Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Neue Fantasien über das Weiheamt für Frauen?
  2. Leo XIV. möchte bei "Alter Messe" "konkrete und großzügige Lösungen"
  3. Papst Leo gratuliert der neuen Erzbischöfin von Canterbury
  4. "Vaccine Amen"
  5. Belgischer Bischof Johan Bonny kündigt Weihe verheirateter Männer zu Priestern an
  6. Spanien am moralischen Abgrund
  7. „Genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben, dieselben Themen, Ansichten“
  8. Euthanasie-Skandal in Spanien: Wurde Noelia Castillo Ramos der Widerruf verweigert?
  9. Christliche Werte unerwünscht - Einschränkung der Meinungsfreiheit in Finnland!
  10. 'Erzieherischer Unterton': Harald Schmidt rechnet mit Tagesthemen und Heute Journal ab
  11. Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ wird neuer Bischof von Münster
  12. Panik in Magdeburg
  13. Dienst, Ordnung, Sendung: Die hierarchische Gestalt der Kirche
  14. Norwegen: Bischof Hansen bittet, dass jeder Gläubige des Bistums Oslo zur Beichte geht
  15. Wien: Einziger Christ in der Klasse wird "Schwein" genannt

(Fast) Alle gegen Woelki

8. Februar 2021 in Deutschland, 31 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Marx und Bätzing setzen Kölner Kardinal Woelki weiter unter Druck. Im Hintergrund geht es nicht nur um behaupte Fehler des Kölner Kardinals, sondern darum, einen synoden-kritischen Kirchenmann loszuwerden - "SPIEGEL" übt Kritik, aber nicht an Woelki


Köln-München (kath.net/rn)

Bischof Georg Bätzing, der Vorsitzende der Deutschen Bischofs Konferenz, und der Münchner Kardinal Reinhard Marx, haben am Wochenende den Druck auf den Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki erhöht. So meinte Bätzing bei einer Online-Pressekonferenz: "Die Krise, die entstanden ist, weil das Gutachten nicht jetzt öffentlich ist, die ist nach meiner Ansicht nicht gut gemanagt worden." Anlass für die Kritik ist ein Gutachten über Missbrauchsfälle im Erzbistum Köln, welches Woelki erst dann veröffentlichen möchte, sobald ein zweites Gutachten fertig ist. Beides ist für März geplant. Woelki gibt dafür rechtliche Gründe an, was von Marx, Bätzing & Co. aber nicht akzeptiert wird. Gegenüber der "Rheinischen Post" spricht Woelki explizit von möglichen Verstöße gegen das Persönlichkeits- und das Äußerungsrecht. Für ihn bestehe die Gefahr, dass das Gutachten „gar nicht das Licht der Welt erblickt und vorher weggeklagt "werde.

Marx , der gewichtige Kirchenmann aus München, spricht gegenüber der "Augsburger Allgemeinen" von einem "großen Schaden" für die katholische Kirche. "Die Wirkung dessen, was da passiert, ist für uns alle außerordentlich negativ." Woelki selbst hat erklärt, dass er durchaus auch für einen Rücktritt bereit sei, sollte er hier unverantwortlich gehandelt haben. Gegenüber der "Rheinischen Post" meint er: "Auf dem Weg habe auch ich Fehler gemacht, und die sind in der Tat schmerzlich. Ich hoffe sehr, dass der Vertrauensverlust wiedergutzumachen ist."


Im Hintergrund gibt es allerdings den Verdacht, dass die echten und vermeintlichen Fehler von Woelki genutzt werden sollen, um den Kardinal abzuschießen. Denn in nicht wenigen Fragen hat sich der Erzbischof von Köln zuletzt auf der Seite der katholischen Kirche positioniert, etwas was Marx und Bätzing ein Dorn im Auge ist. So sind interessierte hochrangige Kirchenkreise durchaus auch bereit "eine unheilige Allianz" mit deutschen Journalisten einzugehen, um Woelki loszuwerden.

Doch nicht alle Journalisten machen das Spiel mit. So schreibt Wahr ist aber auch: Die öffentliche Wut trifft einen Mann, der vielen Gläubigen, Journalisten und auch manchem Amtsbruder schon lange ein Dorn im Auge ist wegen seiner konservativen Positionen im Allgemeinen, wegen seiner Bremsversuche im derzeit laufenden Reformprozess 'Synodaler Weg' im Besonderen." Fall Woelki zumindest komplizierter sei als die landläufige Erzählung vom starrsinnigen Kirchenfürsten, der die Wahrheit unter dem Deckel halte.

Besonders bemerkenswert ist jetzt ein kritischer Artikel ausgerechnet im "Spiegel", der sich mit den Gutachten befasst. Dort erinnert der bekannte Rechtswissenschaftler Thomas Fischer, dass es sich bei dem Gutachten um ein Werk handle, dessen Anfertigung die Erzdiözese Köln bei der Münchner Kanzlei in Auftrag gegeben hat. Es war ein Folgeauftrag sozusagen, nachdem die Kanzlei zunächst in München und Freising und sodann auch in Aachen nach dem Unrechten sehen durfte. Der Kölner Erzbischof  Woelki veröffentlichte das Gutachten nicht, sondern beauftragte eben zwei Strafrechtsprofessoren mit einem "methodenkritischen Gutachten" zur Prüfung der fachlichen Qualität. Der Spiegel erinnert daran, dass dieses Gutachten zu dem Schluss kam, dass die Münchner Kanzlei erhebliche methodische Fehler gemacht habe und dass ihr Gutachten teilweise tendenziös und daher fehlerhaft sei. Inzwischen wurde eben ein Kölner Rechtsanwalt mit der Erstellung eines Zweitgutachtens beauftragt. Beides soll am 18. März veröffentlicht werden.

Das Ganze werde laut Fischer derzeit auf einem Niveau abgehandelt, auf dem ernsthafte Zweifel am Sachverhalt gar nicht mehr als diskutabel angesehen werden, vielmehr öffentlich Schlachten um das gebotene Maß von »Abscheu« und moralischer Verurteilung der »Verantwortlichen« gefochten werden. Abschließend schreibt der Autor: "Meine persönliche Entrüstung über diesen Fall hält sich in Grenzen. Und damit will ich wahrlich nicht sagen, dass die missbräuchlichen und zerstörerischen Übergriffe von Klerikern gegen Kinder harmlos gewesen seien. Aber nach 45 Jahren, einer schweren Demenz und dem Eintreten des Todes könnte man die stellvertretende Rache gut sein lassen. Es gibt genügend Kinder im Jahr 2021, die der Fürsorge des Publikums bedürfen." Thomas Fischer selbst ist ein früherer Vorsitzender Richter des 2. Strafsenats des Bundesgerichtshofs, sein jährlich überarbeiteter Kurzkommentar zum Strafgesetzbuch (StGB) gilt als Standardwerk und ist jedem Juristen in Deutschland bekannt.

MUST READ: Der SPIEGEL ARTIKEL

 

 

 

kath net auf RUMBLE

kathnet auf MeWe


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDE-DEADLINE DIESE WOCHE - 25. MÄRZ!!!
  2. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Euthanasie-Skandal in Spanien: Wurde Noelia Castillo Ramos der Widerruf verweigert?
  4. Spanien am moralischen Abgrund
  5. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  6. Leo XIV. möchte bei "Alter Messe" "konkrete und großzügige Lösungen"
  7. Panik in Magdeburg
  8. 'Erzieherischer Unterton': Harald Schmidt rechnet mit Tagesthemen und Heute Journal ab
  9. Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ wird neuer Bischof von Münster
  10. Neue Fantasien über das Weiheamt für Frauen?
  11. Ein Champion am Galgen – und die Welt sieht weg
  12. Belgischer öffentlich-rechtlicher Sender lässt Moderatoren Marien- und Jesus-Statuen zertrümmern!
  13. DBK kritisiert ZDF-Kinderformat „Logo“ wegen Christentum-Beitrag
  14. Wenn das künftige nominelle Kirchenoberhaupt mit dem eigenen Glauben fremdelt
  15. „Genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben, dieselben Themen, Ansichten“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz