Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Das Gratis-Christentum des Hendrik Wüst
  2. Bischof widerruft Erlaubnis, dass die Piusbruderschaft in Lourdes Sakramente spenden dürfen
  3. Vatikan reagiert auf LGBT-Sexualkonzept für katholische Schulen in Hamburg!
  4. Die Krise des Bischofsamtes
  5. 'Was ich am Katholizismus schon immer toll fand...'
  6. Deutschland: 2024 waren nur noch 43 % der Bestattungen christlich
  7. Der vatikanische Synodalismus ist ein Anachronismus
  8. Vor Papstbesuch in Lourdes: Alle Rupnik-Mosaike werden dauerhaft verhüllt
  9. Jedes Rosenkranzgebet sollte mit einer klaren Intention begonnen werden!
  10. Biologische Eltern verklagen Leihmutter, weil diese Abtreibung verweigerte
  11. Die denkwürdige Wandlung des Tucker Carlson
  12. SPÖ-Ministerinnen fordern ‚Schutzzonen‘ um Abtreibungskliniken
  13. Der Realismus der Barmherzigkeit
  14. Papst Leo XIV. nimmt Rücktrittsgesuch von Bischof Wiesemann an
  15. US-Bischof Coakley: 'Wir haben noch nicht das letzte Wort zu Traditionis custodes gehört'

Bedrückende Zeiten

7. Oktober 2020 in Kommentar, 16 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Angst essen Seelen auf - Wir sollten als Kirche dagegen an das Wort Jesu erinnern: "In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt" - Ein Gastkommentar des Pastoraltheologen Hubert Windisch


Regensburg (kath.net)

Es sind bedrückende Zeiten, die wir unter dem Vorzeichen von Corona erleben. Maß und Ziel scheinen im Umgang mit dieser Virusherausforderung weithin verlorengegangen zu sein. Vladimir Dimitrijevic schreibt im Rückgriff auf den Roman „Der Prozeß“ von Franz Kafka von kafkaesken Zuständen bei der öffentlichen Bekämpfung der Coronapandemie. Er spricht von einer Corona-Religion, die als ihr Brandopfer den gesunden Menschenverstand fordere. Aus lauter Angst vor dem Tod wird in bezug auf Kultur, schulische und universitäre Bildung, Wirtschaft, Sport und Religion ein soziales Dauersterben vor dem Tod produziert. Dabei drängen sich Fragen zu vielen Maßnahmen auf: Wenn Masken schützen, warum dann Abstände, wenn Abstände schützen, warum dann Masken? Jährlich sterben ca. 2,5 Millionen Menschen weltweit an AIDS. Welche „Masken“ und „Abstände“ könnten vor dieser Krankheit schützen? Täglich werden in Deutschland ca. 400 Kinder im Mutterleib getötet. Gibt es „Masken“ und „Abstände“ gegen diese Tötungsroutine? Warum läßt man den wissenschaftlichen Streit um die Entstehung des Coronavirus und seine Gefährlichkeit nicht offen zu, sondern feuert parteigestützte mediale Breitseiten gegen kritische Geister ab, die als Verschwörungstheoretiker diffamiert werden? Wo sind Verantwortungsträger des öffentlichen Lebens, die zu vernünftiger Vorsicht mahnen und ihre Entscheidungen unter der Maßgabe der transparenten Abwägung der in offenen Debattenräumen gefundenen Fakten und Argumente treffen? 


Wäre es im Augenblick nicht die Aufgabe der Kirche, sich kritisch und durchaus auch oppositionell in den angstbesetzten Umgang mit dem Coronavirus einzumischen und dabei einen unverzichtbaren Dienst für viele zu leisten? Aus dem Selbstbewußtsein heraus, nicht von der Welt in der Welt für die Welt da zu sein, könnte sie eine Tiefendimension menschlichen Lebens wahren, die von oben, vom Himmel, von Gott kommt. Leider mußten die Gläubigen erfahren, daß sich die Kirche vor allem in der Liturgie eilfertig mit den staatlichen Vorschriften gleichschalten ließ, ja sogar bisweilen eilfertiger als staatliche Stellen reagierte. Ein Konzelebrant sagte mir bei einer Beerdigung im Juli in der Sakristei: Nirgends werden die Anticoronaregeln so ernst genommen wie in der Kirche. Welche Auswüchse das hervorbringen kann, habe ich als Konzelebrant bei einer anderen Beerdigung erlebt: Vor der Kommunionausteilung desinfizierte der Pfarrer ausgiebig seine Hände und zog dann dazu noch Einweghandschuhe an. Ich dachte bei mir: Ist denn der Leib Christi ein Müllsack? Und viele Gläubige klagen nach wie vor, daß ihrem Empfinden nach dieses Jahr Ostern ausgefallen ist. Die Kirche müßte und dürfte der Gefahr wehren, daß sich das ius sacrum im ius publicum verflüchtigt und sie so ihr Wesen und ihren ureigenen Dienst verrät, wie Joseph Ratzinger in seinem Beitrag „Das Gewissen in  der Zeit“ von 1972 betonte.

Angst essen Seele auf. So lautete 1974 der Titel des Films von Rainer Werner Fassbinder. Genau das geschieht derzeit im Zeichen von Corona. Wir sollten als Kirche mit allen praktischen, vor allem auch liturgischen Implikationen dagegen an das Wort Jesu aus dem Johannesevangelium (vgl. 16,33) erinnern: „In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut (also: keine Angst): Ich habe die Welt besiegt.“ 

 

Prof. Dr. Hubert Windisch ist emeritierter Professor für Pastoraltheologie der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Vatikan reagiert auf LGBT-Sexualkonzept für katholische Schulen in Hamburg!
  3. Das Gratis-Christentum des Hendrik Wüst
  4. Stift Heiligenkreuz: Abt Maximilian Heim tritt zurück
  5. Papst Leo XIV. nimmt Rücktrittsgesuch von Bischof Wiesemann an
  6. 'Was ich am Katholizismus schon immer toll fand...'
  7. Der vatikanische Synodalismus ist ein Anachronismus
  8. Die denkwürdige Wandlung des Tucker Carlson
  9. FEST MARIA KÖNIGIN - Einladung zur Gebets-Novene zur Muttergottes - 13. bis 21. August
  10. US-Bischof Coakley: 'Wir haben noch nicht das letzte Wort zu Traditionis custodes gehört'
  11. Vor Papstbesuch in Lourdes: Alle Rupnik-Mosaike werden dauerhaft verhüllt
  12. Jedes Rosenkranzgebet sollte mit einer klaren Intention begonnen werden!
  13. Kopf der hl. Agatha zum 900. Jubiläum der Reliquienrückkehr gekrönt
  14. Spanischer Priester hilft mehr als 1.200 Personen, einen Ehepartner zu finden
  15. Kardinal Robert Sarah in Danzig/Polen: Gebet ist Ringen mit Gott

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz