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Kardinal Müller: Wählt lieber einen ‚guten Protestanten’ als einen ‚schlechten Katholiken’

17. September 2020 in Prolife, 6 Lesermeinungen
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Katholiken seien aufgerufen, bei ihrer Wahlentscheidung für den Lebensschutz zu stimmen. Politiker sollten nach ihren Taten beurteilt werden, nicht nach ihren Worten, sagte Kardinal Müller im Interview mit EWTN.


Rom (kath.net/LifeSiteNews/jg)

Die Wähler sollten die Kandidaten nach ihren Taten beurteilen und nicht nach ihren Worten. Es sei besser „einen guten Protestanten als einen schlechten Katholiken“ zu wählen, sagte Gerhard Kardinal Müller, der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation in einem Interview mit Raymond Arroyo von EWTN am 10. September.

 

Dies sei auch das biblische Kriterium, sagte Müller und ergänzte: „Schaut auf die Früchte.“ Er wähle in Deutschland keinen Politiker, weil dieser katholisch sei, sondern weil das rechte Verständnis vom Leben und den grundlegenden Menschenrechten habe, fügte der Kardinal hinzu.


 

Arroyo hatte Müller zuvor im Zusammenhang mit der Initiative „Katholiken für Biden“ gefragt, ob ein Katholik guten Gewissens einen Politiker wählen kann, der sich für legale Abtreibungen einsetzt. Die „Katholiken für Biden“ sind der Ansicht, dass das möglich ist. Der Demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat sich wiederholt öffentlich als „gläubigen Katholiken“ bezeichnet, tritt aber für sehr liberale Abtreibungsgesetze ein.

 

Im weiteren Verlauf des Interviews kam Arroyo auf einen Leitfaden der US-Bischofskonferenz aus dem Jahr 2015 zu sprechen, der katholische Wählern bei der Wahlentscheidung unterstützen soll, ohne dabei parteipolitische Empfehlungen zu geben. Die Abtreibungsfrage habe eine besondere Gewichtung, weil Abtreibung ein Angriff auf das Leben selbst sei, im geschützten Bereich der Familie stattfinde und aufgrund der großen Zahl an zerstörten Leben, heißt es in dem Leitfaden.

 

Müller antwortete, dass den Katholiken das Recht auf eigene Entscheidung zustehe. Als Christen und Katholiken seien sie jedoch aufgerufen, bei ihrer Wahlentscheidung für den Lebensschutz zu stimmen. Der Leitfaden der Bischofskonferenz gebe den Menschen Kriterien entsprechend der katholischen Moral- und Soziallehre. Das Recht auf Leben sei die Grundlage für alle weiteren Rechte und habe daher eine hervorragende Bedeutung, betonte Kardinal Müller.

 

 

Archivfoto Kardinal Müller: Youtube

 


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