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16 Kirchen und Religionsgemeinschaften beim UNO-Gedenktag gegen Gewalt

22. August 2019 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Erstmals: 16 Kirchen und Religionsgemeinschaften setzen Zeichen anlässlich des ersten UNO-Gedenktags für Opfer religiös motivierter Gewalt (22. August)


Wien, Seestadt Aspern (kath.net/pm) Der kürzlich von den Vereinten Nationen eingeführte Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer von Gewalthandlungen aufgrund der Religion oder der Weltanschauung (A/RES/73/296) wird am 22. August 2019 erstmals begangen. Zu diesem Anlass trafen am Vorabend des Gedenktages Vertreter aus 16 Kirchen und Religions- und Glaubensgemeinschaften am Gelände des Campus der Religionen in der Seestadt Aspern in Wien zusammen.

Initiiert wurde dieses Treffen von der Nationalratsabgeordneten Dr. Gudrun Kugler, die stellvertretende Vorsitzende des parlamentarischen Ausschusses für Menschenrechte, die dazu in Zusammenarbeit und mit Unterstützung von Jan Figel, EU-Sonderbeauftragter für Religionsfreiheit, und Prof. Ingeborg Gabriel, Sonderbeauftragte der OSZE im Kampf gegen Rassismus, Xenophobie und Diskriminierung, eingeladen hatte.

Anwesend waren Vertreter von der Katholischen Kirche, der Islamischen Glaubensgemeinschaft, der Buddhistischen Religionsgesellschaft, der Alevitischen Glaubensgemeinschaft, der Evangelischen Kirche A. B., der Freikirchen, der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien, der Israelitischen Religionsgesellschaft, der Armenisch-Apostolischen Kirche, der Bahá’í Gemeinde, der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, der Antiochenisch-orthodoxen Erzdiözese, der Serbisch-Orthodoxen Kirche, der Koptisch-Orthodoxen Kirche, der Russisch-orthodoxe Kirche und der Sikh-Glaubensgemeinschaft, die gemeinsam die neue UN Resolution zum Gedenktag gegen religiös motivierte Gewalt willkommen hießen.


Mittelpunkt der Veranstaltung stellte entsprechend der Aufforderung durch die Vereinten Nationen der persönliche Austausch der Vertreter der verschiedenen Religionsgemeinschaften sowie das gemeinsame Bekenntnis zum Frieden und gegen jegliche Form religiös motivierter Gewalt dar, welches in einem gemeinsamen Foto aller Religionsvertreter festgehalten wurde. „Wir wollen den positiven Beitrag der Religionsgemeinschaften für die Gesellschaft unterstreichen und uns gegen die Verfolgung von Menschen aufgrund ihres Glaubens aussprechen“, so die Veranstalterin.

Kugler begrüßt die Entscheidung der UN Generalversammlung zum neuen Gedenktag. „Der Gedenktag ist ein Meilenstein für Religionsfreiheit in der ganzen Welt“, so Kugler. Er sei keineswegs nur symbolisch zu verstehen, sondern enthielt „einen klaren Auftrag an die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen, religiös motivierte Gewalt zu beseitigen. Dazu wollen wir auch in Österreich beitragen.“ Kugler hatte sich in der vergangenen Legislaturperiode mehrfach für die Rechte religiöser Minderheiten eingesetzt, unter anderem durch einen Entschließungsantrag, in dem die Bundesregierung aufgefordert wurde, sich international gegen die Verfolgung religiöser Minderheiten – insbesondere christlicher Minderheiten – einzusetzen. Kugler betont, dass die Gewalt gegen Gläubige praktisch aller Glaubensrichtungen dramatisch gestiegen sei, wobei Christen weltweit am stärksten verfolgt werden.

Bei der Zusammenkunft fanden die Teilnehmer versöhnliche Worte.

„Immer wieder wird versucht unter uns rassistische Theorien und Ideologien wiederzubeleben und durchsetzen zu wollen. Glaubensunterschiede werden für gegenseitige Feindeligkeiten und Anschudigungen genutzt. Die Vergangenheit können wir nicht ändern, aber wir können aus ihr lernen“, so Adis Candic, der Vizepräsident der IGGÖ (Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich) in seiner Ansprache.

Weihbischof Franz Scharl betonte in seiner Rede die Dringlichkeit des Anliegens: „Frieden stiften: das ist eine Hausaufgabe für uns alle! (...) Wann werde ich anfangen? Morgen? Wann werden wir anfangen? Morgen? Und wo beginnen? Hier, heute und jetzt!“

EU-Sonderbeauftragter Figel hob in seiner Grußbotschaft die Bedeutung des Gedenkens hervor: „Unser bewusstes Gedenken, der Schutz von Opfern von Verfolgung und unsere Verantwortung im Einsatz für die Gerechtigkeit sind der Weg, um Grausamkeiten und das Leiden von unschuldigen Menschen zu verhindern.“

Die OSZE Sonderbeauftragte Prof. Gabriel unterstützt den Austausch mit folgenden Worten: „Nicht-Diskriminierung und Toleranz sind für eine multikulturelle und multireligiöse Gesellschaft zentral. Jedem Einzelnen kommt hier eine besondere Rolle zu. Er/sie kann viel bewirken. Die Begegnung mit einem liebenswürdigen Christen oder Sikh, einer hilfsbereiten Muslimin oder Jüdin, einem freundlichen Menschen welcher ethnischen Herkunft immer, kann ein Weltbild verändern.“

Foto der Teilnehmer (c) Büro Gudrun Kugler


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