Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  2. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  3. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  4. Schwester Helen und angebliche Flirt-Fantasien der Dominikaner
  5. Papst verkündet neuen Friedensappell der Weltreligionen in Assisi
  6. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  7. NZZ: 'Die Kirchen arbeiten an der Ächtung der AfD mit'
  8. Die Mitwirkung der seligen Jungfrau Maria an der Erlösung
  9. Zehn Jahre Amoris laetitia: die Schule des Zuhörens
  10. Wir können NICHT schweigen!
  11. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare
  12. „Meine Lieben! Darum soll der Rosenkranz nicht vergessen auf dem Boden einer Schublade liegen“
  13. Papst Leo: 'Ehe offenbart etwas von Gottes Geheimnis'
  14. Christliche Eltern beten für den Mann, der ihre Töchter bei Autounfall tötete
  15. Forscher sprechen von neuen Beweisen für möglichen Fundort der Arche Noah

Der 'Franziskus-Katholik'

25. Juli 2016 in KNA, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Hillary Clinton hat mit Tim Kaine einen "praktizierenden Katholiken" zu ihrem Vizepräsidentschaftskandidaten berufen. Tim Kaine kämpft im Wahlkampf an Hillary Clintons Seite - Von Thomas Spang (KNA)


Washington (KNA) Das neue Gesicht im US-Wahlkampf stammt aus einer streng katholischen Familie im Mittleren Westen. «Wenn wir am Sonntagabend um halb acht aus dem Urlaub zurückkamen, wussten unsere Eltern garantiert, wo es in Kansas City noch eine Abendmesse um acht Uhr gab», erzählte Tim Kaine (58), der frisch gekürte demokratische «Running Mate» Hillary Clintons, jüngst dem Fernsehsender «C-Span».

Kaines Vater besaß einen kleinen Handwerksbetrieb und verdiente sein Geld mit Schweißarbeiten. Ein Teil der Einkünfte floss in die Ausbildung Tims an einer jesuitischen Privatschule, die Spuren hinterließ.

1980 unterbrach Kaine sein Studium an der renommierten Harvard Law School für ein Jahr, um Missionaren der Jesuiten in Honduras zu helfen. Ein prägendes Jahr für den jungen Mann, der in dem zentralamerikanischen Land Spanisch lernte und seine Leidenschaft für den Kampf um soziale Gerechtigkeit vertiefte.

Bei seinem ersten Auftritt an der Seite Hillary Clintons an der Florida International University in Miami richtete er sich in fließendem Spanisch an seine Zuhörer, darunter viele Latinos, und hieß sie mit freundlichen Worten willkommen. Eine demonstrative Abgrenzung zum republikanischen Kandidaten Donald Trump, der unter Hispano-Amerikanern wegen seiner kritischen Aussagen zu mexikanischen Einwanderern eher unbeliebt ist.


William D'Antonio, Experte der Catholic University, nennt den dreifachen Familienvater Kaine einen «Franziskus-Katholiken». Clintons Wahlkampfpartner setze politisch ähnliche Schwerpunkte wie das Oberhaupt der katholischen Kirche. «Den Armen zu dienen und der Einsatz für soziale Gerechtigkeit machen die Arbeit Kaines aus.»

Diese Ziele verfolgte Kaine während seiner gesamten Karriere: Von den Anfängen im Stadtrat der ehemaligen Hauptstadt der Südstaaten-Konföderation Richmond über den Aufstieg zum Bürgermeister dort bis hin zu seiner Arbeit als Gouverneur und Stellvertreter im US-Bundesstaat Virginia sowie zuletzt im US-Senat.

Zusammen mit seiner Ehefrau Anne Holton schloss er sich in Richmond der Gemeinde St. Elizabeth an, in der die Mehrheit der Gemeindemitglieder Schwarze sind. Der Politiker gründete einen Studienkreis für Männer und engagierte sich im Gospel-Chor.

Der Jazz-Freund und Harmonika-Spieler steht offen zu seinem Glauben, den er als «meinen Nordstern» bezeichnet. Dazu gehört für ihn auch die Ablehnung von Abtreibungen und Todesstrafe. «Persönlich bin ich dagegen», betonte er in einem Interview seine Position. In puncto Schwangerschaftsabbruch will er das «Ja» zum Kind zwar erleichtern, hält die Entscheidung zugleich jedoch für eine persönliche: «Das Letzte, was Frauen benötigen, ist eine Regierung, die sich in persönliche Entscheidungen einmischt.» Konservative kritisieren diese Haltung als inkonsequent, während Organisationen wie Planned Parenthood Kaine Bestnoten geben.

Auch beim Thema Todesstrafe ist Kaines Vorgehen zwiespältig. Als Gouverneur von Virginia erlaubte er die Exekution von elf zum Tode verurteilten Gefangenen. «Das ist meine Verpflichtung unter dem Gesetz von Virginia», erklärte er den Widerspruch zu seiner persönlichen Überzeugung.

Im Senat machte er sich für eine umfassende Einwanderungsreform stark und diente im Auswärtigen Komitee. In den Augen Clintons ein weiterer Pluspunkt, der Kaine für das Amt des Vizepräsidenten qualifiziert. Darüber hinaus ist er ein entschiedener Befürworter strengerer Waffenkontrollen.

Letzteres hat mit der bisher größten Bewährungsprobe seiner Laufbahn zu tun. Als am 16. April 2007 ein Amokläufer an der Virgina-Tech-Universität eines der schwersten Massaker in der Geschichte des Landes anrichtete, brach der damalige Gouverneur eine Reise nach Japan ab und erwarb sich als besonnener Krisenmanager Respekt. Auch deshalb könnte er der umstrittenen Kandidatur Clintons etwas mehr Balance verleihen.


(C) 2016 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

KNA-Watch

  1. Ethan Hawke schätzt den Buddhismus - und meditiert beim Joggen
  2. Zwischen Queen und Sex Pistols - Sänger Campino wandelt in London auf
  3. Regisseur Almodovar hält «Opus Dei» für gefährlich
  4. Einfach mal abhängen - Am Freitag ist der «Tag der Hängematte»
  5. Basketballstar Dennis Schröder will später nach Mekka pilgern
  6. Jesuitenpater Mertes fordert Aufarbeitung kirchlicher Homophobie
  7. Spiegel-Verlag startet Bezahlangebot im Internet
  8. Australischer Priester kämpft gegen Notwehr-Paragrafen
  9. 60 Prominente fordern von Grünen Unterstützung für Volker Beck
  10. 'Breite Zustimmung' für angekündigte Prüfung von Frauen-Diakonat







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare
  3. US-Studie: Regelmäßiger Kirchgang sorgt für glücklichere Ehen und mehr Intimität
  4. USA: Monat des Respekts für das Leben im Zeichen des Kampfs gegen Abtreibungspillen
  5. Florentiner Klosterapotheke entwickelte eines der frühesten Cola-Rezepte
  6. Gericht in Tschechien rehabilitiert "Märtyrer-Kardinal" Trochta
  7. Thilo Sarrazin warnt vor Folgen der demografischen Entwicklung in Berlin
  8. Vatikan beendet Reflexionsprozess bei den Servi Jesu et Mariae
  9. „Meine Lieben! Darum soll der Rosenkranz nicht vergessen auf dem Boden einer Schublade liegen“
  10. Der verworfene Stein wurde zum Fundament: Gott wirft unser Leben niemals weg
  11. Diözese Linz: In der Hälfte der Klassenzimmer in der Stadt Wels fehlten die Kreuze
  12. Christliche Eltern beten für den Mann, der ihre Töchter bei Autounfall tötete
  13. Ukrainischer Bischof: "Es gibt so unglaublich viel Leid"
  14. Ägyptisch-amerikanischer Pastor warnt vor ‚unheiliger Allianz‘ zwischen Linken und Islamisten
  15. Über 3000 Teilnehmer beim Marsch fürs Leben in Wien 2026

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz