Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  2. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  3. Am Grab des Petrus – Die diesjährige Romwallfahrt Ad Petri Sedem
  4. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  5. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  6. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  7. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  8. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  9. „Wir werden erwartet“
  10. Auf zu den Friedhöfen! Wir bitten für unsere Verstorbenen um Gottes Gnade!
  11. Nach Christus-Verhöhnung: CDU-Politikerin Bosbach legt Beschwerde gegen Jan Böhmermann ein
  12. Wie Halloween begann: Das Fest wurzelt in einem großen Exorzismus
  13. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich
  14. Zisterzienserpater Isaak Maria Käfferlein aus Neuzelle: „Getauft sein reicht nicht!“
  15. Papst baut Sekretariat der weltweiten Synode um

Über 3000 christliche Familien haben den Irak verlassen

26. Oktober 2015 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Doch inzwischen zeigt die Flüchtlingshilfe Wirkung - Erzbischof von Erbil: Die humanitäre Lage christlicher Flüchtlinge im Irak hat sich verbessert, aber sie bleibt ernst - Kirche in Not unterstützt mit Lebensmittelverteilungen und eröffnet Schulen.


Wien/Königstein (kath.net/KIN) Über ein Jahr nach Flucht und Vertreibung durch die Terrormiliz „Islamischer Staat“ haben die Christen des Irak keine Hoffnung, bald in ihre Heimatorte zurückkehren zu können. Dies erklärte der chaldäisch-katholische Erzbischof von Erbil, Baschar Matti Warda (Foto - Mitte), am Dienstag während eines Besuchs in der Zentrale des internationalen katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“. „Die Menschen machen sich nicht vor, dass es schnell geht, die besetzten Gebiete zu befreien. Wir als Kirche versuchen derweil, ihnen das Bleiben im Irak zu ermöglichen. Wenn die Menschen sehen, wie die Kirche sich um sie bemüht, überlegen sie es sich zwei Mal, ob sie gehen.“ Über 125000 Christen waren im Sommer vergangenen Jahres vor dem „Islamischen Staat“ nach dessen blitzartigem Vordringen in Mossul und der Ninive-Ebene in die kurdischen Autonomiegebiete des Irak geflohen. Dort lebt die Mehrzahl nach wie vor als Flüchtlinge.

Erzbischof Warda stellt derweil eine beträchtliche Abwanderung von Christen aus dem Irak fest. „Im letzten Jahr hatten wir in unserer Erzdiözese 13500 christliche Flüchtlingsfamilien registriert. Jetzt sind es nur noch etwa 10000. Über 3000 Familien haben damit den Irak verlassen.“ Der Flüchtlingsstrom aus dem Nahen Osten nach Europa hat sich längst auch unter irakischen Christen herumgesprochen. „Wir spüren diese Entwicklung in Europa sehr stark. Die Menschen bekommen das natürlich mit und denken, jetzt wären alle Tore nach Europa offen.“ Bislang, so der Erzbischof, stelle er aber noch keine durch die Ereignisse in Europa bewirkte Beschleunigung der Abwanderung aus dem Irak fest. „Aber es macht unsere Arbeit, die Menschen vom Bleiben zu überzeugen, natürlich nicht leichter.“


Der Kirche, so Erzbischof Warda, gehe es darum, humanitäre wie pastorale Hilfe zu leisten. „Dank unserer Partner hat sich die humanitäre Situation mittlerweile stabilisiert. Niemand muss mehr in Zelten leben wie im letzten Jahr. Die Mehrzahl lebt mittlerweile in Wohncaravans oder in von uns angemieteten Wohnungen. Außerdem konnten wir mit der Hilfe von „Kirche in Not“ acht Schulen in Betrieb nehmen, sodass heute praktisch keine Kinder mehr ohne Unterricht sind. Das war letztes Jahr natürlich anders. Schließlich haben wir mittlerweile eine gut eingespielte Versorgung mit Lebensmitteln. Jede Familie bekommt ein monatliches Paket von uns.“ Ein Nachlassen der Unterstützung aus dem Ausland hätte allerdings zur Folge, dass mehr Christen das Land verlassen würden, so der Erzbischof.

Neben der humanitären Hilfe sei die pastorale Begleitung entscheidend, betont der Erzbischof. „Wir hatten kürzlich ein Glaubensfest. 1200 Menschen nahmen daran teil. Die Zeugnisse der Menschen haben mich tief bewegt. Viele junge Leute sprachen von der Dunkelheit, durch die sie gehen mussten. Mit der Flucht verloren sie ja nicht nur ihr Zuhause, sondern auch Hoffnung, Freude, Vertrauen und ihre Träume. Als sie aber sahen, dass die Kirche mit ihnen war, dass Priester und Ordensfrauen an ihrer Seite waren, da haben sie neuen Mut gefasst. Ihr Glaube kehrte zurück. Sie haben vielleicht kein Haus mehr, aber wenigstens einen lebendigen Glauben.“

Dennoch rechnet Erzbischof Warda damit, dass die Zahl der Christen im Irak weiter zurückgehen wird. „Die Lage ist sehr ernst. Wir als Kirche tun, was wir können. Entscheidend ist für mich langfristig aber, dass die, die bleiben, eine Mission haben. Wir Christen des Irak gehören zu diesem Land. Unsere Aufgabe ist es, Brückenbauer zu sein, christliche Werte zu leben. Mein Traum ist es, das Vaterunser auch mit Nicht-Christen zu beten. Das ist ja ohne weiteres möglich. Entscheidend ist aber, es zu leben. Die Botschaft des Vaterunser ist, dass Gottes Liebe allen Menschen gilt.“

„Kirche in Not“ unterstützt die Christen des Irak seit Jahren. Mit Beginn der christlichen Flüchtlingskrise wurde das Engagement massiv verstärkt. 2014 und im laufenden Jahr wurden deshalb über 11 Millionen Euro für Projekte aufgewendet. Damit konnten vor allem Wohnraum für die Menschen angemietet, Schulen gebaut sowie Lebensmittel bereitgestellt werden.

_____________________________________________________________________________________________

KIRCHE IN NOT ist ein internationales katholisches Hilfswerk. Das Werk leistet weltweit geistliche und materielle Hilfe für Christen,
die wegen ihres Glaubens bedroht oder verfolgt werden.

Infos und Spendenmöglichkeiten:

Kirche in Not Österreich

Kirche in Not Schweiz

Kirche in Not Deutschland

Foto von Erzbischof Bashar Warda in einer kirchlichen Packstation für Nahrungsmittelpakete für Flüchtlinge in Erbil-Ankawa © Kirche in Not


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Irak

  1. Irakischer Bischof: Christen blicken mit großen Sorgen in die Zukunft
  2. Nordirak: Angespannte Sicherheitslage in der Ninive-Ebene
  3. Irakischer Erzbischof: Leben in Mosul normalisiert sich
  4. Irak: Erzbischof befürchtet „schwerwiegende Folgen“
  5. Irak: Kirche würdigt muslimische Rettungsaktion von Christinnen
  6. Kardinal: Wiederaufbau des Irak braucht "Kultur des Respekts"
  7. „Kirche in Not“ startet neues Großprojekt im Irak
  8. Bagdad von Sicherheitskräften abgeriegelt
  9. Vor Islamisten gerettete Handschrift soll in den Irak zurück
  10. Freude über geplante Papst-Reise in den Irak







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich
  3. Neue Vatikan-Kommunikationschefin Montserrat Alvarado gibt Einblick in ihre Ideen
  4. „Alles wieder in den Urzustand versetzen“: Das Oxford Oratory wird wieder einen Hochaltar errichten
  5. Wenn das Scrollen in die Gnade eintaucht
  6. Äthiopien: Mehr als 60 Tote bei Angriffen auf Christen
  7. Venezuela: Machado kehrt zurück und besucht Marienheiligtum
  8. Waffenruhe für Oleschky: Papst-Appell für besetzte Stadt greift
  9. Vatikan-Außenminister: Papstreise nach USA 2027?
  10. “As a bishop, my duty is to proclaim the faith of the Church”
  11. Erzbischof Marini über Johannes Paul II.: Er war für mich ein zweiter Vater
  12. ‚Ghost Soldier‘ – Action-Film mit Jim Caviezel in der Hauptrolle und Gebet zum Erzengel Michael
  13. ‚Big Bang Theory‘-Produzent warnt: Gesellschaften ohne Gott fallen in Tyrannei
  14. "Österreich-Feier" im Stephansdom mit Lichterprozession und Pummerin
  15. Der katholische Osten in der Analyse

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz