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| ![]() ‚Trinkt auch ihr aus dieser Quelle!’ Der Durst, den nur Christus stilltvor 40 Minuten in Aktuelles, keine Lesermeinung Leo XIV.: Das Wasser, das die Knospen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe zur Blüte bringt. Das durchbohrte Herz Jesu als Quelle von Wahrheit, Frieden und Erfüllung. Von Armin Schwibach - 700.000 Menschen: größte Messe der Geschichte Frankreichs Paris (kath.net/as) Bei der heiligen Messe zusammen mit über 700.000 Gläubigen auf der Place de la Concorde in Paris stellte Papst Leo XIV. das Bild des Durstes und des lebendigen Wassers in den Mittelpunkt seiner Predigt. Ausgehend vom Wort Jesu aus dem Johannesevangelium „Wer Durst hat, komme zu mir und […] trinke“ (Joh 7,37) deutete er die menschliche Sehnsucht nach Sinn, Wahrheit, Gemeinschaft und Erfüllung als eine Sehnsucht, die in Christus ihre Quelle finde. Zugleich verband er die persönliche Begegnung mit Christus mit der Sendung der Christen, selbst zu Quellen des Lebens für andere zu werden. Zu Beginn dankte Leo XIV. Gott für die Gnade, auf dem „Platz der Eintracht“ die Eucharistie feiern zu können: „Ja, wie schön und wie gut ist es für Brüder und Schwestern, sich zusammenzufinden (vgl. Ps 133,1), um die Größe Gottes zu preisen!“. Seine Anwesenheit solle den Glauben der Gläubigen stärken und sie dazu ermutigen, „das Leben, den Frieden und die Liebe unseres geliebten Herrn Jesus Christus unaufhörlich auszustrahlen und weiterzugeben“. Das Leitmotiv der Predigt bildete der Durst. Die christliche Gemeinschaft, die selbst dürste, strecke sich nach Christus aus, der die „Quelle des lebendigen Wassers“ sei. Dieses Wasser stille den Durst und lasse das Leben erblühen; es sei das Wasser der Liebe Gottes, die „durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist, in unsere Herzen ausgegossen ist“ (vgl. Röm 5,5). Die Sehnsucht nach Gott wohne im Innersten des Menschen. Mit dem Psalmisten rufe der Mensch: „Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott“ (Ps 42,3). Leo XIV. beschrieb diesen Durst als einen innersten Vorgang des Menschen. Jesus Christus komme durch seine Menschwerdung jedem Menschen in seiner konkreten Lebensgeschichte entgegen und offenbare sich als „die wahre Quelle lebendigen Wassers“, die seinen Durst stillen könne. Dabei gehe es nicht in erster Linie um einen materiellen Durst, sondern um „einen Durst nach Sinn, nach Wahrheit und nach Erfüllung, der dem Herzen eines jeden Menschen innewohnt“. Christus antworte auf das tiefe Verlangen nach Beziehung und Gemeinschaft mit Gott, in der das Leben seine ewige Erfüllung finde. Die erste Lesung aus dem Buch Ezechiel führte Leo XIV. als biblische Vorausdeutung dieses Geheimnisses an. Der Prophet sehe Wasser aus dem Tempel fließen, das sich in der Wüste ausbreite, reinige und fruchtbar mache. Später sehe der heilige Johannes Wasser aus der durchbohrten Seite Jesu fließen, nachdem dieser seinen Geist übergeben habe. Damit sei die Quelle eröffnet, an der alle trinken könnten, „um wiedergeboren zu werden und die Gabe des Heiligen Geistes zu empfangen, um Kinder Gottes und neue Schöpfung zu werden“. Von diesem biblischen Bild führte der Papst zur Erfahrung des Menschen: „Man muss anerkennen, dass uns hier auf Erden nichts jemals voll und ganz zufriedenstellen kann“. Selbst wenn eine Aufgabe erfüllt und eine Anstrengung erfolgreich abgeschlossen worden sei, könne die innere Leere zurückkehren und sich noch vertiefen. Der Mensch könne darauf mit der Suche nach neuen Freuden, nach neuen Dingen und nach immer neuen Möglichkeiten reagieren, „nur um dieses innere Unbehagen nicht zu spüren“. Die Liturgie lade deshalb dazu ein, das eigene Herz zu ergründen: „Was ist unser tiefster Durst? Was suchen wir wirklich im Leben?“. Alle Menschen sehnten sich nach Glück, Liebe und Selbstverwirklichung; entscheidend sei jedoch die Frage nach der Quelle, an der dieser Durst gestillt werden solle. Leo XIV. fragte: „Begnügen wir uns mit materiellen Gütern, mit sofortiger Befriedigung, mit den vielen kleinen Götzen, die uns das Blaue vom Himmel versprechen, unser Herz aber leer zurücklassen?“. Die Taufe habe den Menschen das lebendige Wasser geschenkt, von dem das Evangelium spreche. Zugleich stellte der Papst die Frage: „Aber sind wir Christus wirklich persönlich begegnet?“. Der Mensch sei im Grunde ein „sich sehnendes“ Wesen, und nur Gott könne diese innere Leere füllen. In diesem Zusammenhang richtete Leo XIV. den Blick auf Christus als den Guten Hirten. Jesus führe die Menschen „zur Quelle des Glücks und des Friedens“. Er kenne jeden Menschen mit Namen; nichts von dessen Geheimnissen, Absichten und Schwächen bleibe ihm verborgen: „Er blickt in die Tiefen unseres Herzens“. Christus habe sein Leben für die Menschen hingegeben und gebe es in den Sakramenten weiter. Die müden und verletzten Schafe trage er auf seinen Schultern und bringe die Verirrten zurück. Darin sah Leo XIV. die Offenbarung der bedingungslosen Liebe Gottes. „In seinen Augen ist keiner von uns eine Nummer auf einem Personalausweis oder ein Identifikationscode, sondern ein Mensch, eine einzigartige und unersetzliche Person“. Die Aussage verband die christologische Mitte der Predigt mit einer Bestimmung der menschlichen Person: Ihre Würde werde aus der Beziehung zu Christus und aus seinem Blick auf den Menschen verstanden. An die Gläubigen Frankreichs richtete Leo XIV. anschließend einen ausdrücklichen Ruf, aus der Quelle Christi zu trinken und den empfangenen Glauben weiterzugeben. Er erinnerte daran, dass sie „Erben einer langen und schönen Geschichte des Glaubens in Frankreich“ seien, und forderte sie auf: „Trinkt auch ihr aus dieser Quelle, die das durchbohrte Herz Jesu ist“. Ihr Durst richte sich nach Gott, nach Leben und Wahrheit, aber auch nach Einheit, Frieden, Gemeinschaft und Glück. Zugleich strebten sie danach, „wieder eine lichtvolle Zukunftsperspektive zu entdecken und nach einer Erneuerung der Nation aus ihren vom Glauben durchdrungenen Wurzeln“. Der Glaube an Christus dürfe nicht auf den Einzelnen beschränkt bleiben: „Behaltet den Glauben an Jesus Christus nicht nur für euch selbst, sondern lasst ihn überfließen, um den Durst der Menschen zu stillen, denen ihr begegnet, und um ihnen Erfüllung zu schenken“. Die Aufgabe der Christen bestehe darin, „Hoffnung dorthin zu bringen, wo Entmutigung und geistliche Trockenheit herrschen“. Die Quelle des lebendigen Wassers verband Leo XIV. damit auch mit der Wahrheit über den Menschen. „Denn erst wenn wir bereit sind, in der Wahrheit unter dem Blick Jesu zu leben, können wir authentisch sein und mit Klarheit auf unser Leben blicken“. Das menschliche Leben sei zerbrechlich und verletzlich und auf den Übergang des Todes ausgerichtet; zugleich sei es „herrlich, voller Wunder und fähig, sich in seinen Beziehungen zu erneuern und sich der wahren Liebe zu öffnen“. Das Wort Jesu aus dem Johannesevangelium führte anschließend wieder zum Ausgangspunkt zurück: „Es trinke, wer an mich glaubt! Wie die Schrift sagt: Aus seinem Inneren werden Ströme von lebendigem Wasser fließen“ (Joh 7,37-38). Leo XIV. verwies dabei auf Origenes, der geschrieben habe, dass diejenigen, die aus der Quelle des Herzens Christi trinken, selbst zu „Brunnen, Quellen und Strömen für andere“ würden. Der Gläubige werde aufgrund seiner lebendigen Verbindung mit Christus seinerseits zu einer Quelle des Lebens und gebe dieses Leben an den Nächsten weiter. Von der persönlichen Begegnung mit Christus weitete der Papst den Blick auf die Geschichte der Kirche aus. Das lebendige Wasser des Heiligen Geistes sei in Fülle ausgegossen worden und bringe durch Missionare und Zeugen „in allen Kulturen und unter allen Völkern“ weiterhin seine Früchte hervor. Es befruchte alles, was sich von ihm berühren und verwandeln lasse, und bringe als Frucht die Heiligkeit derer hervor, „die den wahren Gott anbeten und ihren Brüdern und Schwestern mit großzügiger Liebe dienen“. Frankreich deutete Leo XIV. in diesem Zusammenhang aus seiner Geschichte des Glaubens heraus. Er erinnerte an die ersten Märtyrer Blandina, Potinus und Irenäus, an Ordensgründer und Ordensgründerinnen sowie an Bischöfe wie Martin und Franz von Sales. Ebenso nannte er Menschen, deren Herz für die Nöte anderer empfänglich gewesen sei: Vinzenz von Paul, Frédéric Ozanam und Jeanne Jugan. Diese Reihe setzte er mit dem Hinweis auf die Gegenwart fort. Auch heute gebe es in der Gesellschaft, in den Pfarreien und in den verschiedenen kirchlichen Aktivitäten „unzählige Menschen“, die sich für „das Leben, die Familie, die Wahrheit, den Frieden, die Geschwisterlichkeit und die Gerechtigkeit“ einsetzten. Von Paris aus richtete Leo XIV. schließlich sein Gebet auf ganz Frankreich. Er dachte an die Familien, die trotz der Schwierigkeiten des Alltags ihre Sendung fortsetzten, und dankte ihnen „von ganzem Herzen für all das Gute, das durch euch geschieht“. Zugleich verband er seine Bitte mit dem sakramentalen Christus: „Möge die konkrete Gegenwart Jesu in euch niemals schwinden!“ Auch die jungen Menschen sprach Leo XIV. unmittelbar an: „Ihr seid die Kirche von heute!“. Ihre Begeisterung, Tatkraft, ihr Engagement und ihre Freude in den christlichen Gemeinschaften bezeichnete er als Zeichen ihres Platzes im kirchlichen Leben. Den Katechumenen und Neugetauften galt sein Blick ebenfalls. Sie beschritteten den Weg des Glaubens, der Bekehrung und der christlichen Initiation. Die Gabe des Heiligen Geistes solle sie zu Zeugen machen, „die bereit sind, in ihrem Umfeld die Kultur der Liebe zu verbreiten“. Am Ende der Predigt wandte sich Leo XIV. an Maria. Er bezeichnete die Mutter Gottes als „Quelle des Heils“, die zu ihrem Sohn führe, dem Urheber aller Gnade. Durch ihr freies und vertrauensvolles „Ja“ sei sie zum „demütigen und gottgewollten Schrein“ geworden, „in dem die Liebe des Vaters Fleisch geworden ist, um sich der Welt zu schenken“. Die Predigt mündete damit wieder in das Bild der Quelle. Leo XIV. rief dazu auf, Maria vertrauensvoll anzurufen, „damit auf ihre Fürsprache hin im Inneren des Volkes Gottes Quellen lebendigen Wassers entspringen und überall in Frankreich die Knospen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe zur Blüte gelangen“.
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