aus meiner Sicht befindet sich die katholische Kirche in Deutschland im Schisma mit Rom.

Das ist eine schmerzliche These!

Kirchenrechtlich definiert ist ein Schisma die Verweigerung der Unterordnung unter den Papst oder der Gemeinschaft mit den diesem untergebenen Gliedern der Kirche (can. 751). Diese Definition kann jeder gern einmal auf die in unserem Dubium aufgezeigten Zweifel in Bezug auf Haltung zum Frauenpriestertum, Sexualmoral, Interkommunion, Laienpredigt und Segnungen gleichgeschlechtlicher Partnerschaften anwenden und sich dann eine eigene Meinung bilden.

Wichtiger ist mir hier jedoch ein anderer Aspekt. Wir bemerken die „Spaltung“ von Schrift, Tradition und Lehre ganz real in der Lebenspraxis von uns Katholiken. Gerade in den Ortsgemeinden gibt es hier lebendige Beispiele:

Das Rosenkranzgebet, das untersagt oder belächelt wird. Die immer geringer werdenden Beichtangebote in vielen Gemeinden. Und letztendlich die Liturgie selbst: Hier wird oft nicht mehr nach den Büchern der Kirche gefeiert. Noch gestern erzählte mir eine Gläubige vom „Glücksfall“, eine nach den Büchern gefeierte heilige Messe zu finden.


Dabei ist gerade die Liturgie ein wichtiger Zugang zum Glauben. „Liturgie ist gefeiertes Dogma“, stellte der Kirchenrechtler Gero Weishaupt fest. Wo die Liturgie würdig und schön gefeiert wird, da ist auch oft ein lebendiger Glaube zu finden. Ein großartiges Beispiel hier ist aus meiner Sicht der Wallfahrtsort Neviges. Hier ist die Gemeinschaft Stankt Martin zu Hause. Ich erlebe hier immer ein sehr lebendiges Glaubensleben und volle Parkplätze?

kath.net: Viele Beobachter der Initiative Dubium fragen sich, welche Ziele überhaupt mit dem Dubium verfolgt werden. Möchten Sie Ihre Ziele bitte für uns definieren?

Wiechmann: Das ist eine wichtige Frage und auch eine häufige Kritik an unserem Dubium. Welcher Zweck wird verfolgt? Welchen Nutzen kann das Dubium für die Einheit der katholischen Kirche in Deutschland mit Rom bringen? Das sind berechtigte Fragen!

Um ein Ziel definieren zu können ist zunächst immer eine Standortbestimmung wichtig. Wir müssen uns die aktuelle Situation realistisch vergegenwärtigen. Wir leben als katholische Christen im Jahr 2021. Wir erleben den Synodalen Weg. Wir erleben schismatische Tendenzen in der katholischen Kirche in Deutschland. Das ist Fakt. Davor dürfen wir die Augen nicht verschließen. Wir dürfen aber auch nicht in die negative Perspektive fallen. Vielmehr müssen wir auf den heiligen Geist hören und überlegen, wie wir hier dienlich sein können.

Aus dieser Haltung heraus lassen sich dann Ziel definieren. Wir haben mit unserem Dubium die folgenden Ziele:

1.    Wir wollen für die aktuelle Situation in der katholischen Kirche in Deutschland sensibilisieren!
2.    Wir wollen einen Dialog mit den Bischöfen, um hier unsere Sorgen zu thematisieren und katholische Lösungsansätze zur aktuellen Kirchenkrise anzuregen!
3.    Wir wollen eine Einschätzung der aktuellen Situation seitens des Bischofs von Rom fördern!

Das sind die drei Hauptziele des Dubiums. Gerade das Wort des Heiligen Vaters kann hier zu einem positiven, katholischen Aufbruch beitragen.

kath.net: Danke für die klare Definition Ihrer Ziele. Lassen Sie uns über den Weg zu diesen Zielen sprechen. Es gibt auch einige Hürden auf diesem Weg. Jüngstes Beispiel ist ja die Ablehnung Ihres Gesprächsangebots durch die DBK. Waren Sie und Ihre Mitstreiter enttäuscht über diese Absage?

Wiechmann: Nein, wir hatten mit dieser Reaktion rechnen müssen.

Ich persönlich war ehr überrascht über die Begründungen und die Kommunikationswege. Zweimal hatte ich Bischof Bätzing in seiner Funktion als Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz angeschrieben. Zweimal wurde mir durch seine Mitarbeiter abgesagt. Hier hätte ich schon eine Reaktion von Bischof Bätzing erwartet.
Auch die Begründung der DBK erinnert mich eher an eine Bundespressekonferenz. Die DBK führt an, öffentlich gemachte Briefe etc. werden grundsätzlich nicht beantwortet.

Das ist in Bezug auf unsere Zweifel schon eine sehr fragwürdige Haltung.

kath.net: Herr Wiechmann, wie geht es nun weiter? Wie sieht der konkrete weitere Weg der Initiative aus?

Wiechmann: Zunächst ist es wichtig auch auf die positiven Erfahrungen zu schauen. Wir haben viele gute Gespräche führen können. Viele Priester und Laien haben sich in Bezug auf das Dubium bei mir gemeldet. Die Kontakte bestehen weiterhin und es gibt wirklich wertvolle Dialoge.

Das Thema Vernetzung kommt weiter. Ich bin im guten Austausch mit Maria 1.0. Gestern habe ich mit konstruktiv mit Frau Wenzel von der Neuen katholische Frauenbewegung (NkF) ausgetauscht. Hier wollen wir zukünftig auch thematisch enger zusammenarbeiten. Dann noch die Facebook Gruppe einigen hundert Mitgliedern. Weitere Formate zum Austausch sind in konkreter Planung.

Es bewegt sich einiges und das macht auch Mut und Freude!

Die Bischöfe haben in Bezug auf die Sorge um die Einheit eine wichtige Funktion. Can. 392 § 1 weist darauf hin, dass der Bischof die Einheit mit der Gesamtkirche wahren muss.

Daher suchen wir nun den Dialog mit den einzelnen Bischöfen unserer Bistümer. Hier haben wir die Hoffnung in unseren Zweifeln gehört zu werden. So können wir in den Dialog kommen und auch konstruktive Vorschläge einbringen, um die Zukunft positiv und katholisch mitgestalten zu können.

kath.net: Vielen Dank für diesen Ausblick. Wagen Sie eine Prognose? Wird das Dubium in der Kirche Gehör finden?

Andre Wiechmann: Das wird der Heilige Geist allein bestimmen.

Bezogen auf die kirchenpolitische Dimension kann ich eine klare Prognose wagen:
-    Die finalen „Beschlüsse“ des synodalen Wegs werden eine neue Dynamik mit sich bringen. Dann werden die in unserem Dubium aufgezeigten Zweifel deutlich in der Realität gespiegelt.
-    Rom wird dann aus meiner Sicht eine Position beziehen und die Einheit zu gewährleisten.

Zusammengefasst: Ja, das Dubium wird in der Kirche Gehör finden!

kath.net: Lieber Herr Wiechmann, vielen Dank für das spannende Gespräch!


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Lesermeinungen

 Maurizio 18. August 2021 
 

Das Budget war offensichtlich grenzenlos

@ThomasR
Ich fürchte Sie liegen richtig!
Allein für die voraus gehenden Markenameldungen dürfte wohl ein fünfstelliger Betrag verheizt worden sein.
Es ist traurig zu sehen wie man mit unseren Kirchensteuern umgeht.


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 Chris2 18. August 2021 
 

Alles deutet darauf hin, dass das Dubium erst

im nächsten Pontifikat Gehör finden wird, hat doch Franziskus mit seinem Gefängniswärter-Schreiben gerade erst wieder einen wichtigen Eckstein gelockert.
@ThomasR Hoffen wir, dass Sie recht haben. Wobei ich unsicher bin, ob nicht ein klarer und schmerzhafter Schnitt im Sinne vieler "gerade noch irgendwie" Gläubigen doch besser wäre, als ein jahrzehntelanges Weiterwursteln, bis außer leeren Strukturen in Deutschland rein gar nichts mehr da ist...


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 ThomasR 18. August 2021 
 

den synodalen Weg gibt es nicht mehr

der synodale Weg ist zu 100% gescheitert, das Geld vermutlich un zweistelligen Millionenhöhe ist ausgegeben (Hauptziel der Synode ist damit auch erreicht- dieses Geld fehlt im Lebensschutz!), die Anzahl der Kirchenaustritte wird wachsen.

Selbst innerhalb der Amtskirche sucht man inzwischen neue Wege der Selbstzelebration


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