Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  2. Vatikan sieht Kirche vor Traditionsbruch
  3. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  4. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  5. „Die trügerische Taktik der stillen Revolution“
  6. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  7. Britischer Erzbischof Longley erlaubt zwei Messfeiern im vortridentinischen Sarum-Usus
  8. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  9. Good news - Vatikan: Papst Leo ist krebsfrei und braucht keine weitere Therapie!
  10. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  11. Papst Leo sagt die Assisi-Reise ab!
  12. Hartl: Wenn das in Frankreich „Schülerproteste sind, warum weht so oft die Palästinenserfahne?“
  13. „Wenn du ihn verstehst, ist es nicht Gott“
  14. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  15. Blutiger Anschlag auf orthodoxe Kirche in Jordanien – Mindestens sechs Tote bei Trauerfeier

Köln: Tolle Toleranzinitiative

7. Dezember 2013 in Kommentar, 46 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die „Kölner Kircheninitiative“ löscht auf Facebook rigoros kritische Kommentare. Ein großer Teil der gelöschten Kommentare kam von Kölner Katholiken. Haben nur Claqueure das Recht auf Wortmeldung? Ein Gastkommentar von Peter Winnemöller


Köln (kath.net) Die Kölner Kircheninitiative hat sich vor drei Tagen auch ins Facebook gewagt. Das macht man schließlich heute so. Um den Anschein der Modernität zu wahren, treibt es auch unerfahrene Nutzer Kampagnen in die Sozialen Medien auszuweiten. Die Bauchlandung ist absehbar. Die Seite dümpelt vor sich hin. Unerfahrenheit auf der einen und mangelnde Dialogbereitschaft auf der anderen Seite werden das Scheitern der Initiative zumindest auf Facebook zur Folge haben.

Dilettantischer Facebook- Auftritt

Die Likes, die sie innerhalb der vergangenen drei Tage erhalten haben, entsprechen in etwa dem, was andere Seiten in einer Stunde bekommen können. Der Grund ist banal: Soziale Netzwerke leben von persönlichen Kontakten und dem persönlichen Austausch. Die persönliche Vernetzung produziert die Weiterverbreitung von Inhalten. Einfach ein Ei in die Facebook-Welt zu legen und dann davon ausgehen, daß es irgendjemand schon ausbrüten wird, funktioniert einfach nicht.

Geradezu absurd wird es dann jedoch, schaut man sich den Umgang mit Kommentaren und Kommentatoren an. Kritische Kommentare wurden rigoros gelöscht. Vereinzelt sind sogar Kommentatoren, die sich kritisch geäußert haben gleich komplett gesperrt worden. Der Treppenwitz an der Löschaktion gibt dem ganzen gleich noch eine pikante Note: Ein großer Teil der kritischen Kommentare, die gelöscht wurden, kam von Katholiken aus der Diözese Köln. Diese sind es ja nun gerade die, die diese Initiative wirklich und persönlich berührt.


So begegnet man hier einer Form von Toleranz, die nur Claqueuren das Recht auf Wortmeldung zugesteht. Das kann man machen, wenn man offen sagt: Hier keine Kritik! Das Recht hat man auf der eigenen Plattform. Langeweile und Ödnis sind vorprogrammiert. Die Attraktivität sinkt ins Bodenlose. Gesinnungsdiktatur ist die große Versuchung derer, die sich für die besonders Toleranten halten. Eine solche Form der Gesinnungsdiktatur findet sich ganz offensichtlich auch bei den Protagonisten der Kölner Kircheninitiative. Wie anders soll man den Umgang mit ungeliebten Kommentaren werten?

