Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Ein Signal des Himmels?
  2. Das Schweigen der Bischöfe zur Causa Spahn
  3. ‚Dialogpredigt‘ und ‚meditativer Tanz’ während der Messe zum Magdalenenfest in München
  4. Die Liturgie: das Gebet der Kirche und Atem des Geistes
  5. Leihmutter soll gezwungen werden, das Leben des herzkranken Babys zu beenden!
  6. Bistum Huelva führt verbindliches zweijähriges Katechumenat für erwachsene Taufbewerber ein
  7. Emeritierter Kurienkardinal Sarah: „Riten können nicht willkürlich abgeschafft werden“
  8. Fulda: Werbung für Christopher Street Day mit dem heiligen Bonifatius
  9. BILD-Kommentatorin Ruhs fordert „Festung Europa“: „Es geht nicht mehr anders“
  10. Erdbebengefahr bei Neapel: Italiens Kirche ruft zum Gebet auf
  11. 'Du hast mir den Weg nach Ars gezeigt; ich werde Dir den Weg zum Himmel zeigen'
  12. Kardinal Burke ruft zu Einsatz für Ehe und Familie auf – bis zum Martyrium
  13. IRRE! - Moskauer Patriarch Kyrill legitimiert nun auch Atombombe
  14. „Sehr geehrter Herr Erzbischof Koch, mit großer Verwunderung haben wir Ihr Statement zum CSD…“
  15. „Größer als [australischer] Football: Die unstoppbare Wiederbelebung des Glaubens“

Religionsvertreter für Verbot von Euthanasie und Suizid-Assistenz

29. Oktober 2019 in Prolife, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Spitzen aus katholischer Kirche, Judentum und Islam sehen in gemeinsamer Erklärung beide Techniken als "moralisch und religiös falsch" - Auch Weltärztebund bekräftigt "klare Ablehnung" nach weltweiter Konsultation


Vatikanstadt-Ferney-Voltaire, (kath.net/KAP) Der Vatikan, das Großrabbinat von Israel und eine muslimische Organisation aus Indonesien haben sich in einer gemeinsamen Erklärung gegen Euthanasie und assistierten Suizid gewandt. Dazu unterzeichneten Vertreter am Montag im Vatikan eine interreligiöse Erklärung zum Umgang mit sterbenskranken Patienten. Darin wirbt das achtseitige Positionspapier dafür, Palliativmedizin zu stärken sowie für die Gewissensfreiheit von Ärzten und Pflegern. "Euthanasie und assistierter Suizid sind von Natur aus und in der Konsequenz aus moralischer wie religiöser Sicht falsch und sollten ausnahmslos verboten werden. Jeglicher Druck auf Todkranke, ihr Leben durch aktives und vorsätzliches Handeln zu beenden, wird kategorisch abgelehnt", heißt es etwa in dem Papier.

Mit Blick auf medizinische Entwicklungen betont die Erklärung, Behandlungen seien nur dann gerechtfertigt, wenn sie eine mögliche Besserung bringen könnten. Es gelte hier immer abzuwägen, inwiefern lebensverlängernde oder erhaltende Maßnahmen noch wirklich im Sinne des menschlichen Lebens stünden oder ob diese ihre Grenzen erreicht hätten. Wenn trotz entsprechender Behandlungen der Tod eines Patienten bevorsteht, sei die Entscheidung gerechtfertigt, "gewisse medizinische Behandlungen, die nur ein prekäres Leben des Leids verlängern würden, einzustellen", so das Fazit des Dokuments.


Von jüdischer Seite wurde die gemeinsame Verlautbarung von einem Vertreter des Oberrabbinats Israels und von muslimischer Seite von einem Vertreter der Ulema Indonesiens ratifiziert. Auch weitere Vertreter der drei Religionen unterzeichneten das Dokument. Für die katholische Kirche nahmen die Kurienkardinäle Kurt Koch (Ökumene), Miguel Ayuso (interreligiöser Dialog) und Peter Turkson (Entwicklung und Gesundheit) sowie Erzbischof Vincenzo Paglia, dem Präsidenten der Päpstlichen Akademie für das Leben. Auch ein Vertreter des russisch-orthodoxen Metropoliten Hilarion nahm an der Zeremonie teil.

Die interreligiöse Erklärung entstand aufgrund eines Vorschlags des Co-Präsidenten des Nationalen israelischen Bioethikrats, Rabbiner Avraham Steinberg, an Papst Franziskus, wie der Vatikan mitteilte. Erarbeitet wurde das Papier im Auftrag des Papstes von einer interreligiösen Gruppe unter Leitung der Päpstlichen Akademie für das Leben.

