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Vatikan kritisiert Schweizer Suizidbeihilfe für italienischen DJ

27. Februar 2017 in Aktuelles, 2 Lesermeinungen
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Erzbischof Paglia: "Niemand ist ein Abfallprodukt; wir müssen uns gegenseitig helfen, das zu verstehen"


Vatikan (kath.net/KAP) Der Vatikan hat die Beihilfe zur Selbsttötung eines schwer kranken italienischen Musikers in der Schweiz kritisiert. "Niemand ist ein Abfallprodukt; wir müssen uns gegenseitig helfen, das zu verstehen", sagte Kurienerzbischof Vincenzo Paglia der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera" (Montag). Der Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben äußerte sich zu dem begleiteten Suizid für den nach einem Unfall blinden und gelähmten Italiener "DJ Fabo" in der Schweiz.

Er sei gezwungen gewesen, sich im Ausland von einer "unendlichen und unerträglichen Tortur zu befreien", zitieren italienische Medien Fabiano Antoniani. Die Regierung in Rom hatte ihrem Landsmann aufgrund der Gesetzeslage einen attestierten Suizid untersagt. Das Land ringt derzeit um Regelungen zu einem sogenannten Biotestament und zu Euthanasie. Gesetzentwürfe dazu kamen bislang nicht voran.

Wer solch "dramatische Fälle" per Gesetz regeln wolle, riskiere die Schaffung einer "Wegwerfkultur", die auch Papst Franziskus immer wieder kritisiere, sagte Erzbischof Paglia. Dies werde durch eine "hyperindividualisierte Gesellschaft" gefördert, in der alles möglich scheine. Gleichzeitig wachse auch eine "giftige Kultur der Einsamkeit". "Wir dürfen nicht vergessen, dass das Leben eines jeden von uns mit dem der anderen verbunden ist."

In der Schweiz ist es legal, anderen Menschen Mittel zum Suizid zur Verfügung zu stellen und sie zu begleiten, sofern der Helfer nicht persönlich vom Tod des Patienten profitiert. 2011 entschied die Schweizer Regierung, der Bundesrat, auf eine gesetzliche Regelung organisierter Suizidhilfe zu verzichten. Zuletzt wird immer wieder der Ruf laut, auf den Anstieg von Sterbehilfefällen und die zunehmende Begründung mit Lebensmüdigkeit als Motiv zu reagieren. Der Gesetzgeber dürfe sich nicht vor seiner Verantwortung drücken.

Die katholische Kirche verurteilt assistierten Suizid scharf.

Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

 Stephaninus 28. Februar 2017 
 

Das in der Schweiz

aber auch andernorts in Europa solche Zustände herrschen, hat aber auch damit zu tun, dass die Kirche ihren Verkündigungsauftrag sträflich vernachlässigt hat und lieber dem links-liberalen Zeitgeist hinterherrennt. Z.B. ist es für die meisten Kirchenfunktionäre kein Problem, wenn jemand weit links politisiert - doch wehe, er oder sie sind bei der SVP (Nationalkonservative in der Schweiz).


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 Ehrmann 28. Februar 2017 

"Kein Abfallprodukt" ist zu wenig für den, der leidet,ihm hilft nur der Glaube an das Leben in Gott

- nach dem Vorbbild des Erlösertodes Christi! Und das können nur wir ihm vermitteln, diese Akzeptanz des Kreuzes als großen Sinn des Lebens -im Gegensatz zur Kuschel- und "Verständnis"religion als lezten Sinn unseres Lebens und Leidens ist es, was einzig in den schweren Stunden hilft- Leben und Kraft aus der Gnade, die uns durch Christus erwirkt wurde, die uns durch Taufe und Firmung sichtbar zuteil wurde, an die wir uns halten können. Hat es nicht noch im AT etliche Beispiele von (akzeptiertem) Selbstmord gegeben - genauso wie die Möglichkeit der Scheidung, weil eben diese Hilfe noch nicht zur Verfügung stand?


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