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Selbstdemontage der Kirche

7. Februar 2017 in Kommentar, 32 Lesermeinungen
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Die Ehe wird jetzt auch katholisch zu einem weltlich Ding, und kirchliche Hochzeiten werden immer mehr zu einer Farce in Weiß - Ein kath.net-Kommentar des Theologen Hubert Windisch zum "Amoris laetitia"-Schreiben der deutschen Bischofskonferenz


Regensburg (kath.net)
Am 1. Februar 2017 haben die deutschen Bischöfe das als maßgebend für die Ehepastoral vorgelegt, was in Amoris Laetitia seit letztem Jahr vorgegeben ist: Im Einzelfall können nach sorgfältiger Prüfung und Begleitung eines Seelsorgers wiederverheiratete Geschiedene, deren erste Ehe nicht für ungültig erklärt worden ist und die trotzdem ihre Sexualität miteinander leben, auch zu den Sakramenten der Buße und der Eucharistie zugelassen werden. Man sollte sich nichts vormachen: Damit sind die bisherige Ehelehre der katholischen Kirche und ihre Ehepastoral nicht mehr miteinander verbunden. Trotz aller schönen kirchlichen Worte in bezug auf den ideellen Wert der christlichen Ehe bestimmt jetzt letztlich das Gewissen des einzelnen, was praktisch Sache ist.


Das konnte auch bisher der Fall sein, aber das Gewissen mußte sich gegen die objektiven, auf Schrift und Tradition basierenden Aussagen der Kirche behaupten und dies letztlich auch vor Gott im Gericht verantworten. Jetzt ist die Kirche dem Gewissen des einzelnen gegen sich selbst Fürsprecherin – eine Selbstdemontage ohnegleichen, noch dazu unter der Führung eines Papstes. Es wird in der Ehepastoral mit wiederverheirateten Geschiedenen nicht mehr nur die Ausnahme von der Regel geben, um die oft hart gerungen wurde, sondern – man mag es drehen und wenden, wie man will – die Ausnahme wird zur Regel werden, auf die man ein Anrecht hat. Ein kirchliches Ehesakrament im eigentlichen Sinn wird es so nicht mehr geben. Die Trauung vor dem Altar, der für Christus steht, verliert ihren auch sexuell prägenden und verpflichtenden Charakter. Aber nicht nur die Sexualität zwischen Mann und Frau verliert dabei ihren leibhaft sakramentalen Charakter, die Ehe selbst spiegelt den Doppelbund Gottes mit dem Menschen in Schöpfung und Erlösung seinem Ursinn nach nicht mehr wider (Vgl. Gen 1,27; Mt 19,8 und Eph 5,32).

Die Ehe wird jetzt auch katholisch zu einem weltlich Ding, und kirchliche Hochzeiten werden immer mehr zu einer Farce in Weiß. Was sollen also in Zukunft die Seelsorger den Brautpaaren beim Ausfüllen des Trauungsprotokolls sagen? Sollen sie sagen: „Wir weisen euch zunächst auf die Einheit, Unauflöslichkeit und Sakramentalität der Ehe hin; im Fall der Fälle könnt ihr aber auch auf euer Gewissen zurückgreifen; und schließlich haben wir auch die nötigen Sakramente, wenn eure Ehe scheitert?“ Viele Seelsorger werden mitmarschieren auf diesem Weg, der einer Wanderdüne gleicht, die der Zeitgeist vor sich hertreibt. Viele aber werden resignieren. Ist diese Selbstdemontage der Kirche in der Ehepastoral wirklich die Hilfe, die die Menschen von heute brauchen?


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