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Eine Vision von Liebe

5. Juni 2014 in Buchtipp, 1 Lesermeinung
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Unsere erste Begegnung mit der Theologie des Leibes nach dem hl. Papst Johannes Paul II. eröffnete uns eine neue Welt – Mir fiel mir auf, dass mein Mann sich veränderte, er war aufmerksamer, zärtlicher, geduldiger… Was war passiert? Von Birgit Gams


Dornbirn (kath.net) „Ich will mit euch über die Liebe reden, die Liebe für die ihr geschaffen seid, die Liebe, nach der sich jeder von euch sehnt.“ Mit diesen Worten wandte sich Johannes Paul II. an die Jugend von Korea und diese Worte stehen am Anfang des Buches „Eine Vision von Liebe“.

Im Jahr 2005 gab uns ein befreundeter Priester eine MP3 mit Vorträgen zu den Ansprachen Johannes Pauls II. über die menschliche Liebe. In den darauf folgenden Wochen sah ich meinen Mann häufig mit seinem Kopfhörer. Er hörte die Vorträge wieder und wieder. Ich selber interessierte mich nicht weiter dafür.

Allerdings fiel mir auf, dass mein Mann sich veränderte. Wenn man einige Jahre verheiratet ist, neigt man ja häufig zu der Auffassung, seinen Ehepartner genau zu kennen und im Voraus zu wissen, was er denkt und fühlt. Ich machte darin keine Ausnahme. Doch nun machte ich die Entdeckung, dass mein Mann sich immer wieder überraschend anders verhielt: er war aufmerksamer, zärtlicher, geduldiger - kurz, ich fühlte mich auf eine besondere Weise geliebt. Nach einiger Zeit beunruhigte mich diese Veränderung schon etwas und ich fragte: „Was ist passiert, warum bist du so anders?“ Und mein Mann schaute mich strahlend an und meinte: „Merkt man das, habe ich mich tatsächlich verändert?“ Dann gab er mir diese MP3 und sagte: „Hör dir das einmal an!“ Ich hörte einen der Vorträge und was ich hier über die Ehe, die Sexualität und die menschliche Liebe erfuhr, begeisterte mich.

Das war unsere erste Begegnung mit der Theologie des Leibes und mit ihr eröffnete sich uns eine neue Welt. Wir lernten über die Schönheit unserer Ehe zu staunen und entdeckten die Liebe in einer ganz neuen Fülle und Tiefe. Und wir kamen zu der Überzeugung: Die Theologie des Leibes ist das Erbe, das uns Johannes Paul II. hinterlassen hat. Sie birgt einen Schatz, der darauf wartet gehoben zu werden. Sie birgt, davon sind wir überzeugt, das Potenzial zur Erneuerung der Ehen und Familien und damit auch zur Neuevangelisierung Europas, die wir so sehr ersehnen.

Mit dem Buch „Eine Vision von Liebe“ möchten wir dem Leser die Gedanken Johannes Pauls II. nahe bringen. Wer in zwei Sätzen eine zufriedenstellende Antwort zu den Streitfragen Scheidung, Zölibat und Frauenpriestertum erwartet, wird sie nicht erhalten. Wer aber als Suchender den Plan Gottes für die Liebe und das menschliche Herz verstehen möchte und sich in die Gedanken Johannes Pauls II. vertieft, wird am Ende überrascht sein, überrascht von der Schönheit der menschlichen Liebe, überrascht von der Schönheit des christlichen Glaubens.


Können Sie sich ein Leben ohne Liebe vorstellen? Wir nicht! Die Sehnsucht nach Liebe ist tief in unserem Herzen verwurzelt, doch scheint die Liebe zwischen Mann und Frau - man könnte sagen, die natürlichste Sache der Welt - zum Problem geworden zu sein. Unsere Gesellschaft sagt uns: „Liebe ist ein Gefühl“ und wir beenden jahrelange Beziehungen mit dem Satz: „Ich fühle nichts mehr für ihn.“ Häufig bleiben wir allein mit unseren Fragen zurück: Warum gibt es den Schmerz in der Liebe? Kann die Liebe überhaupt ein Leben lang halten?

Wir sind für die Liebe geschaffen. Dennoch gelingt es uns nicht, unsere Sehnsucht mit unserem wirklichen Leben zusammenzubringen. Wir wissen alles über Sex, aber haben wir auch gelernt zu lieben? Noch vor einigen Jahrzehnten endeten die meisten Ehen mit dem Tod eines Ehepartners. Heute enden viele Ehen weit früher mit der Bitterkeit einer Scheidung. Wir lesen frustrierende Statistiken, mit welcher prozentualen Wahrscheinlichkeit unsere Ehe in die Brüche gehen wird, und wir nehmen es als unabänderliche Tatsache hin, dass in unserem Freundeskreis reihenweise Beziehungen mit einer Trennung enden. Es scheint, dass immer weniger Menschen das Geheimnis einer glücklichen Ehe kennen.

Könnte es einen Plan für die Liebe zwischen Mann und Frau geben, einen Plan, dem wir folgen können, damit wir auf einem sicheren Weg zur Liebe sind? In seiner Theologie des Leibes zeigt uns Johannes Paul II. den Plan Gottes für die menschliche Liebe. Und dieser Plan ist in den Leib des Menschen hineingeschrieben. Unser Körper als Mann oder als Frau offenbart etwas von Gott. Auch die Geschlechtlichkeit des Menschen ist kein Zufall, vielmehr ist unsere Männlichkeit oder unsere Weiblichkeit ein wesentlicher Teil unseres Personseins. Unser Körper zeigt, dass wir für die Liebe und auf das andere Geschlecht hin geschaffen sind. Der Körper des Mannes würde für sich allein keinen Sinn ergeben, sondern erst im Blick auf den Körper der Frau. Erst im Blick auf den andern, auf das andere Geschlecht hin, verstehen wir, dass wir geschaffen wurden, um Liebe zu empfangen und Liebe zu geben. Die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau in der Offenheit für Kinder ist in ihrer tiefsten Bedeutung ein Abglanz, ein Bild für die Einheit Gottes mit allen Menschen. Sie ist ein Vorgeschmack des Himmels! Als wir dies bei einem Seminar sagten, flüsterte eine Frau in der ersten Reihe: „Oder die Hölle auf Erden.“ Warum empfinden so viele Ehepaare ihre Ehe nicht als Glück, sondern als Last? Daran sehen wir, dass etwas den ursprünglichen Plan Gottes für die menschliche Liebe zerstört hat.

Wenn wir die Geschichte betrachten, schauen wir für gewöhnlich zurück bis zu dem Ereignis, das die Geschichte der Menschheit mehr als alles andere verändert hat. Es ist das Ereignis, das wir in der christlichen Sprache den Sündenfall nennen. Seit dem Sündenfall ist der Schmerz in der Liebe normal, ist das Scheitern der Liebe normal. Doch Jesus lenkt unseren Blick noch weiter zurück. Er möchte, dass wir nicht auf unsere Gebrochenheit schauen und diese zum Maßstab unseres Handelns nehmen. Vielmehr richtet er unseren Blick auf die ursprüngliche Schönheit und Unversehrtheit des Menschen.

Doch wie war es am Anfang bevor der Mensch sich von Gott abwandte? Welche Erfahrungen machte der Mensch mit der Liebe in dieser Spanne Zeit zwischen seiner Erschaffung und der ersten Sünde? Johannes Paul II. überschreitet in seiner Theologie des Leibes diese symbolische Grenzlinie und betrachtet den Menschen in seiner „ursprünglichen Unschuld“. Wir haben natürlich keinen direkten Zugang zu den Erfahrungen, die Adam und Eva vor dem Sündenfall mit ihrer Leiblichkeit und der Sexualität machten. Dennoch existiert in jedem von uns ein „Echo“, ein Widerhall dieses ursprünglichen Zustandes.

In seinem Buch „Das Silmarilion“ beschreibt J.R.R. Tolkien die Erschaffung des Universums. Die Welt entsteht durch den Gesang der Engel. Doch der Engel der Finsternis ist eifersüchtig auf die schöpferische Kraft Gottes und stört die Musik immer wieder durch seine Misstöne, aber die Disharmonie kann die ursprüngliche Schönheit der Melodie Gottes nicht zerstören. Dies ist vergleichbar mit der ursprünglichen Schönheit des Menschen, der nach dem Bild Gottes geschaffen ist. Auch, wenn die Sünde dieses Bild verzerrt hat, gelingt es ihr doch nicht, die ursprüngliche Schönheit des Menschen ganz zu zerstören und sie lebt in uns fort als ein Echo, eine Sehnsucht des Herzens. Auf diesem Hintergrund betrachtet Johannes Paul II. die ersten Kapitel des Buches Genesis und erschließt uns eine verblüffende Vision der Liebe. Er zeigt uns die Schönheit der menschlichen Liebe, aber auch unsere Gebrochenheit und die Notwendigkeit der Erlösung und Heilung.

Livio Melina, Präsident des Johannes Paul II. Instituts in Rom, schreibt im Vorwort unseres Buches: „Insofern Birgit und Corbin Gams dem Leser das Denken des großen polnischen Papstes - und damit auch die Lehre der Kirche - über den menschlichen Leib und die menschliche Liebe auf verständliche und lebhafte Weise näherbringen, leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Neu-Evangelisierung, die ja untrennbar mit dem Schicksal der christlichen Familie verbunden ist. Johannes Paul II. folgend präsentieren sie eine von jeglichem Moralismus gereinigte Sicht auf die Normen der christlichen Sexualmoral, welche hier ganz klar als Ausdruck und Konsequenz der Wahrheit über die Liebe verstanden werden. Wie Gottes Liebe frei, bedingungslos, treu und lebenspendend ist, so ist auch die menschliche Liebe berufen, diesen Eigenschaften nachzueifern und so seine Liebe widerzuspiegeln.“

Mit diesem Buch möchten wir uns bei Johannes Paul II. bedanken für seine Liebe zu den Jugendlichen und den Familien und vor allen Dingen für seine Theologie des Leibes. Wir verbinden damit den Wunsch und unser Gebet, dass viele Menschen den wunderbaren Plan, den Gott für die menschliche Liebe hat, entdecken und danach leben.

kath.net-Buchtipp – Unsere besondere Leseempfehlung!
Eine Vision von Liebe
Die Theologie des Leibes nach Johannes Paul II.
Von Birgit Gams; Corbin Gams
Sonstiger Urheber Livio Melina
Hardcover, 192 Seiten
2014 Fe-medienverlag
ISBN 978-3-86357-077-4
Preis 13.20 EUR

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Lesermeinungen

 annuntiata 6. Juni 2014 
 

zum Thema

wunderschön
weiterer Buchtip:
von mary healy - im Miriam verlag erschienen " Zurück zum Paradies"


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