Auch Weltärztebund positioniert sich klar

Erst am Samstag hatte der Weltärztebund (WMA) mit Sitz im französischen Ferney-Voltaire seine langjährige ablehnende Haltung zu Euthanasie und medizinisch assistiertem Suizid bekräftigt. Beim Jahrestreffen des Bundes in Tiflis wurde eine dahingehende Erklärung veröffentlicht, in der es heißt: "Der Weltärztebund bekräftigt seine starke Verpflichtung gegenüber den Prinzipien medizinischer Ethik und dass der höchste Respekt gegenüber dem menschlichen Leben beibehalten werden muss. Deshalb spricht sich der Bund klar gegen Euthanasie und medizinisch assistierten Suizid aus".
Kein Arzt sollte gezwungen werden, an Euthanasie oder Sterbehilfe zu beteiligen, und es sollte auch kein Arzt dazu verpflichtet werden, eine dahingehende Entscheidung zu treffen. Abgesehen davon, gelte jedoch: "Wer als Arzt das Grundrecht des Patienten achtet, ärztliche Behandlung abzulehnen, der handelt nicht unethisch, wenn er auf unerwünschte Behandlung verzichtet oder diese zurückhält, selbst wenn die Einhaltung eines solchen Wunsches zum Tod des Patienten führt."

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, verwies bei der Präsentation der überarbeiteten Erklärung auf einen im Vorfeld auf allen Kontinenten durchgeführten Konsultationsprozess zum Thema. Man könne daher davon ausgehen, "dass dieser überarbeitete Wortlaut den Ansichten der meisten Ärzte weltweit entspricht", so der im April zum WMA-Präsidenten gewählte deutsche Mediziner. Im Weltärztebund sind derzeit 112 nationale Ärztekammern zusammengeschlossen, womit er 10 Millionen Ärzte weltweit vertritt.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Sterbehilfe

  1. Kanadischer Priester mit gebrochener Hüfte erhält im Krankenhaus Sterbehilfeangebote
  2. „Jetzt und in der Stunde unseres Todes“ – Ein neuer Leitfaden für die Zeit des Sterbens
  3. Kanada: 84-Jährige wegen Rückenschmerzen in Notaufnahme, bekommt als Erstes Sterbehilfe angeboten!
  4. Nach Protesten scheitert Frankreichs Euthanasiegesetz im Senat
  5. Kirche: Nein der Slowenen zu Suizidbeihilfe klares Signal an Staat
  6. Verherrlichung eines tragischen Todes – zum assistierten Suizid von Alice und Ellen Kessler
  7. Erzbischof Fisher: „Die Diagnose der Kultur des Todes von Johannes Paul II. war prophetisch“
  8. Vatikan "sehr besorgt" wegen Sterbehilfe-Urteilen in Italien
  9. Kanada: Erzbistum Montreal klagt gegen Bundesstaat Québec wegen Einschränkung der Gewissensfreiheit
  10. Evangelischer Landesbischof Ralf Meister behauptet: "Der Mensch hat ein Recht auf Selbsttötung"






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Ein Signal des Himmels?
  3. Das Schweigen der Bischöfe zur Causa Spahn
  4. Leihmutter soll gezwungen werden, das Leben des herzkranken Babys zu beenden!
  5. ‚Dialogpredigt‘ und ‚meditativer Tanz’ während der Messe zum Magdalenenfest in München
  6. Der "rote Priester", der die Musikwelt revolutionierte
  7. Fulda: Werbung für Christopher Street Day mit dem heiligen Bonifatius
  8. Heute, nicht morgen! Der heilige Expeditus – Patron gegen das Aufschieben
  9. „Größer als [australischer] Football: Die unstoppbare Wiederbelebung des Glaubens“
  10. Joan Leslie: Das Hollywood-Glaubenszeugnis einer echten Heldin
  11. Eine mächtige Fürsprecherin für Ehepaare: Die heilige Birgitta von Schweden
  12. Bistum Huelva führt verbindliches zweijähriges Katechumenat für erwachsene Taufbewerber ein
  13. „Sehr geehrter Herr Erzbischof Koch, mit großer Verwunderung haben wir Ihr Statement zum CSD…“
  14. Medjugorje: Mladifest startet mit Papstappell zur Rückkehr zu Christus
  15. 'Du hast mir den Weg nach Ars gezeigt; ich werde Dir den Weg zum Himmel zeigen'

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz