Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  2. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  3. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  4. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  5. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  6. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  7. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  8. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  9. Die „Synodalkonferenz“ der deutschen Funktionäre
  10. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  11. Burger: „Kurzum, wie hältst Du es mit Religion und Kirche? Wie geht das mit dem Glauben?“
  12. THESE: Warum die UNO weg muss!
  13. Klinisch tot nach Herzstillstand: Hirnaktivität noch Minuten, sogar Stunden messbar
  14. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  15. 'Glaube ist kein PR-Problem': US-Burger-Kette verweigert Entfernung von Bibelversen

Sexueller Missbrauch: Evangelische Lehrer und Pastoren mischten mit

28. November 2012 in Deutschland, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Ein Haupttäter war der evangelische Theologe Gerold Becker (1936-2010), der von 1972 bis 1985 die „reformpädagogische“ Odenwaldschule leitete. Er war von der EKD in Sachen Konfirmandenarbeit herangezogen worden.


München (kath.net/idea) Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Lehrer und Geistliche ist keineswegs auf die katholische Kirche beschränkt. Auch evangelische Pädagogen und Theologen haben sich in den achtziger und neunziger Jahren schwerster Vergehen schuldig gemacht. Strafrechtlich sind diese verjährt, aber die Opfer leiden meist lebenslang. Ihr Schicksal kam erneut an das Licht der Öffentlichkeit, als einem ehemaligen Schüler der Odenwaldschule (Heppenheim-Oberhambach) am 26. November in München der Geschwister-Scholl-Preis verliehen wurde. In seinem unter dem Pseudonym „Jürgen Dehmers“ geschriebenen Buch „Wie laut soll ich denn noch schreien?“ schildert der heutige Lehrer Andreas Huckele (43) die Gefühle der Ohnmacht, Angst, Wut, Ekel und Suchtkrankheiten, die der hundertfache Missbrauch von Jungen und Mädchen sowie die Vertuschung hinterlassen hat. In der Laudatio des mit 10.000 Euro dotierten Preises wird Huckeles „seltenes Beispiel von Mut“ gewürdigt.

Evangelischer Theologe missbrauchte Schüler

Ein Haupttäter war der evangelische Theologe Gerold Becker (1936-2010), der von 1972 bis 1985 die „reformpädagogische“ Odenwaldschule leitete. Huckele wurde zuerst als 13-Jähriger und dann rund 400 Mal von Becker missbraucht. Insgesamt sind 132 Opfer bekannt; mehr als ein Dutzend Lehrer und Erzieher gehörten zu den Tätern. Becker, der bis zu seinem Tode mit dem auch in der evangelischen Kirche angesehenen Pädagogen Hartmut von Hentig (87) in Berlin zusammenlebte, räumte 2010 erstmals sexuelle Handlungen an Schülern ein. In einem Schreiben bat er um Entschuldigung, wenn er sie durch Annäherungsversuche oder Handlungen sexuell bedrängt oder verletzt habe.


Becker gehörte 1998 zur EKD-Bildungskammer

Der pädophile Becker gehörte 1998 zur Kammer der EKD für Bildung und Erziehung und ihrer Arbeitsgruppe „Konfirmandenarbeit“, die sich mit der Konfirmation im Wandel unter dem Titel „Glauben entdecken“ beschäftigte. 1998 waren bereits erste Vorwürfe gegen Becker wegen sexuellen Missbrauchs bekannt geworden, unter anderem durch einen Artikel in der Zeitung „Frankfurter Rundschau“. Staatsanwaltliche Ermittlungen wurden wegen Verjährung eingestellt.

Zu den prominenten Schülern des 1910 gegründeten Landerziehungsheims Odenwaldschule gehören die Porno-Händlerin Beate Uhse (1919-2001) und der Europa-Abgeordnete der Grünen, Daniel Cohn-Bendit (67).

Seelsorger vergehen sich an Jungen und Mädchen

Nicht nur evangelische Pädagogen, sondern auch Seelsorger haben sich des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger schuldig gemacht. Zu den schwerwiegendsten Fällen zählen die Vorgänge in der evangelischen Kirchengemeinde von Ahrensburg bei Hamburg in den achtziger und neunziger Jahren. Der heute 78-jährige ehemalige Pastor Gert-Dietrich Kohl verging sich an mindestens 13 Minderjährigen. Ende 2010 kam er einem Rauswurf aus der Kirche zuvor, indem er selbst seine Entlassung beantragte. Gedeckt wurden seine Vergehen von dem früheren Amtsbruder Friedrich Hasselmann (71). Er unterhielt selbst intime Beziehungen zu einer 17- und einer 18-Jährigen. Strafrechtlich sind die Vergehen verjährt. Hasselmann muss vorerst auch keine kirchlichen Konsequenzen fürchten, etwa den Verlust seiner Ruhestandsbezüge. Das Kirchengericht der „Nordkirche“ hat soeben ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingestellt. Zur Begründung wurden „Milderungsgründe“ angeführt. So habe sich Hasselmann in der langen Zeit seit den Amtspflichtverletzungen einwandfrei geführt. Außerdem seien er und seine Familie Ziel einer „Hetzkampagne“ geworden. Die „Nordkirche“ prüft, Rechtsmittel gegen den Richterspruch einzulegen. Die evangelischen Landeskirchen haben inzwischen strenge Richtlinien erlassen, um bereits beim ersten Verdacht gegen mögliche Täter vorzugehen und die Opfer zu schützen.

„Sexuelle Revolution“ und missbrauchte Kinder

Der theologisch konservative Theologe Dieter Müller (Kiel) – Vorstandsmitglied der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in der „Nordkirche“ – sieht in den Fällen sexuellen Missbrauchs in den achtziger und neunziger Jahren auch eine Auswirkung der „sexuellen Revolution“ im Gefolge der 68er Bewegung. Sie habe Hemmschwellen abgebrochen, die vorher einen Schutzraum geboten hätten. Die propagierte „schamlose Vertrautheit“ habe ein Klima geschaffen, das Missbrauch leichter möglich gemacht habe. Großen Einfluss in der evangelischen Kirche hätten nicht nur Becker und von Hentig gehabt, sondern etwa auch der Sexualwissenschaftler Helmut Kentler (1928-2008). Dieser Vertreter einer „emanzipatorischen Sexualerziehung“ trat auch auf Deutschen Evangelischen Kirchentagen auf.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Missbrauch

  1. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  2. Papst spricht drei Stunden mit Missbrauchsopfern aus Belgien
  3. Causa Rupnik: Papst bittet um Geduld für laufenden Vatikan-Prozess
  4. Massive Kritik am „Spiegel“ nach skandalösem Artikel über „Dragqueen“ Jurassica Parka
  5. „Kardinal Marx und Bischof Bätzing werden voraussichtlich in der Trierer Studie berücksichtigt“
  6. Vatikan ernennt Richterinnen und Richter im Fall Rupnik
  7. New Mexico klagt Meta, Mark Zuckerberg wegen Ermöglichung der sexuellen Ausbeutung von Kindern
  8. Synode über Synodalität verwendet Bilder von Marko Rupnik
  9. Missbrauchsexperte Zollner: ‚Keine Kultur der Rechenschaftspflicht’ in der Kirche
  10. Bistum Basel: Bischof Gmür räumt Fehler bei Missbrauchsfall ein







Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  3. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  4. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  5. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  6. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  7. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  8. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  9. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  10. Die „Synodalkonferenz“ der deutschen Funktionäre
  11. Bischof Erik Varden bei Fastenexerzitien im Vatikan: „Tausende fallen“
  12. Klinisch tot nach Herzstillstand: Hirnaktivität noch Minuten, sogar Stunden messbar
  13. „Öffnet eure Herzen“: Protestantin begeistert das Netz mit dem Rosenkranz
  14. 'Woke Left' ist die 'wütendste und exklusivste Spaltungsbewegung in der Geschichte'
  15. THESE: Warum die UNO weg muss!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz