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Wer bin ich vor Jesus?

13. April 2014 in Aktuelles, 6 Lesermeinungen
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Palmsonntag mit Papst Franziskus: die eindringlichen und peinlichen Fragen, die sich jeder Christ stellen muss. Von Armin Schwibach


Rom(kath.net/as) Palmsonntag auf dem Peterspatz. Mit der Palmprozession begann Papst Franziskus die Riten der Karwoche. An diesem Sonntag wird auch der 29. Weltjugendtag auf Bistumsebene begangen. Der Tag steht unter dem Motto: „Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich“ (Mt 5,3).

Zum ersten Mal benutzte der Papst einen Kreuzstab aus Olivenbaumholz. Dieser wurde für Franziskus von den Strafgefangenen der Justizvollzugsanstalt in San Remo gefertigt. Den Stab ziert auch das Wappen des Papstes.

Bei den Fürbitten wurde in französischer Sprache für alle gebetet, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden, damit ihr Liebesopfer für den Herrn die Treue und Sanftmut der Christen in der Prüfung stütze. Auf Chinesisch wurde für den Frieden unter den Völkern und die Gerechtigkeit in der Welt gebetet.

Der Papst legte das Manuskript der vorbereiteten Predigt beiseite und stellte die eindringliche Frage: „Wer bin ich vor meinem Herrn Jesus?“ Diese Woche gehe weiter im Geheimnis des Todes und der Auferstehung Jesu. „Wir haben die Passion Jesu gehört“, so Franziskus: „Es wird uns gut tun, eine Frage zu stellen: Wer bin ich? Wer bin ich vor meinem Herrn? Wer bin ich vor Jesus, der festlich in Jerusalem einzieht?“

„Bin ich fähig, meine Freude zum Ausdruck zu bringen? Ihn zu loben? Oder gehe ich auf Distanz?“

„Wer bin ich vor Jesus, der leidet? Wir haben viele Namen gehört, viele Namen. Die Gruppe der Anführer, einige Priester, einige Pharisäer, einige Gesetzeslehrer, die beschlossen hatten, ihn zu töten. Sie warteten auf eine Gelegenheit, ihn zu fassen. Bin ich wie einer von ihnen?“

„Wir haben auch einen anderen Namen gehört: Judas. Dreissig Silberlinge. Bin ich wie Judas?“

„Wir haben weitere Namen gehört. Die Jünger, die nichts verstanden. Die einschliefen, während der Herr litt. – Ist mein Leben eingeschlafen? Oder bin ich wie die Jünger, die nicht verstanden, was es heißt, Jesus zu verraten? Oder jener andere Jünger, der alles mit dem Schwert lösen wollte. Bin ich wie sie?“

„Bin ich wie Judas, der so tut, als liebe er, und den Meister küsst, um ihn auszuliefern, um ihn zu verraten? Bin ich der Verräter?“

„Bin ich wie jene Anführer, die eilig das Gericht einberufen und falsche Zeugen suchen? Bin ich wie sie? Und wenn ich derartiges tue, sollte ich sie tun, glaube ich, dass ich damit das Volk rette?“

„Bin ich wie Pilatus? Und wenn ich sehe, dass die Situation schwierig ist, wasche ich mir dann die Hände und verstehe es nicht, Verantwortung zu übernehmen, und lasse verurteilen oder verurteile die Menschen?“

„Bin ich wie jene Menschenmenge, die nicht genau wusste, ob sie bei einer religiösen Versammlung, bei einem Gericht oder in einem Zirkus war und sich für Barabbas entschied? Für sie war es dasselbe. Es war unterhaltsamer, um Jesus zu demütigen.“

„Bin ich wie die Soldaten, die den Herrn schlagen, ihn anspucken, ihn beleidigen, es lustig finden, den Herrn zu demütigen?“

„Bin ich wie Simon von Zyrene? Er kehrte müde von der Arbeit zurück, doch er war so gut, dem Herrn zu helfen, das Kreuz zu tragen.“

„Bin ich wie jene, die am Kreuz vorbeigingen und Jesus zum Gegenstand ihres Spottes machten? Ja, ganz mutig: er steige vom Kreuz herab, und wir werden an ihn glauben. Der Spott vor Jesus.“

„Bin ich wie jene mutigen Frauen und wie die Mutter Jesu, die dort waren und in Stille litten? Bin ich wie Josef, der verborgene Jünger, der den Leib Jesu mit Liebe trägt, um ihn zu bestatten? Bin ich wie diese beiden Marias, die an der Tür des Grabes bleiben und weinen, beten?“

„Bin ich wie jene Anführer, die am folgenden Tag zu Pilatus gegangen sind, um ihm zu sagen: ‚Passen Sie auf, der da sagte, dass er am dritten Tag auferstehen würde. Dass es da nicht zu einem weiteren Betrug kommt!’. Und sie blockieren das Leben, sie blockieren das Grab, um die Lehre zu verteidigen, damit das Leben nicht herauskommt.“

„Wo ist mein Herz? Welcher dieser Personen ähnle ich? Diese Frage begleite uns während dieser ganzen Woche.“

Video der Predigt:


Palmprozession


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Lesermeinungen

 benefranz 15. April 2014 
 

Leider gibt es bisher noch keine fachliche Antwort.

Danke @Marienzweig, daß Sie wenigstens mit Ihrem Beitrag vor 24 Stunden auf diese Aussage eingegangen sind.

Die Meinung des Pfarrers war weder ironisch, noch scherzhaft gemeint, aber wohl nur seine sehr persönliche Ansicht. Lassen wir es dabei bewenden.

Ich wünsche allen Lesern und Postern eine segensreiche Karwoche.

Manches verliert sich halt im


2
 
 Marienzweig 14. April 2014 

@benefranz - seltsame Aussage eines Priesters!

- Er sagte sinngemäß: Jesus hätte die Menschheit auch ganz easy - im Bett sterbend, erlösen können.. -
Ich bin auch, so wie Sie, nur Laie und "gläubiger Sünder", bzw. Sünderin.
Sie knabbern an dieser Aussage, ich dagegen finde sie sehr befremdlich, weil ich nicht weiß, wie besagter Priester diesen Satz gemeint haben könnte.

Das Kreuz, die Schmerzen, die Einsamkeit auch schon im Garten Getsemani, die Angst und das Sichhingeben in die Erlösungstat - mit einem Tod im Bett gleichzusetzen, empfinde ich als herabmindernd, geradezu lieblos.
Da ich keine Theologin bin, kann ich nichts weiter dazu sagen, nur meinen Eindruck schildern.
Vielleicht geht eine in diesen Dingen kompetente Person näher darauf ein.


1
 
 benefranz 14. April 2014 
 

An der Aussage eines Priesters

in einem eigentlich großartigen mehrmonatigem Glaubenswissen-Seminar "knabbere" ich noch heute.

Er sagte sinngemäß: Jesus hätte die Menschheit auch ganz easy - im Bett sterbend, erlösen können..

Ich bin nur Laie und "gläubiger Sünder". Was sagen die Theologen hier im Forum zu dieser Meinung?


2
 
 caminanda 14. April 2014 
 

@Pfennig: ich bin mir nicht sicher, ob der Verrat des Judas für den Fortgang der Heilsgeschichte

notwendig war. Man hätte Jesus durchaus auch während einer seiner Prdigten verhaften können. Wenn Sie allerdings meinen, dass der Verrat notwendig war in dem Sinne, dass wir uns alle fragen sollen, ob wir nicht vielleicht ebenso gehandelt hätten, dann gehört das natürlich sehr wohl in den Gang der Heilsgeschichte.


4
 
 Antas 14. April 2014 
 

@Pfennig
Ich glaube der Papst weiß ebenfalls, dass der Tod Jesu unumgänglich war. Zumahl Geburt wie Tod prophezeit wurden. Ich glaube das der Papst bei uns Christen unser Denken anregen möchte, sich in die Zeit zu versetzen und zu meditieren. Die Geschichte Jesu nicht als etwas zu sehen, was vor langer langer Zeit passiert ist, sondern aktuell damit auseinandersetzen und darüber nachzudenken. Ich für für meinen Teil muss oft nachdenken, wenn ich die Sätze unseres lieben Papstes höre...


4
 
 Pfennig 14. April 2014 
 

Judas

Der "Verrat" des Judas war ja notwendig für den gesamten Fortgang der Heilsgeschichte. Das darf nicht übersehen werden.


1
 

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