„Wenn Du die Hitze nicht verträgst, dann geh nicht in die Küche!“

Diese Weisheit aus dem alten Usenet und den Internetforen gilt auch in den neuen Sozialen Medien unserer Tage. Es verlangt Geduld, sich auf den anderen einzulassen. Es verlangt Zeit, auf Kritik zu antworten. Und letztendlich verlangt es ein dickes Fell, sich auf den Marktplatz der Meinungen zu begeben. Dort nämlich weht ein deutlich rauerer Wind als in wohlgesonnenen Redaktionsstuben, denen man sich als nützlich anbiedern kann. Zickiges Zurückweichen, das sich im Löschen von Kommentaren und Blockieren von Nutzern erschöpft, wirkt doch nur lächerlich.

Am Ende muß man vielleicht doch damit leben können, daß die eigene Position radikal und grundsätzlich hinterfragt, zerlegt und – wer weiß das schon? – eventuell ad Absurdum geführt werden könnte. Das Bessere ist der Feind des Guten. Der ehrliche Disput, wie er in der Kirche gute Tradition ist, kann ja gerade zur Erkenntnis des Besseren führen, wenn man sich auf den Geist Gottes einläßt.

Die gegenwärtige Initiative steht auf ebenso wackeligen Beinen, wie andere vergleichbare Initiativen im deutschsprachigen Raum. Großen Rückhalt im Kirchenvolk kann sie, wie auch die anderen nicht erwarten. Protagonisten und Unterstützer rekrutieren sich hier wie da vorwiegend aus Gremien und Hauptamtlichen. Die Verwechselung der Gremien mit dem Kirchenvolk, die grundsätzlich mangelnde Disputbereitschaft und letztendlich in diesem Fall auch noch die verpatzte Medienkampagne dürften das Scheitern unausweichlich machen.

Peter Winnemöller führt den Blog katholon.

Screenshot: Eine Diskussion auf der Facebookseite der "Kölner Kircheninitiative", die umfangreiche Löschungen von nicht unhöflichen Einträgen beklagt (Die Namen der User wurden unkenntlich gemacht)



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Erzbistum Hamburg

  1. Erzbistum Hamburg: Eltern wehren sich gegen LGBT-Sexualkonzept in katholischen Schulen
  2. Polizei räumt besetzte Kirche in Flensburg
  3. Agieren katholische Schulen des Erzbistums Hamburg noch im Einklang mit der Lehre der Kirche?
  4. Angst vor Covid-19: Pfarrer verbietet Gläubigen Mundkommunion
  5. Bistum Limburg ließ Vertuschungsstrategien bei Missbrauch rekonstruieren
  6. Erzbistum Hamburg: Verbindungen zur Homo-Bewegung
  7. Caritas: „Regenbogenfamilien - Bereicherung unserer Lebenswelten“
  8. Hamburger Erzbischof: Dann hätten sie den Scheiß allein machen können
  9. Auch Erzbischof Heße empfiehlt Orientierungshilfe zum Kommunionempfang
  10. Schulschließungen in Hamburg – Katholiken wenden sich an Papst







Top-15

meist-gelesen

  1. Die Liebe als Mitte des Glaubens: Das Gebot, das den ganzen Menschen umfasst
  2. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  3. Belgien: Anteil der Euthanasiefälle in den letzten fünf Jahren verdoppelt
  4. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  5. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  6. Patrozinium im Mailänder Dom, während draußen Explosionen und Sirenen zu hören sind
  7. War der katholische Soldat Gus March-Phillipps (+1942) ein Vorbild für die Filmfigur James Bond?
  8. „Lourdes ganz nah: Komm und begegne der heiligen Bernadette“
  9. Papst beruft Wiener Uni-Professor Tück in die Internationale Theologenkommission
  10. Papst sprach auch mit Selenskyj über Lage in Frontstadt Oleschky
  11. Apostolisch und nix anderes
  12. Die Bibel schweigt nicht zur Abtreibung. Es gibt die Zehn Gebote: Du sollst nicht töten!'
  13. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“
  14. "Ministrant Putins": Tück übt scharfe Kritik an Moskauer Patriarch
  15. „Mehr Katholiken in Afrika als in Europa“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz