Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  2. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  3. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  4. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  5. Voll in die Falle getappt
  6. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  7. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  8. Die große Täuschung
  9. George Orwell wohnt in Brüssel, aber nicht nur dort!
  10. Kinderschutz oder Staatskontrolle? Das Dilemma der Social-Media-Verbote
  11. Deutsches Formular für Geburtenanzeige: Welches Geschlecht hat die Mutter?
  12. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  13. Fatales Gerichtsurteil in Deutschland: Chefarzt siegt gegen katholisches Klinik-Verbot
  14. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  15. Vatikan: Neue Statuten für die Marienforschung

'Begnügen Sie sich nicht mit einer Bußandacht!'

19. Februar 2015 in Spirituelles, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Bischof Küng lädt zur Beichte ein – Beten Sie, bitte, möglichst täglich für die Bischofssynode im kommenden Herbst! - Ohne den Bezug des Menschen zu Gott mitzudenken, können kirchliche Aussagen zu Sexualität und Ehe nicht verstanden werden


St. Pölten (kath.net/dsp) Die „Gottvergessenheit“ nennt Bischof Klaus Küng (Foto) in seinem Fastenhirtenwort als „das größte Problem unserer Zeit“. Dies zeige sich aktuell bei den Fragen des Lebensschutzes oder in der Auseinandersetzung um das Fortpflanzungsmedizingesetz. Ohne den Bezug des Menschen zu Gott mitzudenken, könnten auch die Aussagen der Kirche über Sexualität und die Ehe nicht verstanden werden. Küng: „Wenn man auf Gott vergisst oder sich an ihn nur bei bestimmten Anlässen oder bei großem Unheil erinnert, dann ist die Gefahr groß, dass das Leben oberflächlich und arm an Inhalt wird.“

Die Fastenzeit sei eine Aufforderung, sich die Frage zu stellen, was „das Zentrum meines Lebens“ sei. Als Leitbild könne dabei helfen, dass „der Mensch nicht nur von Brot lebt, sondern von jedem Wort aus Gottes Mund“, empfiehlt Küng in seinem Hirtenbrief, der am ersten Fastensonntag in den Pfarren verlesen wird. Das diözesane Projekt „Bibel.bewegt“ könne „ein Heilmittel gegen die Gottvergessenheit sein“. So könnte etwa bei einer täglichen Betrachtung eines Bibelwortes dessen Bedeutung für das eigene Leben überlegt werden. „Das wäre schon ein Innehalten, vielleicht der Anfang für eine Neuausrichtung des Lebens in Richtung Gott.“

„Ganz besonders“ empfiehlt Bischof Küng „eine gute Osterbeichte“. Bußandachten seien zwar „hilfreich, um eine tiefere Gewissenserforschung zu halten und Reue zu erwecken“. Bei schweren Fehlern im Umgang mit Gott, mit den Anderen oder in Bezug auf sich selbst sei jedoch „das persönliche Bekenntnis und der individuelle Empfang der Absolution geboten“. Auch wenn nur leichte Fehler vorliegen sollten, sei „eine aufrichtige, persönliche Beichte immer etwas, das der Seele wohltut“, betont Küng.

kath.net dokumentiert das Fastenhirtenwort des St. Pöltner Bischofs Klaus Küng in voller Länge:


Liebe Brüder und Schwestern!
Das größte Problem unserer Zeit scheint mir die Gottvergessenheit. Das zeigt sich z. B. in den Diskussionen über die Themen der Bischofssynode. Man wird die Aussagen der Kirche über Sexualität, Unauflöslichkeit der Ehe, Treue niemals verstehen können, wenn nicht der Bezug zu Gott mitbedacht wird. Ähnliches gilt für die Fragen des Lebensschutzes oder in der derzeitigen Auseinandersetzung bezüglich Fortpflanzungsmedizingesetz. Der Mensch ist als Abbild Gottes erschaffen. Nur dann, wenn das bewusst ist, kann das menschliche Leben auch in seinen tieferen Dimensionen erfasst werden. Dies betrifft alle Belange der menschlichen Existenz, auch das Alltägliche, den Beruf und die unterschiedlichsten Lebenssituationen. Wenn man auf Gott vergisst oder sich an ihn nur bei bestimmten Anlässen oder bei großem Unheil erinnert, dann ist die Gefahr groß, dass das Leben oberflächlich und arm an Inhalt wird.

Gerade wenn wir uns das vergegenwärtigen, kommt der Fastenzeit eine große Bedeutung zu. Von Jesus lesen wir: „In jener Zeit trieb der Geist Jesus in die Wüste. Dort blieb Jesus 40 Tage lang.“ Die Fastenzeit ist eine Einladung inne zu halten. Wie können wir das erreichen? Das Markusevangelium, das in diesem Lesejahr an der Reihe ist, berichtet uns nur allgemein, dass Jesus in Versuchung geführt wurde; die Parallelstellen bei Matthäus und Lukas sind konkreter. Jesus wurde in seinem Hunger versucht, Steine in Brot zu verwandeln. Jesus aber gibt zur Antwort, dass der Mensch nicht nur von Brot lebt, sondern von jedem Wort aus Gottes Mund. Das ist ein erster Punkt, der uns als Leitbild für die Fastenzeit dienen sollte.

Im vergangenen Advent wurde das neue Projekt der Diözese „Bibel.bewegt“ eingeführt. Ein Heilmittel gegen die Gottvergessenheit könnte sein, jeden Tag ein Bibelwort zu betrachten, z. B. aus der jeweiligen Tagesmesse oder einfach fortlaufend jeden Tag ein Kapitel aus einem der Evangelien. Dabei wird es hilfreich sein sich zu fragen: Was kann ich daraus für mich ableiten? Was will mir Gott damit sagen? Das wäre schon ein Innehalten, vielleicht der Anfang für eine Neuausrichtung des Lebens in Richtung Christus, in Richtung Gott.

Die anderen zwei von Matthäus und Lukas (in unterschiedlicher Reihenfolge) beschriebenen Versuchungen Jesu in der Wüste beziehen sich auf das Verlangen nach Reichtum und Macht sowie auf die Sehnsucht nach Anerkennung. Jesus ist stark. Er erwidert, dass man allein Gott anbeten darf und dass man in allem letztlich ihm dienen soll. Die Fastenzeit ist eine Aufforderung, sich aufrichtig der Frage zu stellen: Was ist das Zentrum meines Lebens? Wofür lebe, wofür brenne ich? Welches ist meine eigentliche Zielsetzung? In wie weit spielt Gott in meinem Leben eine Rolle? Steht er eher am Rande oder bildet er tatsächlich die Mitte, da er Alpha und Omega ist, Anfang und Ende? Oder herrschen in meinem Leben andere Götter? Obwohl es nur einen Gott gibt!

In der Fastenzeit bewusst auf manches zu verzichten, ist wertvoll. Es kann eine Hilfe sein, um sich ein Stück Freiheit zurück zu erobern, wenn Anhänglichkeiten entstanden sind; es kann aber auch das eine Art sein, wie wir uns an Gott erinnern und wie wir versuchen, manches in unserem Leben zurecht zu rücken.

Ganz besonders empfehle ich – empfiehlt die Kirche –, jedes Jahr als wichtigen Bestandteil der Fastenzeit eine gute Osterbeichte. Begnügen Sie sich nicht mit einer Bußandacht! Bußandachten sind hilfreich, um eine tiefere Gewissenserforschung zu halten und Reue zu erwecken. Aber wenn schwere Fehler vorgekommen sind – im Umgang mit Gott, mit den Anderen oder in Bezug auf sich selbst – sind das persönliche Bekenntnis und der individuelle Empfang der Absolution geboten. Und selbst wenn nur leichte Fehler vorliegen sollten, ist eine aufrichtige, persönliche Beichte immer etwas, das der Seele wohltut. Sie hilft uns, in unserer Gewissenserforschung konkret zu werden und entsprechende Vorsätze zu fassen. Vor allem aber bewirkt das ehrliche Bekenntnis unserer Schwächen und Fehler eine Reinigung und Kräftigung – sie empfangen die Hilfe des Erlösers –, sodass wir mit neuem Schwung und neuem Eifer an unsere Bemühungen um Besserung herangehen, auch mit dem Verlangen, innerlich zu wachsen und zu reifen.

Schließlich möchte ich Sie um zwei Dinge bitten: Beten Sie, bitte, möglichst täglich für die Bischofssynode im kommenden Herbst! Und seien Sie großzügig bei der Unterstützung der Fastenaktion!

So wünsche ich Ihnen eine gesegnete Fastenzeit und verbleibe Ihr in Christus ergebener
+ Klaus Küng

Ein Papst geht zur Beichte


Antwort des Wiener Kardinals Schönborn auf die Frage: ´Wie oft gehen Sie beichten?´


Tilos singt „Beichte“. Ein Rap, weitergeben an junge Leute!


Foto Bischof Küng (c) Diözese St. Pölten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Fastenzeit

  1. Fastenexerzitien: Nach Änderungen durch Franziskus kehrt Papst Leo wieder zur Normalität zurück
  2. Papst Leo wird die Gründonnerstags-Fußwaschung wieder im Lateran vollziehen
  3. Erste Fastenzeit mit Leo XIV. - Die Termine wurden veröffentlicht
  4. Ferdinand Habsburg: Fastenzeit verhilft zu größerer Freiheit
  5. Orthodoxe Fastenzeit beginnt am kommenden Montag
  6. Gebet zum ‚Vielfaltengott’ – Impuls der Diözese Graz-Seckau in der Fastenzeit
  7. Wieder Unmut über Fastentücher in Tirol und Wien
  8. Gestiegenes Interesse für Männer-Fastenprogramm "Exodus 90"
  9. Bischof Glettler kündigt umstrittene "Kunst-Bilder" für Innsbrucker Kirchen an
  10. Papst feiert traditionellen Gottesdienst zu Aschermittwoch






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  4. Voll in die Falle getappt
  5. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  6. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  7. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  8. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  9. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  10. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  11. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  12. Die große Täuschung
  13. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  14. Die Kirche – nicht nur – im deutschsprachigen Raum: «the big picture»
  15. Niederösterreich: Pfarrer während Messfeier verstorben

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz